Schämt euch

Der große Zapfenstreich für Bundespräsident Wulff wurde massiv von Leuten mit Vuvuzelas und Trillerpfeifen gestört. Schon zu allen Zeiten haben Menschen auf der Straße ihren Unmut gegen unbeliebte Herrscher kundgetan und waren dabei nicht zimperlich. Vor allem nach deren Tod, Sturz oder Verbannung wurden nicht nur Büsten, Kunstwerke und dergleichen, die auf sie hinweisen, zerstört; einen unbeliebten Papst hat der Plebs aus dem Grab ausgebuddelt und in den Tiber geworfen. Dass wir uns aber derart ins Mittelalter und noch davor zurückversetzen lassen müssen,  ist für mich nicht nachvollziehbar.

Diejenigen, die Aufrufen aus dem Internet folgen und zu nicht genehmigten Demonstrationen erscheinen, muss man strikt die Frage stellen, ob sie es für angemessen halten würden, wenn ich via facebook zu einem Pfeifkonzert vor ihrem Haus anlässlich der Silberhochzeit o.ä. aufrufen würde, nur weil das Gerücht im Umlauf ist, sie würden ihren Ehepartner betrügen und massiv Gelder an eine(n) Geliebte(n) verschleudern. Respekt scheint ein Wort zu sein, das dem Plebs durch alle Altersgruppen fremd geworden ist. Das Internet und die Medien, die solche undemokratischen Verhaltensweisen auch noch hofieren, scheinen geradezu eine Plattform für den Plebs zu sein, allgemeinen Unmut zu personalisieren und das völlig zu unrecht.

Am seriösesten berichtet immer noch die Tagesschau/-themen: Abschied mit Pauken und Protesten. Und ich möchte auf einen früheren Artikel verweisen, der auch die archaischen Prinzipien beschreibt die hinter dem ganzen „Fall Wulff“ stehen:

Die Privatspäre eines Bundespräsidenten und die Macht der Medien

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