Papst Benedikt XVI. legt sein Amt nieder

Benedikt XVI

Als erster Papst der Neuzeit legt Papst Benedikt XVI. aus gesundheitlichen Gründen am Ende des Monats sein Amt nieder. Die Medien schlafen auch am Rosenmontag nicht, auch wenn alle Welt die Umzüge in Mainz, Düsseldorf und Köln schauen will, bringt die ARD-Tagesschau schon Sondersendungen am laufenden Band.

Zur Mittagszeit hat der Papst eine eigene Erklärung auf Latein abgegeben. Mittlerweile liegt die Erklärung schon in Deutsch vor. Der Papst sagt u.a.:

„Ich bin mir sehr bewusst, dass dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen.“

Da kann ich nur hinzufügen: Der erste Papst, der das so erkennt, dass er einfach nicht mehr in der Lage ist – ohne nur auf seine Berater zu vertrauen – die Erfordernisse der Gegenwart anzupacken und Probleme, die anstehen, zu lösen. Hut ab, egal, was freche Mäuler sagen würden, er solle bis zur vollständigen Unfähigkeit und bis zum Tod weitermachen.

Nicht umsonst gibt es eine wissenschaftliche These, die sich das „Peter-Prinzip“ nennt. Die These behauptet, dass „in einer Hierarchie […] jeder Beschäftigte dazu [neigt], bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.“ (Laurence J. Peter, Raymond Hull: Das Peter-Prinzip oder die Hierarchie der Unfähigen, Reinbek bei Hamburg 1972, Kapitel 1) Ich würde dem Autor nicht 100%-ig zustimmen, aus diesem Grund keine Karriere anzustreben. Vielleicht ist sich der Papst ja dieser These bewusst. Und das finde ich bewunderungswürdig. Und er sagt in seiner Erklärung weiter:

„Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s