Osterlachen

Liebe Gemeinde,

nein, keine Angst, meine Osterpredigt veröffentliche ich hier nicht. Aber dennoch komme ich nicht umher, mein Lieblingsthema an Ostern anzuschneiden: das Lachen. Ha, ha, – werden einige meinen -, das geht weiter: Ha…lleluja. Und da müsste noch irgendwas ernstes folgen, wie: Surrexit dominus vere. Eben in dieser toten Sprache. Das klingt dann auch gleich sakraler. Aber lassen wir das…

Das Mittelalter wird oft in düsteren Farben gemalt. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass es so weit weg ist, wie die Landung von Armstrong auf dem Mond. Und da vermuten ja viele, dass das auch ein Fake war. Dennoch waren die Menschen an Ostern „erlöster“. Zumindest haben sie es damals so empfunden. In unserer heutigen Zeit schauen die Menschen drein, als gäbe es keine Erlösung. Es zählt immer nur das, was man sieht und das sieht manchmal gar nicht so gut aus.

Das Osterlachen ist ein alter Brauch, der erst heute langsam wiederentdeckt wird. Auch wenn er im Mittelalter ausartete: Pfarrer, die gackern wie Hennen, Grimassen schneiden oder Witze erzählen: Das war jedenfalls zu Ostern keine Seltenheit. Die Kanzel wurde zur Bühne. Alles war erlaubt, was die Gläubigen zum Lachen brachte: Christus ist auferstanden, der Teufel hat nichts mehr zu Lachen, die Erlösten umso mehr.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Osterlachen verboten: Zu klamaukhaft schien es den Kirchenherren. Lachen töte die Furcht, so sagt es schon der alte Horge in „Der Name der Rose„. Damals dachte man, wenn es keine Furcht mehr gibt, wird es keinen Glauben mehr geben. Wenn über alles gelacht wird, dann am Ende auch über Gott?!

Heute wird das Osterlachen zu recht wiederentdeckt in vielen Gemeinden. Auch in evangelischen Kreisen. Der evangelische Theologe Karl Barth schreibt: „Ein Christ treibt dann gute Theologie, wenn er im Grunde immer fröhlich, ja mit Humor bei seiner Sache ist. Nur keine verdrießlichen Theologen! Nur keine langweiligen Theologen!“ Und so fordern Predigten in Versform und Witze dazu auf, sich selbst, die eigene Kirche und alles, was allzu wichtigtuerisch daherkommt, auch mal mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Das hört sich ein bisschen wie Karneval an Ostern an, hat aber eine ganz andere Intenstion [Red.: aufgrund eines Hinweises geändert].

"Möchte der Herr nicht lieber einen Einzeltisch? Oder wartet er auf jemanden?" Bild: © Gerhard Glück/Lappan Verlag

Und da ich kein Rheinländer bin und ich an Ostern und auch sonst nicht gerne schunkel, gebe ich nur ein paar kleine Anekdoten preis, die ich dieses Jahr den Leuten verzählt habe:

Ein rheinischer Bischof hat seinem Papagei beigebracht, ihn lautstark mit dem Ruf „Guten Morgen, Herr Bischof!“ zu begrüßen. Als er zum Kardinal ernannt wird, scheitern alle Versuche, dem Vogel das neue Wort beizubringen. Schließlich wird es dem Kardinal zu bunt, er legt seine Gewänder an, nimmt Mitra und Hirtenstab, um dem Papagei Ehrfurcht zu lehren. Verdutzt schaut der Vogel ihn an, legt den Kopf schief und ruft: „Kölle Alaaf!“

Die Ehefrau kommt vom Klassentreffen, das schon mittags begonnen hat, sehr, sehr spät nach Hause. Der Ehemann ist sauer und meint: »Willst du mir etwa erzählen, daß euer Treffen von heute Mittag bis jetzt gedauert hat?« – »Aber ja«, meint sie, »weißt du, jedes Mal, wenn eine gegangen ist, wurde so viel Negatives über sie erzählt, daß ich nicht gewagt habe, früher zu gehen!«

Aller guten Dinge sind drei:

Ein Missionar tauft einen sog. Heiden und sagt zu ihm: „Von nun an mein Sohn heißt Du nicht mehr Kevin, sondern Paul. Paul, in Zukunft soll es Dir besser gehen und du sollst freitags von nun ab nur noch Fisch essen.“ Am darauffolgenden Freitag besucht der Missionar den Getauften und sieht ihn bei einem schönen Steak sitzen. „Paul, ich habe Dir doch gesagt, heute ist Freitag. Warum isst Du dann dieses Steak?“ „Vater“, antwortet der frisch Getaufte, „Paul hat Wasser genommen es über das Fleisch gegossen und gesagt: Von nun an sollst du nicht mehr Steak heißen, sondern Fisch.“ (Nicht nur für Köche unter den Bloggern.)

Amen. Halleluja.

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