Das Letzte

Heute feiern die Christen weltweit das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Freunden. Nein, nicht das von da Vinci. Die Evangelisten beziffern sie auf Zwölf; die Tradition bezeichnet sie als Apostel. Was Jesus im Abendmahlssaal an seinen Freunden getan hat, das vollziehen wir im Gottesdienst heute nach. Auch wenn die Evangelisten abweichende Berichte schreiben, so sind es doch im Wesentlichen zwei Akzente: 1. die Hingabe in Brot und Wein und 2. die Fußwaschung.

Letzteres finden wir nur beim Evangelisten Johannes. Der wiederum kennt die bedeutenden Worte, die der Priester in persona Christi spricht, anscheinend überhaupt nicht. Bei Johannes lesen wir (Joh 13,1-17):

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern.

Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt.

Auch wir sind heute aufgefordert, einander zu dienen, wie Jesus es getan hat und im Symbol der Fußwaschung, des Sklavendienstes, uns vorgemacht hat. Es kommt nicht in erster Linie darauf an, dass man eine Truppe findet für diese Fußwaschung, damit die Liturgie der Fußwaschung überhaupt und würdig zelebriert werden kann, nein es ist jene innere Einstellung jedes einzelnen Christen gegenüber seinem Nächsten, dem, der meine Hilfe braucht.

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