Evangelische Kirche dämpft Erwartungen an Papstbesuch

Quelle: dapd

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) relativiert die Erwartungen an den Papstbesuch. Das Gespräch und der gemeinsame Gottesdienst im Erfurter Augustinerkloster seien nicht der Ort für Überraschungen, sagte EKD-Vizepräsident Thies Gundlach am Donnerstag in der thüringischen Landeshauptstadt. Gleichwohl erhoffe er sich eine Art Initialzündung auf dem Weg zu gemeinsamen Formulierungen beider Kirchen für das anstehende Reformationsjubiläum 2017.

Benedikt XVI. sei ein brillanter Theologe. Daher sehe er auch gespannt auf die Bibelauslegung des Papstes während des Gottesdienstes. Allein der Vollzug des gemeinsamen Gottesdienstes sei ein Zeichen, “das nicht zu unterschätzen” sei.

Nach Ansicht von Andreas Lindner vom Martin-Luther-Institut der Uni Erfurt wird der Papst durch den Besuch einer wichtigen Lebensstätte des späteren Reformators auch Teil des Reformationsjubiläums. Im Augustinerkloster habe Luther versucht, sich durch gottgefälliges Leben “den Himmel zu verdienen und scheiterte”. Damit “wurde im Augustinerkloster gesät und in Wittenberg geerntet”, sagte Lindner mit Blick auf den späteren Thesenanschlag.

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM), Ilse Junkermann, erinnerte daran, dass sich die enge Verbindung beider Konfessionen in der DDR durch die Einbindung in die jeweiligen Kirchen nach der Wende zumindest wieder etwas gelockert habe. Zumindest auf Ebene der Landeskirchen gebe es aber weiter große Gemeinsamkeiten.

Vom anstehenden Papstbesuch erhoffe sie sich auch eine Stärkung der Katholiken in Thüringen und Ostdeutschland. Es sei gut für das Miteinander, wenn der Schwächere gestärkt werde, sagte sie. Dies werde die Ökumene beleben. Zugleich werde der bundesweite Blick auch auf die Leistungen der in der Minderheit lebenden Gläubigen.

Derweil gaben beide Kirchen am Donnerstag die Teilnehmer für die Gesprächsrunde bekannt. Unter den 40 Teilnehmern sind demnach unter anderen für die evangelische Kirche der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider, die Präses der Synode, Katrin Göring-Eckardt, sowie Landesbischöfin Ilse Junkermann. Vertreter der katholischen Seite sind Papst Benedikt XVI., Kardinalstaatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone, der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sowie der Erfurter Bischof Joachim Wanke. Insgesamt entsenden beide Seiten jeweils 20 Vertreter.

via Evangelische Kirche dämpft Erwartungen an Papstbesuch – Erfurt.

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