Der Baum der Erkenntnis

„…, dass der Baum … dazu verlockte, klug zu werden.“ Diese alte Geschichte. Was soll sie uns heute noch sagen?

Die Evangelikalen behaupten: Gott hat die Welt so geschaffen, wie es in der Bibel steht. Und da sei kein Jota falsch dran. Die aufgeklärten Menschen sagen: Das ist eh alles Humbug. Der Urknall und die Evolution werden in der Bibel nicht erwähnt. Die Bibel ist kein wissenschaftliches Buch. Richard Dawkins und Co. hauen kräftig in diese Kerbe mit der geballten Kraft der Wissenschaft. Und da müssen auch die Christen von heute sagen: Jawoll, so ist es. Die Naturwissenschaft kann die Bibel nicht gebrauchen. Wir aber sehen die Bibel als das Wort Gottes in Menschengewand.

Da haben sich damals Menschen hingesetzt und versucht die Entstehung der Welt aus ihrer Sicht zu erklären. Heute ist es unsere Aufgabe Gottes Wort in diesen Geschichten und Gleichnissen zu entdecken und wieder neu zum Leuchten zu bringen. Die Wahrheit hinter den Dingen ist es, die bleibt.

Es wird ja nicht nur von der Schlange unterstellt, dass Gott etwas oder alles verbieten würde. Gott will gar nicht teilen und will andere bevormunden und immer nur verbieten, so wie er es auch in den 10 Geboten ausgedrückt hat. Viele Menschen aber haben Gott als Geber kennen gelernt. Der Garten Eden ist von ihm. Den Menschen wird anvertraut, ihn zu bebauen und zu bewahren. Eine Vertrauensstellung schlechthin.

Das Verbot, von dem Baum der Erkenntnis zu essen, soll auch den Menschen davor schützen , den Garten verkommen zu lassen oder ihn zu zerstören – und sich gleich mit. Denn die Erkenntnis von gut und böse ist keine denkerische Möglichkeit, keine akademische Diskussion oder ein Spiel mit Alternativen. Die Erkenntnis von gut und böse setzt die Erfahrung voraus, durch eigene Schuld das Paradies, die Unschuld und die Freiheit zu verlieren. Das ist ein Thema, das so aktuell ist, wie die Erkenntnis, dass mit Wissenschaft und Fortschritt auch der Klimawandel einhergeht, den es jetzt mit Wissenschaft und Fortschritt gilt zu bekämpfen.

Die erste Frucht der Erkenntnis von gut und böse ist die Nacktheit. Erst sind es Schürze aus Feigenblätter, die schützen, später müssen es Waffen und Medienkampagnen sein. Freudianer (wie auch Eugen Drewermann) vergucken sich nur in die sexistischen Aspekte der Geschichte. Es steckt aber viel mehr hinter den Worten. Angesichts der Nacktheit, die aber nichts davon offenbart, was in den Köpfen vorgeht oder sich im Subtext verbirgt, suchen Menschen Schutz. Sie sichern sich gegen den anderen. Sie sind ständig auf Suche nach Motiven. Sie analysieren Sätze, aber auch, was nicht gesagt wurde. Sie trennen objektiv und subjektiv. Wägen Güter gegeneinander auf. Und beklagen, dass es keine Gerechtigkeit auf der Welt gibt.

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