Gottschalk

Der Thomas macht seinem Namen alle Ehre. Redet unverblümt über seinen Glauben. Und was ich da lesen konnte, da kann sich so mancher Christ ’ne Scheibe abschneiden: „Frohe Botschaft – das nehme ich ernst„. Der Name Gottschalk bedeutet ‚Gottesknecht‘, es setzt sich aus den althochdeutschen Wörtern got für ‚Gott‘ und scalc für ‚Knecht‘, ‚Diener‘ zusammen. So sollten auch Politiker – zumindest in einer der C-Parteien – überlegen, inwiefern der Glaube in ihrem Leben noch eine Rolle spielt. Im übrigen zitiere ich diesen Atheistenblog nicht, der mich auf diesen Artikel brachte. Die Kommentare zeugen von hirnlosem Mist, dem der Verfasser auch nicht widerspricht. Und Gülle sollte bleiben wo sie ist und nicht noch verbreitet werden.

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9 Kommentare zu „Gottschalk“

  1. So ein bisschen sonderbar sind Gottschalks Äußerungen aber schon auch, falls sie richtig wiedergegeben sind, oder?

    Gottschalk sei sehr von der Reaktion des Studenten sowie von dessen Familie beeindruckt gewesen. „Die haben eine große Frömmigkeit und einen festen Glauben“, sagte der Moderator.

    Wäre er von der Reaktion weniger beeindruckt gewesen, wenn die Familie aus Atheisten bestünde? Ist fester Glaube an sich was Beeindruckendes?

    Vor allem das Gebot der Nächstenliebe sei für ihn von großer Bedeutung. In seiner persönlichen Umgebung versuche er, „die wesentliche Anforderung des Christentums zu erfüllen: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Und das wolle er nicht nur theoretisch machen, sondern auch in der Praxis umsetzen. „Ich will für meine Frau und meine Kinder, wenn sie mich brauchen, genauso da sein wie für alle anderen, für die ich verantwortlich bin, Putzfrau oder Gärtner.“

    Er will für seinen Gärtner und seine Putzfrau genauso da sein wie für seine Frau und seine Kinder?
    Ich bin nicht sicher, was ich davon hielte, wenn es so wäre – wahrscheinlich nicht besonders viel -, aber mal ehrlich: Kaufst du ihm das ab?

    1. Als religiöser Mensch kann ich da nichts sonderbares feststellen. Menschen mit einem festen Glauben, die dazu auch noch stehen, werden doch heute durchleuchtet bis zum Geht-Nicht-Mehr. Und wenn du auch noch zugibst, du hättest mit ihnen gebetet, dann halten dich doch alle gleich für einen Spinner, so wie du es Gottschalk nicht abkaufst, dass er sich an das Prinzip Nächstenliebe hält. Im übrigen kommt die Meinung des Satzes: „Ich will für meine Frau und meine Kinder, wenn sie mich brauchen, genauso da sein wie für alle anderen, für die ich verantwortlich bin, Putzfrau oder Gärtner.“ besser raus, wenn man die Personen umdreht. Denn so ist es gemeint: ‚Ich will für die Putzfrau und den Gärtner und für alle anderen … genau so da sein, wie für meine Frau und meine Kinder, wenn sie mich brauchen.‘ Das ist in der Tat ein nicht so glücklich formulierter Satz von ihm.
      Ansonsten kauf‘ ich ihm das ab. Er hat schon hier und da immer mal durchscheinen lassen, dass er Messdiener gewesen ist und dass er seinen Glauben nicht an die große Glocke hängt. Wer öffentlich bekennt, dass er ein aktiver Christ ist, steht heute unter Verdacht ein Heuchler zu sein … Aber, um es abschließend zu sagen: Thomas Gottschalk war deshalb so fasziniert, eine große Frömmigkeit und einen festen Glauben zu finden, weil er meint, dass sein Glaube nicht so ist.

      1. Als religiöser Mensch kann ich da nichts sonderbares feststellen.

        Du findest es nicht sonderbar, wenn jemandem seine eigene Familie nicht wichtiger ist als sein Gärtner? Na gut, dann haben wir da wohl wirklich einfach eine unterschiedliche Wahrnehmung.
        Dass er Christ ist, glaube ich ihm sofort, aber den Teil kaufe ich nicht. Nicht, dass es mir besonders wichtig wäre.

        Als religiöser Mensch kann ich da nichts sonderbares feststellen. Menschen mit einem festen Glauben, die dazu auch noch stehen, werden doch heute durchleuchtet bis zum Geht-Nicht-Mehr. Und wenn du auch noch zugibst, du hättest mit ihnen gebetet, dann halten dich doch alle gleich für einen Spinner, so wie du es Gottschalk nicht abkaufst, dass er sich an das Prinzip Nächstenliebe hält

        Na, das sind zwei verschiedene Sachen. Das mit dem Gebet halte ich in der Tat für Spinnerei, aber nicht, weil ich ihn für unehrlich halte.

