Papstgegner wollen eine „religionsfreie“ Zone

Wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet, will ein Bündnis von Kritikern und Gegnern der katholischen Kirche am 23. und 24. September in Erfurt gegen den Besuch von Papst Benedikt XVI. protestieren mit einer Demonstration und einer „religionsfreien“ Zone. Einer der Organisatoren der Aktionen sagte der Nachrichtenagentur dapd, man sei gegen das „Brimborium um das Oberhaupt der Katholiken“.

Unter dem Motto „Heidenspaß statt Höllenangst“ wollen Kritiker der Katholischen Kirche in Erfurt demonstrieren. Hier solle „der Vorsitzende eines zutiefst reaktionären Vereins öffentlich gefeiert werden“. Der Papst propagiere ein überholtes Familienkonzept, in dem sich die Frau unterordnen müsse. Zudem wettere das Kirchenoberhaupt gegen die Ehe von Homosexuellen. Gleichzeitig habe er den britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson rehabilitiert.

Am Tag der Ankunft des Papstes in Erfurt will das Bündnis, das unter anderem von Homosexuellen-Verbänden, Hochschulgruppen und Aktivisten aus dem linken Spektrum getragen wird, unter dem Motto „Heidenspaß statt Höllenangst“ in der Innenstadt demonstrieren. Am Vormittag des 24. September will das Bündnis auf dem Anger eine „religionsfreie Zone“ einrichten, während unweit davon auf dem Domplatz eine Heilige Messe abgehalten wird.

Angesichts der geplanten Proteste gegen den Papstbesuch in Thüringen, aber auch in Berlin und Freiburg, hat die Katholische Deutsche Bischofskonferenz am Freitag einen „fairen Umgang“ mit dem Papst angemahnt. Ihr Sprecher Matthias Kopp sagte. „Proteste kann man nicht ablehnen, aber wir erwarten einen fairen Umgang“. Das bedeute, der Kirche und dem Papst mit Respekt zu begegnen und die Feier der Gläubigen nicht zu stören.

via Bündnis will „religionsfreie Zone“ in Erfurt einrichten | MDR.DE.

Sicher werden es nicht solche Bilder, wie man sie von den Protesten auf dem WJT in Madrid kennt und sehr schön kommentiert auf den Klosterneuburger Marginalien sehen kann, aber dennoch werden unsere militanten atheistischen Mitbürger – größtenteils entweder der radikalen linken Szene oder der gymnasialen Agnostikerzirkel angehörig – wieder einige Querschläger loslassen. Und diese werden wieder viel vom Intellekt der Leute erkennen lassen.

Allerdings muss man auch dem Bischof Wanke recht geben, der gesagt haben soll, er habe Verständnis, das sich Menschen an den Positionen seiner Kirche reiben. Die sexualethischen Weisungen der Kirche könnten „schon irritieren, die ganze Bibel kann irritieren“. Das Zitat ist jedoch nicht gesichert. Die Freiburger Stadtverwaltung sowie die Behörden in Erfurt haben die beantragten Protest- und Infostände noch nicht genehmigt. Ein Bündnis von 23 Gruppen will der Stadt Freiburg kurz vor dem Papstbesuch Tausende Unterschriften übergeben, um zu verhindern, dass sich Benedikt XVI. in das Goldene Buch der Stadt einträgt. In Berlin erwartet das papstkritische Bündnis von mittlerweile 54 Organisationen am 22. September eine Demonstration von 15.000 bis 20.000 Menschen während der Rede des Heiligen Vaters im Bundestag. Der notfalls auf einer anderen Strecke stattfindende Protestzug soll von einem Papamobil mit einem Gegenpapst und einer Gegenpäpstin angeführt werden, gefolgt von Musik- und Tanzgruppen auf Tiefladern, Fußgruppen, Demo-Blöcken mit Nonnen und Mönchen im Stil des Christopher Street Days.

Die Meinungsfreiheit ist eine unumstößliche Errungenschaft der Demokratie. Dennoch müsste man – und das ist meine Meinung – manche Menschen auf ihren Geisteszustand untersuchen, bevor sie die Öffentlichkeit vergiften können mit ihrer „vernünftigen“ Meinung. Die Diskussion über Vernunft würde sich in vielen Fällen bei einer eingehenden Untersuchung von selbst erübrigen.

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2 Kommentare zu „Papstgegner wollen eine „religionsfreie“ Zone“

  1. Auch an dieser Stelle sei angemerkt: diese 15 bis 20.000 erwarteten Demonstranten scheinen eine reine Ausgeburt der Phantasie. Jedenfalls gibt es für diesen Zahlenspekulatius keine Grundlage. Zu einer Demo vor dem Haus der DBK neulich sind höchstens 50 Leute gekommen.

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