Wandern und Wallfahren

Vergangene Woche war ich wieder etwas unterwegs mit Freunden. Die erste Tour auf Schusters Rappen, zusammen mit meinem Chefkoch: Die Raubritterburgen der Familie Gleichen, wunderschön gelegen im Thüringer Land. Wer mit dem Auto auf der A4 anreist, fährt Abfahrt Wandersleben Richtung desselbigen Ortes ab. Man stelle das Auto auf den Parkplatz der Gaststätte „Freudenthal“ und kann gleich die erste Burg erkraxeln. Der Weg ist nicht schwierig und sehr gut durch Wegweiser, Karten und Tafeln ausgewiesen.

Von der Burg Gleichen folge man dem schon dort ausgewiesenen Gustav-Freytag-Weg. Unter der Autobahn durch, am Autohof vorbei in den Ort Mühlberg. Dort kann man sich, wenn man nicht gleich der Thomas-Müntzer-Straße folgt, ein bisschen verirren, kommt aber eigentlich wieder zum Schützenhof und von dort geht es unerbittlich bergauf. Nach dem kurzen aber heftigen Anstieg ist man schon auf der Mühlburg. Nach einer schwindelerzeugenden Wendeltreppe hat man auf dem Turm einen phantastischen Ausblick auf die Gleichen-Burg zurück und auf die Veste Wachsenburg voraus, inklusive Blick auf das drohende Unwetter.

Von der Mühlburg sind wir schnell wieder runter und haben auch die Umrissruine der Radegundiskapelle links liegen lassen. Dem Gustav-Freytag-Weg folgend gelangten wir zuerst in den Regen und dann zur Veste Wachsenburg. Der Regen wurde ein wenig lästig, als wir aus dem Wald raus uns dem letzten Aufstieg des Tages zuwendeten. Die Veste Wachsenburg begrüßte uns mit offenen Schranken. Im Verließkeller fanden wir einen komfortablen Platz zum Trocknen und Essen. Die Preise waren dem (gefühlten) 5-Sterne-Hotel angemessen, die Qualität meines Essens leider nicht. Auch wenn man sich ein Standardgericht bestellt, kann man erwarten, dass die Klöße nicht versalzen und ganz durchgekocht sind. Die Roulade war o.k. und der Rotkohl aus der Konserve, meint mein Chefkoch, der mehr Glück mit seinem Steak vom Jungbullen hatte. Der Rückweg führte über das freie Feld, unter der Autobahn hindurch, direkt zum Parkplatz. Ein Tipp noch für Radfahrer: Kurz vor der Autobahn kreuzten wir den geteerten Radweg der Thüringer-Städtekette. Auch die Ausschilderung machte eine guten Eindruck.

Die Männer des Eichsfeldes sind unterwegs, wenn es heißt Christi-Himmelfahrt im Klüschen Hagis, zu Fuß mit oder ohne Bollerwagen, mit Traktor- oder Pferdekutsche, mit dem Fahrrad oder sonstewie. Auf zur Männerwallfahrt! Und die stand dieses Jahr unter dem Motto: „Worauf du dich verlassen kannst!“ Bei Frost sind wir mit den Fahrrädern um 5:30 Uhr losgefahren. Die „Kalte Sophie“ hat dieses Jahr viele Grüße geschickt. Unterwegs an der Unstrutquelle waren die Sonnenplätze Mangelware. Auf der Rast wurde sich mit Eichsfelder Wurst und isotonischer Flüssignahrung gestärkt. Im Klüschen selbst war es auch ziemlich schattig und Wind wehte, so dass mich ganz schön fröstelte. Zum Mittag dann in Martinfeld sind wir erstmal aufgetaut. Schnitzel mit und ohne, satt. Der Rückweg war nicht weniger mühselig wie die Hinfahrt. Dennoch habe ich erst gar nicht versucht den langen Anstieg vom Klüschen auch nur ansatzweise mit dem Rad zu fahren. Wer sein Fahrrad liebt … Der Nachmittag war einfach ein Traum. Sonne ohne Ende und versöhnliche Temperaturen in derselben. Schade nur, dass ich nicht bis zum Schluss im Freundeskreis bleiben konnte.

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