Just a perfect day

Streckenabschnitt

Gestern zog es mich mal wieder hinaus an meinem freien Tag. Und das war ganz gut so, denn ein paar Störenfriede haben doch schon mal wieder meinen Anrufbeantworter beschmutzt. Als die Sonne also gestern am späten Vormittag aus dem Hochnebel hervorlugte, dachte ich mir, perfekter Tag zum Wandern, auf zum Rennsteig. Gesagt getan, Wanderstiefel an die Füße getrekkt, Stöcker eingepackt und dann ab ins Auto  nach Neustadt am Rennsteig. Unterwegs meinte der Wetterfroschheini: Trocken, 18-20 Grad Celsius. Ideal zum Wandern, meiner Meinung nach.

Schneereste

In Neustadt am Rennsteig  bin ich dann auch gegen 2 Uhr am frühen Nachmittag eingetroffen, hab‘ mir bei der Info noch eine Wanderkarte gekauft und dann ab auf die Piste, bzw. den Rennsteig, der im übrigen best gekennzeichnetste Wanderweg in Thüringen. Dann fällt es auch rapide ab. Die anderen Wege sind mit verwirrenden oder gar keinen Wegweisern ausgestattet. Wenn man eine Wanderkarte hat, ist das immer das Beste, dann kann man sich nämlich auch an den bunten Klecksen orientieren, die man aus irgendwelchen Gründen an die Bäume geschmiert hat. Das ist dann schon sehr hilfreich, wenn man sein Ziel ohne größere Umwege erreichen will.

Von Neustadt bin ich in Richtung Dreiherrenstein unterwegs. Es geht durch den Ort, am Café und Pension Edelweiß vorbei, dann über die Felder an der Straße entlang. Die Straße nervt einen den ganzen Nachmittag, denn der Rennsteig schneidet sie des öfteren. Am Waldrand war nicht ausgeschrieben, dass der Rennsteig – diese renommierte „Straße“ – eigentlich gesperrt ist. Ist ja auch keine Wandersaison sondern Holzauktion. Deshalb liegt das Zeug überall rum und der Rennsteig ist tief zerfurcht durch schweres Gerät. An einigen Stellen liegen die gefällten oder vom Sturm geknickten Bäume kreuz und quer über dem Weg. Beschädigte Wegweiser weisen auf den allgemeinen Wegweisernotstand hin und wie man in Thüringen den Wanderern das Leben schwer macht. Auch die „Mitte des Rennsteigs“ ist schwer lädiert.

Allzunah (am Wald?)
Beschädigte Mitte des Rennsteigs

Im Gasthof „Dreiherrenstein“ kann man lecker Rostbrätel essen. Dann habe ich mich entschlossen, nach Frauenwald zu gehen, ein Fehler, wie sich später herausstellte. Dort wollte ich ein Käffchen trinken und dann zurück nach Neustadt. Der Weg nach Frauenwald führte über Allzunah. Wollte noch jemanden unterwegs fragen, woran denn dieses Allzunah allzunah liegt. Altona in Hamburg stammt aus der Zeit der dänischen Besatzung und wurde so benannt, weil die Dänen allzunah (plattdeutsch: all tau nah, daraus wurde Altona) an Hamburg lagerten. Aber nach Dreiherrenstein habe ich keine! Menschenseele mehr getroffen. Es ging dann auf einem alten Bahndamm weiter, wo in der Zeit von 1913-1965 wohl auch Züge gefahren sein sollen, jetzt muss man sich die Schienen vorstellen, dann kann man es erahnen. Frauenwald – wie ausgestorben. Alle Geschäfte geschlossen, entweder wegen Ruhetag oder weil heute geschlossen ist, was ja ein triftiger Grund zu sein scheint.

Zerstörter Wegweiser

Darum hatte auch kein Café auf und ich musste ohne Käffchen den langen Heimweg antreten. Ein Bus fuhr natürlich auch nicht. Es ist eben noch keine Wandersaison und als Zwischensaison kann man das auch nicht bezeichnen. Die ganze Region wartet auf den Sommer und hofft auf bessere Zeiten. Der Weg über den Speicher Schönbrunn ist ein Abenteuer für sich. Wegweiser weisen überall hin, nur nicht dorthin, wo ich hin will. Trotz einiger kleiner Umwege bin ich dann auf den Kleinen Gabelskopf raufgekrackselt. Die Sonne fiel schön und schon sehr schräg durch den Buchenwald. Die toten Buchenblätter knackten unter den Schuhen. Und der Weg zog sich dahin. Ich war froh, wieder im Fichtenwald zu sein, da wurde es auch wieder flacher. Die „Blaue Stunde“ brach an und es wurde zusehends dunkler. Nach dem letzten großen Anstieg und einem kurzen Weg durch den düsteren Wald – ich habe mächtig über die Bäumchen geflucht, die auf dem Weg lagen – erreichte ich beim letzten Abendlicht die leergefegte Neustadt.

Festlicher Osterbrunnen in Frauenwald

Fazit: Trotz des langen Rückwegs und der schon recht kühlen Temperaturen am Abend der perfekte Tag zum Wandern. Der Winterspeck muss weg und die Alpen locken wieder im Sommer. Die Fotos habe ich mit dem Handy geknipst. Dementsprechend ist auch die Qualität, eigentlich nicht mein Standard.

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