Beten mit der Heiligen Schrift

Hirtenbrief des Erfurter Bischofs Joachim Wanke zur österlichen Bußzeit 2012

Nach guter alter Tradition schreiben uns die Bischöfe am Ersten Fastensonntag ein Wort der Erbauung und Betrachtung zum Beginn der Österlichen Bußzeit. Auch der Bischof Joachim Wanke aus Erfurt schreibt seinen Schäfchen einen Aufguß seines – immerhin guten – Hirtenwortes 2011. Dieses Jahr empfiehlt er über die allgemeine Gebetsschule noch das Gebet im Alltags mittels Schriftworten.

„Ich persönlich habe mit folgender Gebetspraxis gute Erfahrungen gemacht: dem Beten mit kurzen Schriftworten. Ich suche mir kurze Worte aus der Heiligen Schrift, die ich als Gebetsanrufungen in meinen Tag einbaue. Ich nenne diese Worte Situationsgebete. Sie beleuchten bestimmte Alltagssituationen und tauchen sie in ein neues Licht. Sie sind für mich so etwas wie geistliche  „Tiefenbohrungen“, besonders in Situationen, in denen es sehr profan zugeht und Gott weit weg zu sein scheint.“

So schreibt Bischof Wanke und nennt drei Beispiele:

1. Aus dem Breviergebet einen Vers aus Psalm 139 „Herr, du kennst mich!“ (V1). Dieses Wort begleitet ihn persönlich oft in Alltagssituationen, in denen er ein schwieriges Gespräch hat u.a. Es hilft vor „Verengung des Herzens“ und rückt die eigene Person auch in den Kontext der Schuld und warnt vor einseitiger Betrachtung der Dinge.

2. „Herr, ich möchte sehen können!“(Mk 10,51) Dieses Wort stammt aus dem Mund des Blinden Bartimäus. Der Bischof schreibt weiter dazu:

„Auch Bischöfe werden manchmal kritisiert. Schnell kann man in einer solchen Situation ärgerlich werden. Da kann ein solches Gebetswort helfen. Ich bitte darin um die Einsicht, vielleicht doch eigene Fehler und Schwächen zu erkennen und einzugestehen.“

3. Dieser Punkt ist eigentlich ein Sammelsurium von Schriftworten und zugleich die Schwäche des Briefes. Während der Bischof unter Punkt 1 und 2 ziemlich konkret sein Gebetsleben offenbart, hängt er hier zur eigenen Meditation lose wohl auch eigens verwendete Schriftworte an. Vielleicht wäre es besser gewesen hier noch ein spezielles Beispiel zu nennen. Nicht nur beim Vorlesen fällt einem der Wechsel des Predigtstils auf und macht es einem dadurch nicht leicht, diesen Brief flüssig zu verkünden.

Fazit: Nichts Neues unter der Sonne also.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s