Mein Lieblingslied im alten Gesang- und Gebetsbuch „Gotteslob“

Aus dem einige Monate andauernden Bloggerschlaf erwacht, melde ich mich zurück und stolper sogleich wieder in Bachmichels Haus. Das habe ich ja immer gern gemacht, nur eben nicht in der letzten Zeit. Dort finde ich eine schöne Aktion, nämlich eine „Blogparade: Lieblingslied im alten Gotteslob/Gesangbuch„. In der Vergangenheit habe ich ja schon oft einige Gottesloblieder besprochen. Welches aber ist mein Favorit? Als Paul-Gerhardt-Fan muss ich eindeutig bekennen, dass es zwei Lieblingslieder sind: „O Haupt voll Blut und Wunden“ und „Ich steh an deiner Krippen hier“. Auf letzteres möchte ich in der Adventszeit noch ein wenig in betrachtender Weise näher eingehen. Hier aber schon mal der Text:

1. Ich steh an deiner Krippen hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.

2. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.

3. Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht‘,
wie schön sind deine Strahlen!

4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen!

Im Original hat das Lied 15 Strophen. Das Gotteslob beschränkt sich auf die 1.,3.,4. und 5. Strophe. Auch das Evangelische Gesangbuch von 1993 verwendet den behutsam revidierten Text. Es ist für mich auch mit der traditionellen Melodie unter der Nummer GL 141 eines der schönsten Weihnachtslieder. Staunend vor dem Wunder der Menschwerdung Gottes stehe ich an der Krippe, die der Heilige Franziskus für uns gebastelt hat. Am liebsten ist mir aber die Fassung von J.S. Bach, die der „Erfurter Bistumsanhang zum Gotteslob“ unter der Nummer 910 wiedergibt. Das ist wohl dem geschuldet, weil ich das Weihnachtsoratorium von Bach schon einige Male mitsingen durfte. Die Erfurter Ausgabe umfasst noch zusätzlich die Strophen 7 und 14 des Originals als 5. und 6. Strophe.

5. Wann oft mein Herz im Leibe weint
und keinen Trost kann finden,
rufst du mir zu: „Ich bin dein Freund,
ein Tilger deiner Sünden.
Was trauerst du, o Bruder mein?
Du sollst ja guter Dinge sein,
ich zahle deine Schulden.“

6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir,
mein Heiland, nicht versagen:
daß ich dich möge für und für
in, bei und an mir tragen.
So laß mich doch dein Kripplein sein;
komm, komm und lege bei mir ein
dich und all deine Freuden.

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2 Kommentare zu „Mein Lieblingslied im alten Gesang- und Gebetsbuch „Gotteslob““

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