Karfreitag

Jahr für Jahr beobachte ich den Rückgang der Besucher der Karfreitagsliturgie. Unsere Zeit verdrängt den Tod und ärgert sich über die christliche Todesverkündigung. „Deinen Tod verkünden wir“ – beten wir in der Hl. Messe. Ausgerechnet die Zeit, die den Tod uns tagtäglich durch  die Medien frei Haus liefert, möchte nicht daran erinnert werden, dass Christus einen ganz realen und schnöden Tod starb. Und viele Christen auch nicht! Etliche Priester, Seelsorger und spirituelle Gurus werden nicht müde zu betonen, wir sollen doch nur die Hoffnung zur Sprache bringen, wage davon reden, dass Gott die Gräber öffnet, dass Christus die Auferstehung und das Leben ist, dass er Licht in unser Leben bringt.

Wenn schon denn schon in der Weise wie die Sonne und Hoffnung wie der Regenbogen, so wie die Kuscheltiere, die man so gerne den kranken Kindern bringt und auch an Kindergräbern liegen lässt. Die Kuscheltiere und nicht das Kreuz! Selbst bei der Begräbniskultur wird der Tod Christi zurückgedrängt zugunsten von heilenden Erinnerungen an die schönen Stunden mit Verstorbenen, zugunsten der Würdigung der Leistungen der Lebenden und Toten. Erinnerungen und Leistungen decken den Tod in unserem unmittelbaren Lebensraum zu, und nehmen die Stelle der Verkündigung ein, dass Christus gestorben ist.

Gott aber ist kein Kuschelgott. Er macht sich fest an unserer Erde durch Jesus und wird erhöht am Kreuz. Gott stirbt den Tod der Menschen, um uns seine Nähe zu zeigen und uns von dem zu befreien, was unsere Sünde und Schuld ist. Er zeigt uns seine radikale Liebe gerade im Kreuzestod. Wie er uns auch seine Zuversicht und Hoffnung gibt in seiner Auferstehung.

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