Österliche Gedanken

Wann geschieht Auferstehung? Ostern ist für mich immer ein Fest, an dem ich darüber nachdenke, wie Auferstehung sein kann. Nicht technisch, nicht wissenschaftlich fundiert, nein, ganz persönlich. Fester Bestandteil meines christlichen Glaubens ist der Glaube an den Auferstandenen. Das möchte ich einmal in unserer so buddhistisch durchtränkten und teilweise verwässerten Vorstellungswelt von dem Leben vor und nach dem Tod einmal sagen. Wer Christ sein will, glaubt nicht an die Wiedergeburt.  – btw.: Ich möchte nicht wiedergeboren werden in die Unvollendung, eine grausige Vorstellung. – Wer sich zum auferstandenen Jesus Christus zählen lässt, der bekennt auch seine eigene Auferstehung, als „neuer Mensch“. In der Epistel der Osternacht (Röm 6,3-11) hören wir:

„Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.
Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.
Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht Sklaven der Sünde bleiben.
Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
 Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.“
In der Taufe sind wir neue Menschen geworden. Der alte Mensch ist mit Christus gestorben. Gleichzeitig aber tragen wir weiterhin Verwundungen vom „alten Menschen“ an uns – und das Evangelium vom Thomas, dem „Ungläubigen“, sagt mir: Das darf so sein! Ich bin nach der Umkehr – nach der Taufe, nach der Beichte, nach der Versöhnung – ein neuer Mensch; ich habe das neue Leben – aber es ist ein Leben, das nicht abgekoppelt ist von dem vorhergehenden.
Das ist das Entscheidende, wenn ich an eine leibliche Auferstehung glauben darf. Nicht der Vorgang, wie es möglich sei, dass der alte Leib zu neuem Leben aufersteht. Nein, es ist dieser Gedanke, dass Gott mein Leben ernst nimmt, dass er meine Leiden und Freuden auf dieser Welt verwandelt, aber nicht zerstört, sondern hinüberrettet in sein himmlisches Reich. In dieser Weise glauben wir auch an das Menschsein Jesu Christi, der zur Rechten des Vaters sitzt. In seiner Auferstehung ist Gott und Mensch in besonderer Weise verbunden. Der neue ewige Bund ist bei Gott eine Realität geworden, die nie mehr rückgängig gemacht werden kann. Halleluja.
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