Verkündigung des Herrn

„Danach verließ sie der Engel.“ (Lk 1,38d) Hat die Botschaft überbracht und dann wieder fort. Maria bleibt mit ihrem „Ja“ zurück. Was wäre passiert, wenn sie „Nein“ gesagt hätte? Keine Weihnachtsgeschichte, keine barocken Engel (DDR-Slang: „geflügelte Jahresendfigur“), kein Lametta, kein Fest der Geschenke. Und wir wären auch den alten Mann los, der sich in den Köpfen der Kinder einnistet und den Nikolaus verdrängt und dann immer so albern, alle Verkehrsregeln missachtend, mit seinem Rentierschlitten durch die Gegend düst: Hohoho. Und keiner würde so dumm auf die Frage antworten, was denn an Pfingsten eigentlich gefeiert wird: „Äh, ich denke, das hat was mit der Geburt von Jesus zu tun, oder war das Ostern, oder Weihnachten? Ach ne, Weihnachten ist ja das Fest der Liebe. Deshalb schenkt man sich ja auch gegenseitig was und der Weihnachtsmann kommt und …“ Ja, liebe Gemeinde, das alles gäbe es nicht.

Welch ein Segen! Müsste ich mich nicht ins Gedränge stürzen und meinen Verwandten, Freunden und Bekannten teure Geschenke kaufen, die eh nach 3 Tagen umgetauscht werden. „Oh du fröhliche, oh du selige gnadenbringende Weihnachtszeit“, Kitsch und Kunst auf dem Gabentisch unterm Weihnachtsbaum, irgendwo hatte ich doch die Krippe, ach ja hier, im dunkelsten Winkel.

Aber nun war es jener Moment der göttlichen Gnade, dass Maria sagte: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du gesagt hast.“ Ja, Maria, recht hast du getan, auf dass wir „nach neun Monaten zu Bethlehem im Lande Juda“ die Geburt unseres Herrn Jesus Christus feiern „in unserm armen Fleisch“ (Martyrologium an Weihnachten). Dazu musste dich der Engel wieder verlassen. Er hat seinen Dienst vollendet. Nur so konnte der Heilige Geist wirken und die Heilsgeschichte weitergehen: Mit dem „Ja“ Marias begonnen, dem „Ja“ Jesu fortgesetzt im Garten Gethsemanie und dem „Ja“ Gottes besiegelt in der Auferstehung seines Sohnes, der uns das Heil gebracht hat. Heil und Leben in Fülle, wie es die Welt nicht geben kann. Was sollten wir anderes feiern wollen in neun Monaten? Und heute brechen wir ganz legal das Fasten und gönnen uns ein gutes Stückchen Fleisch. Was sagt der Essensplan: Naja, immerhin Bratwurst.

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