        Thomas Gottschalk war deshalb so fasziniert, eine große Frömmigkeit und einen festen Glauben zu finden, weil er meint, dass sein Glaube nicht so ist.

        Mag ja sein, aber mir ist eben nicht klar, was daran ihn beeindruckt. Ich bin doch auch nicht beeindruckt, wenn jemand fest an die Schwerkraft glaubt, oder einen unverrückbaren Glauben an humanistische Ideale hat.
        Ich finde, dass eigentlich nur Leistungen sinnvollerweise beeindruckend sein können, nicht Meinungen.
        Oder geht es vielleicht weniger um die Überzeugung von der Wahrheit seiner Glaubenssätze, sondern mehr um den Vertrauen in die guten Absichten seines Gottes? Aber da würde ich auch wieder nicht verstehen, inwiefern Vertrauen an sich jemanden beeindruckt.

        1. Hm, lass mich mal überlegen, von was oder von wem ich in meinem Leben schon fasziniert war: Meine Mama – da war ich aber noch klein; meine Oma mütterlicherseits, die hatte immer für mich Zeit; später habe ich dann erfahren, dass sie sehr krank war, das hat mich auch sehr beeindruckt, weil man ihr das gar nicht angemerkt hat. Wenn das als „Leistung“ angesehen werden kann?
          Glaube an sich ist keine Leistung, aber wie ich diesen lebe schon. Wir nennen das die Werke oder Früchte des Glaubens. Frömmigkeit ist auch ein solches Werk des Glaubens, auch wenn man es in gewisser Weise nicht als „Leistung“ messen kann. Wenn jemand einen Menschen wegen seines festen Glaubens lobt, dann verweise ich hiermit auf die Menschen, die Katholiken als Heilige bezeichnen, Vorbilder im Glauben. Der erste dieser Menschen, die wegen ihres Glaubens an Jesus sterben mussten, war Stephanus. Die Geschichte kannst du nachlesen in der Bibel: Apostelgeschichte im 6. und 7. Kapitel. Wenn ein religiöser Mensch sagt, er findet einen festen Glauben beeindruckend, so ist das in dem Sinne gemeint, dass er das Leben dieser Menschen interessant und faszinierend findet, so wie du vielleicht Menschen beeindruckend findest, nicht unbedingt wegen ihrer messbaren Leistungen, sondern weil du sie liebst. Liebende lieben einander nicht wegen ihrer Leistung, das wäre paradox.

          1. Ich kenne die Geschichte, und deine Erläutung (Werke oder Früchte) leuchtet mir ein. Mir ist jetzt der Unterschied nicht ganz klar.
            Was das Thema Liebe angeht, kann ich mir gut vorstellen, dass es Menschen anders geht als mir, oder zumindest so vorkommt, aber ich jedenfalls finde niemanden beeindruckend, weil ich ihn liebe, sondern handhabe das umgekehrt.

  2. Ein fester Glaube und eine gro0e frömmigkeit sind in der heutigen Zeit ganz sicher etwas besonderes. Im übrigen braucht uns die Frage ob man Herrn Gottschalk soetwas abnehmen kann eigentlich nicht weiter interessieren. Was sich in seinem Herzen abspielt, geht nur ihm und Gott etwas an.

  3. Hast Du das zitierte Spiegel-Interview gelesen? Es ist leider nicht in der Online-Ausgabe, aber ich hab mal eine Passage bei Stanislaus rauskopiert:

    „Spiegel: Die Kirche hätte nicht ein solch großes Nachwuchsproblem, wenn sie nicht die halbe Menschheit vom Priestertum ausschließen würde. Sollten auch Frauen geweiht werden dürfen?

    Gottschalk: Da muss ich jetzt mal aufhören, den Netten zu geben, jetzt geht’s ans Eingemachte. Diesem Konstrukt der katholischen Kirche, einer über 2000 Jahre gewachsenen und damit doch sehr konservativen Veranstaltung, ist meiner Meinung nach nicht damit geholfen, dass man sagt: Jetzt lass doch mal die Mädels ran. Ich persönlich habe schon geschluckt, als ich erstmals Ministrantinnen in Turnschuhen gesehen habe.

    Spiegel: Wegen des Geschlechts oder wegen der Turnschuhe?

    Gottschalk: Nicht wegen der Turnschuhe.“

    Grüße

    1. Na, wie schon gesagt: Gottschalk ist kein „Berufschrist“ aber in der Hinsicht eben ehrlich. Vielen Dank für das Zitat. Also es waren nicht die Turnschuhe, hm, was dann … ich denk und denk …. jetzt brauch‘ ich erstmal ein Getränk 😉

      Grüßle

  4. Ich versuch die Spiegel-Ausgabe noch zu bekommen..
    Da steht noch mehr interessantes drin. Stanislaus meinte, der Journalist würde Gottschalk einiges unterschieben wollen…

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