Epiphanie – Erscheinung des Herrn

Oder wie man dieses Fest traditionell im deutschen Sprachraum nennt: Heilige Drei Könige (Dreikönigstag). Aber gerade das waren die Weisen aus dem Morgenland nicht. Wer diese legendären Geschenkebringer wirklich waren können wir nicht sagen. Dennoch ist es eine gute Tradition, dass an diesem Tag (oder im Dunstkreis) Sternsinger umherziehen und mehr oder weniger singen, vor allem aber Spenden einsammeln. Geld für andere Kinder. Auf der Seite: Sternsinger.org findest du alle Informationen zur diesjährigen Aktion: Projekte aber auch liturgische Bausteine für die Aussendundungs- oder/und Einholungsgottesdienste usw. Im Übrigen: Achtet auf die von der Pfarrei gestempelten und vom Pfarrer unterschriebenen Sammelausweise, wenn ihr die Truppe nicht kennt. Es sind leider auch einige Scharlatane unter den Sternsingegruppen, die sich ihr Taschengeld pimpen wollen.

Zum heutigen Evangelium: Da hören wir diese ganze Geschichte von den Magiern, die hier im deutschen Sprachraum, der lateinischen Tradition folgend, als drei gezählt und die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar erhalten haben. Die Einheitsübersetzung nennt sie „Sterndeuter aus dem Osten“. Im griechischen Original steht dort: „Μάγοι ἀπό ἀνατολών (Magier aus dem Osten)“. Da übersetzt Luther: „Weise aus dem Morgenland“. Wen man auch immer hinter dieser Gruppe suchender Menschen vermutet: Sie haben sich auf den Weg gemacht. Einen neuen Stern haben sie beobachtet, der ihnen den Weg nach Jerusalem gewiesen hat. Es wird ausdrücklich gesagt, dass es der persönliche Stern des neugeborenen Königs der Juden sei. Etwas Besonderes, Einzigartiges, weshalb sie sich auf den Weg gemacht haben, um ihn zu ehren.

„Huldigen“ – ein altes Wort, das heute nicht mehr en vouge ist, und das zu recht. Ich huldige doch niemandem, wem sollte ich auch huldigen: der Bundeskanzlerin? Dem König von Deutschland? Wer immer das mal gesungen hat? Eine Huldigung war im Mittelalter ein Lehnsversprechen, ein Treueschwur. Zur Zeit Jesu war das ähnlich; im Urtext lesen wir: „προσκυνησαι“ (Mt 2,2). Proskynese war eine Geste der Anbetung, Unterwerfung und Ehrerbietung, die im ganzen Alten Orient gepflegt wurde. Ich erinnere aber auch an solche Schwüre, die zu DDR-Zeiten recht viele als Huldigung in der Jugendweihe geleistet haben, den Treueschwur auf den sozialistischen Staat DDR, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, den Atheismus mit allen Mitteln zu verbreiten und Religion in jeder vor allem aber kirchlicher Form zu unterdrücken.

Jemanden die Ehre erweisen, hat etwas mit Respekt zu tun. Und gehört zur Huldigung und Anbetung dazu. Jesus, dem Herrn der Welt, Gottes Sohn, Alpha und Omega, vor aller Zeit seiend, in die Zeit geboren und in Ewigkeit mit dem Vater und dem Heiligen Geist herrschend. Dem sollen wir huldigen. Wir stehen in seiner Nachfolge, sind seine Gefolgschaft. Ihm haben wir uns verschworen, wenn man so will. „Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es …“ (1Joh 3,1) Durch die Magier aus dem Osten wurde der Welt der neue König kundgetan. Deshalb feiern wir „Epiphanie“, Erscheinung des Herrn. „Epiphania“ – auch ein altes griechisches Wort – bedeutet mehr als das bloße Sichtbarwerden, Erkennbarwerden. Gott ist in Jesus dieser Welt erschienen und die ganze damalige Welt (in den drei Magiern verkörpert) kommt zu diesem Gotteskind, um ihn als Gottes Sohn zu bekennen. So sollen auch wir uns ein Beispiel nehmen und unser ganzen Leben auf dieses göttliche Kind ausrichten, ihm uns weihen, allein ihn anbeten und huldigen.

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