Wider die heidnischen Sitten – Teil 2

Der Advent beginnt. Oder sollten wir neuerdings diese Vorbereitungszeit auf Weihnachten VORWEIHNACHTSZEIT nennen. Manche evangelische Kollegen singen schon am 1. Advent zu irgendwelchen Singspielen: „Zu Bethlehem geboren“. Auf einigen Weihnachtsmärkten stehen Krippenfiguren, die drei Weisen aus dem Morgenland sind auch schon da. Für die eigentliche Weihnachtszeit bleibt kaum noch Puste. Für unsere religiös unmusikalischen Nachbarn endet sie schon am 25. Dezember nach dem Kaffetrinken.

Es gibt aber auch Weihnachtsmärkte die machen ihrem Namen alle Ehre. Nach einer kurzen Schließzeit zum Fest haben sie bis zum 6. Januar auch weiterhin geöffnet. Da sollten sich die Märkte eine Scheibe abschneiden, die zwar fleißig die Krippenfiguren zum 1. Advent in den unterschiedlichsten Kirchen segnen lassen und dann auch sichtbar ausstellen, aber spätestens am 23. Dezember ihre Pforten schließen. Unsere heidnischen Mitmenschen fragen sich zwar, warum der Weihnachtsrummel nach Weihnachten noch weitergeht, aber das ist eben der Punkt: Der Weihnachtsmann ist weg, das Christkind bleibt, unerkannt und zurückgezogen in den kirchlichen Raum, wo sich heute kaum noch jemand wundert, warum in vielen Kirchen die Krippe am 6. Januar abgebaut wird, in einigen aber bis zum 2. Februar stehenbleibt.

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2 Kommentare zu „Wider die heidnischen Sitten – Teil 2“

  1. Ein wahres Wort. Vor Jahren hab ich in einer Firma gearbeitet, die Besucher per Bildschirmbotschaft begrüßte. Da haben sie zwar erst ab ca. dem 17. Dezember „Frohe Weihnachten!“ – eigentlich hätten sie lieber … X-mas gehabt – draufgeschrieben, am 27. mokierte sich die Firmenleitung aber persönlich darüber, wieso es jetzt „immer noch“(!) da stünde. Da hab ich erstmals das Wort „Banausen“ verwendet.

    1. „Banausen“ ist eigentlich noch ein viel zu harmlos klingender Ausdruck für jene, welche die Säkularisierung des Weihnachtsfestes in einer a(nti)-religiösen Gesellschaft voranbringen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Wort „Vorweihnachtszeit“ vor 50 Jahren auch in den Medien noch Adventszeit hieß. Es ist also eine Wortschöpfung des Kommerz‘ und der Medien der letzten Generation (wenn man eine Generation mit 50 Jahren festsetzt). Und weil in dieser „Vorweihnachtszeit“ schon so viel gepowert wurde bleibt dann für die echte Weihnachtszeit nichts mehr; da ist die Luft schon nach dem 25.12 raus. IKEA gibt spätestens am 27.12. den Startschuss zum Weihnachtsbaum-rauswerfen.

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