Andritzki. Bekenntnis

Die Diözese Dresden-Meissen bereitet die Seligsprechung von Alois Andritzki am Pfingstmontag, 13. Juni 2011, vor. Ein großes Bistumsfest soll vor der Dresdner Kathedrale gefeiert werden. Auf dieses für das Bistum historische Ereignis werden nicht nur die Gemeinden in den kommenden Monaten in geeigneter Weise vorbereitet, sondern wurde auch eine Videoinstallation in Auftrag gegeben, die derzeit im öffentlichen Raum durch das Bistum tourt.

Eines ist sicher: Es ist der erste sorbische Selige. Deshalb scheint auch dieser ganze, doch recht aufwendige Erklärungsprozess notwendig zu sein. Für mich wird nicht so ganz eindeutig, warum gerade dieser junge Priester selig gesprochen wird, was ihn auszeichnet, außer dass er sorbischer Priester für 1,5 Jahre gewesen ist. Das muss sich auch die Videokünstlerin gedacht haben. Wenn man nicht weiß, dass der Schauspieler in der Installation Sorbe ist, kann dass auch auf jeden Priester im Priesterblock Dachau zutreffen, der eine der slawischen Sprachen spricht.

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2 Kommentare zu „Andritzki. Bekenntnis“

  1. Natürlich! Andritzki steht stellvertretend für alle anderen Priester, die aus dem Glauben heraus, widerständig waren; die ihren Widerstand gegen Totalität und Willkür öffentlich bekundet haben. Vielmehr übersteigt der Film konkrete Anlässe und Personen und lädt zu einer grundlegenderen Auseinandersetzung ein. Weitere Deutungshilfen hier: http://www.aloisandritzki.blogspot.com/

  2. Danke für die Worte der Künstlerin. Eine beeindruckende Installation, die es sich lohnt – gerade in der Österlichen Bußzeit – zu betrachten. Die letzten Worte Jesu am Kreuz sind auf eine für mich neue Art und Weise hier zum Klingen gebracht worden. Die Hintergrundgeräusche oder die -musik machen/macht einen verstört und sehr nachdenklich. Die Verwendung der englischen Sprache jedoch halte ich für kontraproduktiv. Deutsch als Gegenpol zum Sorbischen wäre angebrachter, denn damit kommt auch noch einmal die ganze Tragik der Verständigungsschwierigkeiten zwischen Sorben und Deutschen zum Ausdruck. Vielleicht wollte die Künstlerin sich aber gerade darauf nicht einlassen. Eine andere Interpretationsmöglichkeit ist: Gerade die Verwendung des Englischen zeigt diese Probleme.

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