Maria – Mutter der Glaubenden und Urbild der Kirche

Der Marienmonat – wie der Mai auch in frommen katholischen Gebieten genannt wird – neigt sich dem Ende entgegen. Auch wenn ich mich gerade nicht zu den glühendsten Marienverehrern zähle, muss ich mit Martin Luther sagen: „Sie ist mir wert die liebe Frau.“ (Btw.: Kann den Ausspruch nicht wirklich belegen. Vielleicht kann mir da jemand helfen?)

Es ist belegt, dass Maria als Vorbild aller Glaubenden anzusehen ist: Als die Hirten erzählten, was sie von den Engeln über dieses Kind erfahren haben, sagt Lukas über sie aus: “ Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“
(Lk 2,19) Viel ist weiter über Maria nicht geschrieben bei den Evangelisten. Sie stand mit Johannes und mit einigen Frauen unter dem Kreuz, während die Jünger alle abgehauen waren und Petrus bitterlich weinte, weil der den Herrn verleugnet hat, drei Mal. Dann lesen wir noch: Nachdem sich die Jünger von Jesus verabschiedet hatten und er von ihnen weggenommen worden war, gingen sie in ein Haus – und weil die Apostelgeschichte von einem „Obergemach“ spricht, meint die Tradition, es müsse der Abendmahlssaal sein – und „verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.“ (Apg 1,14) Auch hier zeigt sich die Beharrlichkeit Marias im Gebet. Darin sollte sie allen Christgläubigen ein Vorbild sein. Kurz darauf ist die Erzählung des Pfingstwunders, die Ausgießung des Heiligen Geistes auf alle Versammelten, angesiedelt, in der auch erstmals wieder die Apostel mitsamt dem Petrus aktiv werden. Pfingsten wird allgemein als Geburtstag der Kirche anggesehen. Alle treten heraus aus der Dunkelheit des Abendmahlssaales an das Licht der Weltöffentlichkeit. Auch Maria. Obwohl davon schon nichts mehr berichtet wird.

Maria glaubte dem Wort Gottes, der Verheißung des Engels und der Verkündigung ihres Sohnes, dessen Weg sie stets mitging, weit über das Kreuz hinaus. Und so wurde sie für alle Christen nicht nur die Mutter der Glaubenden sondern auch das Urbild der Kirche. Wie Maria ihrem Sohn nachgefolgt ist, so sollen auch wir Christen Jesus nachfolgen in der Kirche, die mehr ist, als dass worauf sie heutzutage gern reduziert wird: struktureller und institutioneller Rahmen.

Heilige Maria, Mutter Gottes, hilf uns den Glauben an den liebenden Gott zu festigen und zu erhalten. Maria sei uns immer ein Bild der erlösten Menschen. Gütiger Gott, mache uns, deine Kirche, diesem Bild immer ähnlicher und nimm uns auf in deine Herrlichkeit. Durch Christus unseren Herrn. Amen.

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4 Kommentare zu „Maria – Mutter der Glaubenden und Urbild der Kirche“

  1. Das Zitat müßte richtig „Sie ist mir lieb, die werte Magd“ lauten, ein Lied Luthers, wobei mit Magd nicht in erster Linie Maria, sondern die Kirche gemeint ist – wenngleich Luther diverse Motive spätmittelalterlicher Marienfrömmigkeit aufgreift.
    Es gibt dazu übrigens eine schöne Vertonung von Michael Prätorius.

  2. Wo hat Christus solch einen religiösen Seitenweg und Unsinn verbreitet?

    Die falschen Propheten müssen erst nicht kommen,sie sind schon da,
    von Anfang ihrer Gründung in Mailand 312.n.Chr.

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