Allerheiligen – Allerseelen

Nein, der Feiertag, der hier im Osten der Republik begangen wurde, heißt nicht Halloween. Es ist der Reformationstag. Der hat nur  indirekt etwas mit Halloween zu tun. Am Vorabend zum Hochfest Allerheiligen soll Martin Luther, der Legende nach, seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. Historisch lässt sich das nicht nachweisen. Dennoch gilt dieser Tag in den protestantischen Kirchen als Beginn der Reformation.

Halloween bedeutet ursprünglich: All Hallows‘ Eve (Vorabend von Allerheiligen). Die Bräuche der katholischen Iren wurden durch die Übersiedlung derselben in Amerika verfremdet und zu einem der beliebtesten Feste in den USA, vor allem bei den Kindern. Nebenbei gesagt: Eine doppelte Verfremdung ist der seit einigen Jahren einsetzende Reimport nach Europa.

Das Allerheiligenfest, das sich von Rom aus verbreitete, wurde ursprünglich allerdings am 13. Mai gefeiert, das Datum wurde erst von Papst Gregor III. und endgültig von Gregor IV. auf den 1. November verlegt. Wesentliche, auch im heutigen Brauchtum noch erkennbare Aspekte von Allerheiligen und Allerseelen und damit auch Halloween beziehen sich auf die Vorstellung des Fegefeuers und in dem Zusammenhang dem Bedürfnis, der Seelen Verstorbener in diesem Zwischenstadium zu gedenken oder ihre baldige Erlösung zu erbitten.

Dieser Aspekt steht jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr ist in den letzten Jahrzehnten der Gedächtnis- und Fürbittcharakter dieser Feste mehr und mehr bedeutsam geworden. Wir gedenken der Heiligen, ihres Vorbildes für unser christliches Leben und unser eigenen Heiligkeit durch die Hl. Taufe, die wir empfangen haben. Aber wir blicken auch auf das, was uns noch von der Gemeinschaft aller Heiligen trennt und bitten um Vergebung und Fürsprache bei Gott. Das tun wir auch, wenn wir uns auf den Friedhöfen versammeln und unser Verstorbenen gedenken, die uns in unserem Leben sehr lieb waren, die eines gewaltsamen Todes in Kriegen, durch Naturkatastrophen oder durch Unfälle gestorben sind. Beten wir auch für jene, die Gott gesucht haben und an die heute niemand mehr denkt. Auch wenn wir ihre Namen nicht kennen, so hoffen wir, dass Gott sie mit unseren eigenen Namen und den Namen unserer geliebten Verstorbenen im Buch des Lebens eingeschrieben hat.

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