Atheismus und Wissenschaft

Atheismus ist keine Wissenschaft

Im Posting: Auch das noch! habe ich auf einen etwas anderen Artikel zur Adventszeit verwiesen. Thorsten Beermann schreibt im zweiten Teil: Religion aus der atheistischen Perspektive: 2. Religion und Wissenschaft. Er geht von der etwas diffusen These aus: „Religion ist keine Wissenschaft“ Das ist zwar grundsätzlich richtig, wenn man nur auf die „empirischen“ sprich: die technischen Wissenschaften, die Sozialwissenschaften und die Naturwissenschaft schaut. Religion kann aber auch zum Gegenstand der Wissenschaft werden, wie auch Gott. Der Autor erkennt sein Manko selbst, indem er schreibt: „Natürlich gibt es auch nicht-empirische Wissenschaften, wie die Philosophie, bei der es eher um die Konstruktion von Gedanken geht, wobei die empirischen Sozialwissenschaften auch in diesem Bereich im 20. Jahrhundert gigantische Fortschritte gemacht haben, oder die Mathematik, in der sich Dinge zwar beweisen, aber nicht beobachten lassen.“ Dabei rechnet er der Frühzeit des Islams und des Judentums eine „reiche Debatten- und Interpretationskultur“ zu, dem Christentum aber nicht, wahrscheinlich aufgrund des Dogmatismusvorwurfs.

Auch im weiteren Verlauf des Artikels wird nicht deutlich, von welcher Art Wissenschaft der Autor ausgeht. Allein die Hypothese: „Es gibt wohl wenige Kräfte, die eine technische, philosophische und gesellschaftliche Entwicklung so lange und so massiv unterdrückt und verlangsamt hat, wie das Christentum über das gesamte europäische Mittelalter hindurch“ lässt sich auch nicht verifizieren, indem man der Katholischen Kirche massive Geschichtsfälschung vorwirft, wie es ein Kommentator macht. Im übrigen haben das auf den Atheismus aufbauende Systeme bis heute ebenso gemacht. Geschichte wird immer von Siegern geschrieben. Wie die vergangene NS- oder DDR-Zeit zu sehen ist, entscheiden nicht die Verlierer. In den Geschichtsbücher – zumindest in denen, die politisch korrekt sein wollen – stehen die Erzählungen der Gewinner, nicht allein die nackten Fakten. Geschichte ist eben auch keine reine empirische Wissenschaft.

Der Autor schreibt weiter: „Wissenschaft kann und will letztendlich keine Dogmen“. Das ist korrekt, es sei denn, man sieht die „Suche nach der Wahrheit“ nicht als Grunddogma jeder Wissenschaft an, die Suche nach dem, was diese Welt im Innersten zusammenhält. (frei nach Goethes Faust). Der Atheismus jedoch – da er ja keine Wissenschaft ist – kommt geradezu ohne Dogmen nicht aus. Das Grunddogma, das man in allen Veröffentlichungen erkennen kann: „Glaube heißt Nicht-Wissen und kann deshalb mit Wissenschaft nicht zusammengehen“ oder anders formuliert: Ohne Atheismus keine Wissenschaft – wenn das mal kein Dogmatismus ist. Betrachtet man die alten Kulturvölker, so kannten sie keinen Atheismus im (post)modernen Sinne und haben die Welt in vielen entscheidenden Dingen weitergebracht, die heute noch in den Schulen gelehrt werden. Auch wenn sie bei weitem nicht den heutigen wissenschaftlichen Arbeitsweisen genügen, stehen wir doch staunend vor den gewaltigen Resten dieser Zivilisationen und fragen uns, wie zum Beispiel haben sie die Pyramiden ohne einen Bauplan bauen können, oder: Was zum Geier ist die Sphinx? Wie bauten die Majas ihre Observatorien so exakt, dass sie annähernd modernen Sternenkarten entsprechen? Etc. pp.

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