Lob und Anerkennung

Wenn man den Text des heutigen Evangeliums sich hernimmt, bekommt man den Eindruck, Jesus habe etwas gegen die Honorierung menschlicher Tätigkeiten und Werke.

„Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken.Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?

So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.“ (Lk 17,7-10)
Eines steht aber fest: Leute, die Jesus als großen Revolutionär betrachten, müssen einsehen: Jesus hat die bestehenden Gesellschaftsschichten, auch die Sklaven, nicht, wie die sozialistischen  Utopisten, aufheben wollen; er hat sie als gegeben angesehen und verwendet sie in vielen Beispielen und Gleichnissen.

In dieser Textstelle geht es meiner Meinung nach um eine übertriebene Lobhudelei. Jesus wendet sich – wie so oft – gegen eine der Hybris nahekommenden Sucht nach Ehrungen und Titeln. Nicht umsonst haben uns die Perikopenschneider am Sonntag schon eine ähnliche Textstelle zurechtgeschnitten. Fazit: „Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten!“ (Mk 12,38)

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