Schwerter zu Pflugscharen

Die Ökumenische Friedensdekade ist wieder in vollem Gange und findet erwartungsgemäß kaum Zuspruch. Die Zeiten haben sich geändert? Vielleicht auch; aber entscheident ist: Die Menschen haben sich geändert. 1980 wurde die damals noch als „Friedenswoche“ bezeichnete Aktion auf Anregung der Vollversammlung des EYCE (Ökumenischer Jugendrat in Europa) in Ost- und Westdeutschland ins Leben gerufen. In den 80-er Jahren hat die Friedensdekade wesentlich zur Entwicklung der Ökumene und später dann auch zum Zusammenbruch der DDR beigetragen. Zur Geschichte der Friedensdekade ist eine gute Kurzbeschreibung auf der Homepage der Veranstaltung zu finden.

Mir kommt es aber darauf an, die Friedensdekade und ihre Bedeutung für christliche Jugendliche in der DDR darzustellen. Die 80-er Jahre waren in der DDR geprägt von der zunehmenden Mangelwirtschaft, vom Kalten Krieg und der immer präsenten Angst vor einem Atom- oder Dritten Weltkrieg. Jugendliche in allen Kirchen waren engagiert in verschiedensten Gruppen, die sich um Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung bemühten.

Das Symbol: „Schwerter zu Pflugscharen“ war von Anfang an das Symbol der Friedensdekade und der Friedensbewegung schlechthin, vor allem auch deshalb, weil es der DDR-Regierung ein Dorn im Auge war. Dieses Engagement kann man gar nicht genug hervorheben, denn in der heutigen Zeit wäre so ein flächendeckendes, politisches Auftreten kaum noch möglich. Selbst die Probleme, die wir heute erkannt haben: Probleme der Globalisierung, Klimawandel, Terrorgefahr und Krieg in muslimisch geprägten Ländern, Cultural Clash, Finanz- und Bankenkrise (und in diesem Zusammenhang das Wiederentdecken des Wesens des Kapitalismus) werden zwar von unterschiedlichen Aktionsgruppen ins öffentliche Bewusstsein gehoben, aber nicht in dem Maße, wie das in den 80-ern bei Jugendlichen der Fall war. No-Future-Bewegung und auch der steigende Wohlstand und die nicht beachtete zunehmende Armut ließen die politischen Aktivitäten von Jugendlichen ins Private, Nicht-Öffentliche abgleiten.  Nicht nur Religion wird immer mehr zur Privatsache (das wurde im übrigen auch schon durch die Sozialisten in der DDR propagiert) sondern auch das politische Interesse und Engagemant. Die Friedensdekade wurde von vielen evangelischen Jugendlichen und Ende der 80-er auch von katholischen Jugendlichen getragen und entschieden mitgestaltet.

Die Veranstaltungen der diesjähriges Dekade bundesweit findest du hier.

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