Muttertag

Wieder so ein Tag der Floristen, der vor ein paar Minuten zu Ende gegangen ist. Und es ist auch tatsächlich der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber, der 1922/23 diesen Tag in Deutschland ins Leben gerufen hat; dieser veröffentlichte ein Plakat „Ehret die Mutter“. Anfangs war dies eine unpolitische Veranstaltung. Der Nationalsozialismus vereinnahmte diese Feier für seine Rassenpolitik. Er wurde wird die Idee der „germanischen Herrenrasse“ verknüpft.

Die Ursprünge des Muttertags liegen jedoch in der amerikanischen Frauenbewegung. 1865 versuchte Ann Maria Reeves Jarwis eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day zu gründen. Sie organisierte Meetings, auf denen sich Mütter zu aktuellen Fragen austauschen konnten. Die lange Anfangsgeschichte wurde 1914 offiziell. In diesem Jahr wurde der Muttertag zum ersten Mal als nationaler Feiertag in den USA begangen.

Noch vor der Gründung der Bundesrepublik wurde am 8. Mai 1949 in den drei westdeutschen Besatzungszonen zum ersten Mal der Muttertag gefeiert. Der Muttertag ist kein gesetzlicher Feiertag. er basiert auf Übereinkünften von Wirtschaftsverbänden, insbesondere auf den Vereinbarungen der Floristenverbände. Nach langem hin und her der Diskussion um einen verkaufsoffenen Tag, wurde der Muttertag 2008 ganz regulär am zweiten Maisonntag gefeiert, auch wenn viele Kalender fälschlicherweise den 4. Mai angegeben haben. In den USA sind die Aufwendungen für den Muttertag ähnlich wie zu Weihnachten. Teure Geschenke sind dort keine Seltenheit. In Deutschland beschränkt sich dies jedoch auf Süßigkeiten oder Blumen oder mal lecker essen gehen. Für den Muttertag werden im Blumenhandel die größten Umsätze (nach dem Valentinstag) erzielt. In der DDR wurde der Muttertag offiziell nicht begangen, stattdessen wurde der Internationale Frauentag am 8. März gefeiert.

Allen Müttern an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch. Gäbe es nicht immer wieder Frauen die bereit sind, Kindern das Leben zu schenken und sich um ihr Aufwachsen unter Aufopferung der Selbstverwirklichung und vieler anderer Opfer bemühen, würde die Menschheit schon ausgestorben sein. Daher verdanken wir unseren Müttern besonders auch die Liebe, mit der wir in dieser Welt leben können. Auch wenn der Muttertag ein Gedenktag ist, der durch eine Frauenbewegung ins Leben gerufen wurde, illustriert er besonders gut das Gebot Gottes: „Du sollst Vater und Mutter ehren“. Du sollst sie auch ehren und respektieren, wenn dieser Tag zu Ende gegangen ist, alle Torten gegessen und die Blumen verwelkt. Und du sollst nicht zu sehr klagen, dass dieser Tag so kommerzialisiert wird. Weihnachten können wir aus diesen Gründen auch nicht abschaffen, selbst wenn viele eher an den Weihnachtsmann glauben und das Christkind für seinen Gehilfen halten.

Bei Bachmichels finden sich zwei schöne Beiträge zu diesem Tag, guckst du hier und auch hier. Und es darf auch gelacht werden:

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1 Kommentar zu „Muttertag“

  1. Zitat: Der Muttertag „basiert auf Übereinkünften von Wirtschaftsverbänden“.
    Oh, da bin ich voll drauf reingefallen. Meine Mutter wünschte sich von mir Hilfe beim Renovieren und was Neues davon. Na ja, wenigstens hab ich ihr als immaterielles Geschenk bei der Arbeit geholfen 🙂

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