And the winner is …

Ulrich_NeymeyrDer neue Bischof des Bistums Erfurt heisst Ulrich Neymeyr.

Nachdem die Gerüchteküche den Namen schon gestern dem MDR und der TLZ geflüstert hat, ist es nun öffentlich. Schade nur, dass der Terminplan des „Neuen“ die Teilnahme an der am Sonntag stattfindenden traditionellen Herbstwallfahrt nach Erfurt nicht zulässt. Das ist kein guter Start. Es wäre sicher schön, wenn Bischof Neymeyr sich seinen Schäfchen zeigen würde, die so lange für einen guten neuen Bischof beten mussten.

Hier noch einige Eckdaten, die das Presseamt des Bistums Erfurt zum neuen Bischof herausgibt:

„Weihbischof Neymeyr kam am 12. August 1957 in Worms zur Welt. Nach dem Abitur studierte er als Priesterkandidat des Bistums Mainz in Mainz und Münster Philosophie und Katholische Theologie und wurde am 12. Juni 1982 zum Priester geweiht. Nach zwei Kaplansjahren in Mainz wurde Neymeyr für ein Promotionsstudium freigestellt. 1987 erwarb er mit seiner Studie über „Die christlichen Lehrer im zweiten Jahrhundert: ihre Lehrtätigkeit, ihr Selbstverständnis und ihre Geschichte“ den Titel eines Doktors der Theologie. Noch im gleichen Jahr berief ihn Bischof Karl Lehmann als Subregens an das Mainzer Priesterseminar, wo er das Theologiestudium der Priesterkandidaten begleitete und in der Hausleitung mitarbeitete. 1993 kehrte Dr. Neymeyr in die Pfarrseelsorge zurück und leitete als Pfarrer eine Kirchengemeinde in der Opel-Stadt Rüsselsheim. Hier wirkte er auch in der Arbeiterpastoral und engagierte sich im christlich-islamischen Dialog. Im Jahr 2000 wechselte er als Pfarrer dreier Gemeinden nach Worms.

Am 20. Februar 2003 ernannte Papst Johannes Paul II. Pfarrer Dr. Ulrich Neymeyr zum Weihbischof in Mainz. Am 21. April 2003 empfing er im Mainzer Dom die Bischofsweihe. Der bischöfliche Wahlspruch stammt aus dem Römerbrief der Bibel: „Christus suscepit nos – Christus hat uns angenommen“ (Röm 15,7). Zu seinen Aufgaben als Weihbischof gehörten ausführliche Besuche in den Dekanaten des Bistums, um mit Haupt- und Ehrenamtlichen zu sprechen und mit ihnen die Möglichkeiten kirchlichen Lebens und Handelns vor Ort auszuloten. Seit Mai 2003 leitet Weihbischof Neymeyr außerdem als Bischofsvikar für die Jugend das Dezernat Jugendseelsorge im Bistum Mainz. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz ist er stellvertretender Vorsitzender der Jugendkommission und Mitglied der Publizistischen Kommission. Darüber hinaus ist er Vizepräsident der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte und Vorsitzender des Kuratoriums der Wilhelm Emmanuel von Ketteler-Stiftung.

Den meisten Thüringer Katholiken dürfte Weihbischof Neymeyr, der in seinem Heimatbistum als „Mann der Pastoral“ gilt, eher unbekannt sein. „Er hat Menschen gern“, sagt einer, der ihn näher kennt. Dazu passt, dass ihm in Gesellschaft und Kirche das harmonische Miteinander wichtig ist, dies aber nicht zu Lasten von Verschiedenheit und Pluralismus gehen soll. „In der Kirche trauen wir dem Heiligen Geist auch zu, dass er nicht nur Vielfalt und Verschiedenheit bewirkt, sondern auch die Harmonie dieser Unterschiede“, sagte der Weihbischof bei der Eröffnungssitzung des Hessischen Landtages im Januar dieses Jahres.

Thüringen und das Bistum Erfurt sind dem neuen Bischof nicht unvertraut. Seine Großeltern mütterlicherseits stammen aus Pößneck und Sonneberg, zogen aber später nach Mannheim. Der Besuch von Verwandten in Stadtilm führte den Gymnasiasten Neymeyr 1973 auch erstmals nach Erfurt. Hier sollte er später als Subregens und Weihbischof dienstlich noch einige Male zu Gast sein. Beim Deutschlandbesuch des Papstes 2011 zählte Neymeyr zu den Bischöfen, die Benedikt XVI. nach Erfurt und Etzelsbach begleiteten. Um die Situation der Thüringer Katholiken als kleiner Minderheit in einer weitgehend konfessionslosen Bevölkerung weiß der künftige Erfurter Bischof, aber es sind gänzlich andere Verhältnisse als in seinem Heimatbistum. Deswegen will er in seinem neuen Amt „erst einmal hören, sehen und lernen“.

Auch der Kreuzknappe weiß schon bescheid: Der „Neue“ für das Bistum Erfurt. Schön wird in dem Artikel auch auf unsere beondere Diaspora-Situation eingegangen. Da muss man nur noch ergänzen, dass ca. 70 Prozent der Bevölkerung Thüringens die Aufregung und Freude über einen neuen Bischof nicht in dieser Weise teilen, weil sie weder getauft sind noch einer anderen Religion angehören.

Beten wir für unseren neuen Bischof, dass er sich gut einbringt mit vielen neuen Ideen und frischem Wind, und dass Gott ihm die Kraft schenken möge, unserem Bistum außer der Strukturreform auch neuen Schwung und viele gute pastorale Impulse zu verleihen.

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