Bin ich ein Schaf?

Fühlen Sie sich noch angesprochen, wenn so mancher Pfarrer von den „Schäfchen“ in seiner Gemeinde spricht? Oder wie es mir auch schon bei Krankenbesuchen gegangen ist, wo die Frage kommt: „Na, wollen Sie nach den Schäfchen schauen?“ Vielleicht ist es auch ein bisschen ironisch gemeint, aber die Frage zielt auf das Bild des Hirten ab, des guten Hirten. Es ist faszinierend, wie ein solches Bild sich in den Köpfen festgesetzt hat.

Die Menschen möchten selbstbestimmt und keine dummen, willenlosen Schafe sein. „Ich bin frei und kann mich entscheiden!“ lautet manches Glaubensbekenntnis.Eigentlich denke ich ja auch so. Frei und eigenständig sehen, urteilen, handeln.

Das heutige Evangelium ist ein Selbstbild Jesu als guter Hirt, das in die Stelle mündet (Joh 10,10): „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Was bedeutet das für uns? Was können wir für uns heute daraus mitnehmen?

Die Schafe, die zum Hirten Jesus gehören, zeichnet dreierlei aus:

1. Sie sind Jesus übergeben worden zu treuen Händen. Wie auch wir Menschen Lehrern, Ärzten und anderen Menschen anvertrauen, so hat uns Gott Jesus anvertraut. Nur dass wir Gott eher vertrauen können als Menschen.

2. Sie haben sich auf Jesus eingelassen. Deshalb erkennen sie seine Stimme. Die Schafe wissen, dass es ihnen bei diesem Hirten gut geht. Er kennt ihre Anliegen. Er weiß um die guten Weideplätze. Er kann Schutz in der Nacht geben. Er ist all das, was das Leben sicher und geborgen macht. Er hat eine Ahnung von der Zukunft für sie. Jesus gebraucht dafür das Wort: „Ich gebe ihnen ewiges Leben!“

3. Sie haben eine tragende Zukunft! Wähle das Leben und nimm das Angebot von Ostern an. Mach aus dem, was da geschehen ist, dein persönliches Anliegen! Das Leben lässt sich finden. Viele Menschen haben Sehnsucht nach dem wahren Leben.

Der heutige Sonntag zeigt uns jede Menge Ziele und Möglichkeiten auf, wie wir dieses Leben in Fülle finden können. Und damit sind nicht nur die Berufungen zum Priester- oder Ordensleben gemeint, die mit dem Guten-Hirten-Sonntag für gewöhnlich in den Blick genommen werden. Die Möglichkeiten sind nur so gut, wie wir von ihnen Gebrauch machen. Das Ziel ist nur so gut, wie wir es in Blick nehmen. Der Ruf Gottes ergeht an uns – in welcher Weise werde ich darauf antworten?

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