Fastenzeit reloaded

KreuzPassionssonntagMit dem Passionssonntag, der mehr und mehr zum MISEREOR-Sonntag wird, treten wir ein in die Zeit der Betrachtung des Leidens Jesu. Deshalb möchte ich einige Gedanken zur Fastenzeit noch einmal vertiefen. Der Verzicht als die Opferform par exellence scheint ja immer noch groß in Mode zu sein, bei Alt und Jung. Dennoch sollten wir nicht den Grund allen Opferns vergessen: die Liebe.

Jesaja, der große Prophet, schreibt über das Fasten und lässt Gott sprechen:

„Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.

Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.“ (Jes 58,6-8)
Der Theologe und Evangelist Matthäus schreibt über das Fasten und lässt Jesus sprechen:
„Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht,damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“
(Mt 6,16-18)
Und an einer anderen Stelle schreibt Matthäus über das rechte Opfer:
„Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ (Mt 9,13)
Dabei bezieht er sich auf den Propheten Hosea, bei dem es heißt:
„Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.“ (Hos 6,6)
Gott hat mehr Gefallen an der rechten Gesinnung eines Menschen, der aufrecht und barmherzig handelt, als an einem Menschen, der kasuistisch und juridisch, ja spießbürgerlich über die Gesetzesbefolgung bei anderen Menschen wacht, dabei aber selber sein Pharisäertum nicht erkennt.
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