Fasten

Wie jedes Jahr stellt sich mir und vielleicht dem einen oder anderen die Frage: Was soll ich tun in diesen 40 Tagen der Buße und des Fastens? Manch einer stöbert auch im Internet, falls er/ sie nicht darauf verzichtet, Internetfasten nennt sich das wohl. Btw.: Mache ich immer, wenn ich in Urlaub fahre.

Und dabei sind wir beim großen Thema der Fastenzeit: Verzicht. Ursprünglich bedeutete der Verzicht auf Fleischspeisen und tierische Produkte eine Demutsübung der Reichen, sprich des Adels und später des Bürgertums. Für die Armen war die Fastenzeit letztendlich nur die Verschärfung des bestehenden Zustandes. Der Verzicht war theologisch eingebettet in die Wüstenzeiten Jesu (40 Tage) und des Volkes Isreal nach dem Auszug aus dem Sklavenhaus Ägypten (40 Jahre), bevor sie dann geläutert von ihrem Murren und Ungehorsam gegen Gott in das Gelobte Land einziehen durften, wo sie nach all den Entbehrungen Milch und Honig im Überfluss hatten.

Zwei Dimensionen des Verzichts: a) Läuterung von den Sünden und b) Buße und Besinnung. Die Vergebung der Sünden erhalten wir im Empfang des Bußsakramentes, in der Beichte. Dazu sind die Christen besonders in dieser Zeit aufgerufen.

Um in rechter Weise seine Sünden zu erkennen und zu bereuen (die Grundvoraussetzungen zur Beichte) bedarf es der Besinnung. Die Stille, die auch Jesus in der Wüste suchte, ist ein gutes Mittel, um zur Besinnung zu kommen. Einfach mal alles abschalten. Zeit für Exerzitien, vorzüglich im Kloster, aber hier und da werden auch in den Gemeinden Exerzitien im Alltag angeboten. Der Besuch besonderer Gottesdienste kann auch dazu beitragen: Bußandachten, Kreuzwege und Spät- oder Frühschichten.

Über den Verzicht hinaus soll man in der Österlichen Bußzeit auch ein spürbares Geldopfer entrichten. Ja klar, werden jetzt einige sagen, als Kirchenmensch musst du ja darauf verweisen: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ (frei nach Tetzel) Nein!!! Das ist damit nicht gemeint. Es soll eine Hilfe für Menschen sein, die sich nicht selbst helfen können, die auf unsere Nächstenliebe angewiesen sind, die wir in die Organisationen: Caritas, Diakonie, Brot für die Welt, Misereor etc. ausgelagert haben.

Und dabei bin ich bei meinem Lieblingsschwerpunkt der Fastenzeit. Nicht das Opfer, der Verzicht, steht im Fokus der Fastenzeit sondern das Einüben der Werke der Barmherzigkeit, die tätige Nächstenliebe. Was hält mich davon ab? Darüber nachzudenken und dementgegen zu wirken, sehe ich als Hauptaufgabe der Österlichen Bußzeit an. Hierzu auch: Fasten – Österliche Bußzeit.

Nachtrag: Wer noch Ideen für die Fastenzeit sucht, gehe doch bitte auch in Bachmichls Haus: Blogparade Fastenzeit AD 2014. Dort findet sich bestimmt noch das eine oder andere Ziel, um sinnvoll diese Zeit zu begehen. Auch der Artikel: Fastenziele ist sehr lesenswert.

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