Bonifatius – Apostel der Germanen und Vater Europas

Liebe Gemeinde,

das Leben des Hl. Bonifatius, ist sehr vielgestaltig. Als einer der Patrone des Bistums Erfurt ist er mir persönlich auch ein bedeutender Heiliger, der mich auf wichtige Grundlagen des Christseins in der heutigen Zeit verweist. Drei Punkte möchte ich aufgreifen, die mir in seiner Biographie wichtig erscheinen und die auch uns helfen können, den Auftrag Christi zu erfüllen: „… geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, …“ (Mt 28,19):

1. Pilgerschaft (Peregrinatio). Heute ist Pilgern wieder modern. Viele Menschen bevölkern den sog. Jakobsweg, als wäre es der einzige Weg zum Heil. Der moderne Mensch ist mobil. Um zum Arbeitsplatz zu gelangen pendeln viele Menschen hunderte von Kilometern. Aber all das ist noch nicht der Kern dessen, was Peregrinatio meint. Peregrinatio hat etwas mit Abschied und Aufbruch zu tun, aus unseren Alltäglichkeiten, zu neuen Zielen. Bonifatius hat den Schutz seiner Familie und Verwandtschaft verlassen und ist in die Ungewissheit ja in die Unsicherheit aufgebrochen, um eine Isolierung unter den Menschen aufzubrechen. Er ist wirklich zu allen Menschen gegangen, um ihnen das Evangelium zu verkünden. Das ist leichter gesagt als getan. Dazu musste er viele Mauern überspringen. Zur Peregrinatio gehört auch das Wissen, dass wir eigentlich immer in dieser Zeit vorläufig leben, dass wir immer auch mit Bruchstücken zu tun haben, dass wir uns immer wieder auch korrigieren müssen, dass wir unterwegs sind um zu lernen, dass wir immer wieder neu Horizonte erschließen Wir sind davon geprägt, unterwegs zu sein, nichts festhalten können. Wir leben in einem dauernden Abschied nehmen müssen. So sollten wir dieses Unterwegssein, diese Peregrinatio, in unserer Zeit verstehen.

2. Die Leidenschaft für die gleiche Würde aller Menschen. Bonifatius war davon geradezu besessen. Unterschiede in Macht und Besitz dürfen nicht das Ansehen und die Würde eines Menschen bestimmen. Das Evangelium ist allen zugesagt. Das hat Bonifatius auch immer gegenüber den Mächtigen verkündet. Auch wir müssen in unserer globalisierten Welt heute immer darauf verweisen, dass die letzte, von Gott bestimmte Würde den Menschen zu lassen ist. Das diese respektiert und zu verteidigen ist.

3. Voller Einsatz, ohne Aussicht auf Erfolg. Der erste Versuch seiner Mission scheiterte kläglich. Dennoch versuchte er es erneut mit einer Lizenz aus Rom, die ihm auch bei den weltlichen Machthabern zumindest eine gewisse Hilfe zusicherte. Dennoch litt Bonifatius sehr darunter, dass er sich übergangen fühlte. Er fühlte sich an den Rand gedrängt. Es war außerordentlich schwer, ungeeignete Bischöfe abzusetzen. Er war deshalb manchmal geradezu verzweifelt. Dennoch, hat er sehr viel mehr erreicht, als er selbst wissen und ahnen konnte. Deswegen sprechen wir heute in den Forschungen vieler Länder davon, dass er das christlichen Europa grundgelegt habe, dass er Vorläufer und Baumeister sei, Vater Europas.

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