Durst ist schlimmer als Heimweh

… Jesus macht auch im heutigen Evangelium Rast auf seinem Weg nach Jerusalem. Diesmal im Ausland, in Samarien. Er hält small talk mit einer samaritischen Frau am Jakobsbrunnen. Das läßt sich vielleicht in die heutige Zeit so übersetzen: Jesus kommt nach Pößneck und macht Station in einer Kneipe voller Neonazis. Ja, liebe Gemeinde, das würde Jesus sicher tun, auch wenn man es sich schwer vorstellen kann. Aber der Vergleich hinkt natürlich. Bei der samaritischen Frau wissen wir, dass sie den selben Gott anbetet wie die Israeliten. Bei den Neonazis bin ich mir nicht so sicher, was die überhaupt glauben.

O.k. anderes Beispiel: Der Papst kommt nach Deutschland und möchte gern mehr Zeit für das ökumenische Gespräch haben. Ist kein Witz: Er möchte mehr über Protestanten erfahren. Nachdem er ja jetzt schon die Ökumene mit den Petrus- und Piusbrüdern angestrebt und verwirklicht hat, wird es mal Zeit, auch im Kernland des Protestantismus (Thüringen – an was andere auch immer denken mögen), sich an einen Tisch zu setzen oder an einen Brunnen. Was wird der Papst sagen zu unseren protestantischen Brüdern und Schwestern? Bestimmt wird er ein bisschen vorsichtiger sein als Jesus. Er wird nicht sagen: „Das Heil haben nur die Römischen Katholiken gepachtet.“ Genauso fatal wäre es, wenn er sagen würde: „Ich hab‘ da mal was vorbereitet. Die Unterschriften hier und hier und hier.“ Und da hinkt auch dieses Beispiel: Der Papst ist nicht der lang erwartete Messias. Seine Stimme wird in der Welt zwar viel beachtet, aber bei Johannes Paul II. war das noch ganz anders. Bei den Protestanten muss Benedikt XVI. erst einmal erklären, wie er das mit den Begriffen Kirche/-n meint. Und vieles andere mehr.

Aber ich habe mich verloren im Labyrinth der Worte. Jesus hat es der samaritischen Frau auf den Kopf zugesagt: Du bist auch durch die Brüche deines Lebens bei Gott angenommen, er nimmt dich ernst, so wie du bist. Gott möchte dir wieder Leben schenken, wenn du ihm Glauben schenkst, dass er es gut mit dir meint. Wasser ist Leben und dies haben wir in der Taufe empfangen, nicht um es schal werden zu lassen. Wir sind von Jesus dazu aufgerufen, ihm es gleich zu tun, zu den Menschen zu gehen und ihnen zu verkünden: Da gibt es eine Quelle sprudelnden Lebens, Jesus, Gott und Mensch.

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