Fest der Auferstehung

Zur Osterzeit

Ostergedicht

Die ganze Welt, Herr Jesus Christ,
zur Osterzeit jetzt fröhlich ist.
Jetzt grünet, was nur grünen kann,
die Bäum` zu blühen fangen an.So singen jetzt die Vögel all.
Jetzt singt und klingt die Nachtigall.Der Sonnenschein jetzt kommt herein
und gibt der Welt ein` neuen Schein.

Die ganze Welt, Herr Jesus Christ,
zur Osterzeit jetzt fröhlich ist.

 

Friedrich Spee (1592 – 1635)

Lasst uns Dopamin verschwenden

Jetzt ist sie da, die wohl schönste Jahreszeit. Manch einer fragt sich: Wo bekomme ich ein bisschen Motivation und Schwung her, um die Winterdepression loszuwerden? Konkret weiß ich auch keine allgemein gültige Antwort. Die einen versuchen es mit Diät, die andern mit gutem Essen, wieder andere mit Heilfasten, Joggen und Fitnesscenter, und ganz andere gehen ins Sonnenstudio … Alles dreht sich um Endorphine und Dopamin. Klingt nicht gerade romantisch, ist es auch nicht, aber dafür biologisch abbaubar. In einem neuen deutschen Lied wird das „Feuerwerk aus Endorphinen“ heraufbeschworen. Tausende Teenies singen mit und kaum einer weiß, was das für Drogen sind: Endorphine. Wikipedia lehrt dazu:

„Chemisch gesehen handelt es sich um kurze Neuropeptide, die an Opioidrezeptoren binden. Endorphine besitzen als gemeinsames Strukturmerkmal eine Peptidgruppe mit vier Aminosäuren (Tetrapeptid) der Sequenz Tyrosin-Glycin-Glycin-Phenylalanin (im Bsp. unten fett). Die ersten im Labor synthetisierten Opioidpeptide waren Methionin-Enkephalin und Leucin-Enkephalin. …

Endorphine regeln Empfindungen wie Schmerz (Analgesie) und Hunger. Sie stehen in Verbindung mit der Produktion von Sexualhormonen und werden mitverantwortlich gemacht für die Entstehung von Euphorie. …

Der genaue Wirkmechanismus der Endorphine ist noch nicht in allen Details geklärt. Man weiß aber, dass Endorphine die dopaminerge Erregungsleitung manipulieren können. Die Ausschüttung von Dopamin in den synaptischen Spalt wird verstärkt.“

Was Dopamin ist, kann ich nur ansatzweise erfassen. Anscheinend ist es aber ein sehr gefährlicher Stoff!

Kirschblüte in Japan

Kaum sind die ersten Frühblüher raus und auch die Krokusse schon, brechen bei mir die Fernwehgefühle aus. Dieses Jahr denke ich dabei nicht nur an meine geliebten Berge, auch die Kirschblüte in Japan hat es mir angetan. Das hängt wohl damit zusammen, dass ich den Hintergrund meines Rechners vor einigen Tagen von Winter- auf Frühlingswallpapers umgestellt habe. Und dabei die japanische Kollektion erwischt habe.

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Schenkt man den Beschreibungen von さくら (Sakura) – japanische Kirschblüte – Glauben, so ist dieses Ereignis Anlass zu vielen Kirschblütenfesten und geradezu ausgelassenen Familien- oder Freundesausflügen, bei denen man sich mit einer Unterlage und Bier und Sake ausgerüstet unter die üppig blühenden Kirschbäume setzt. Volksfestartige Zustände in dem sonst eher eintönig betriebsamen Land. Die Blütezeit beginnt in der Region Kyushu im Süden Japans Mitte bis Ende März und „zieht“ dann nach Norden, wo es die Region Hokkaido Anfang Mai erreicht. Die japanische Kirsche macht in den verschiedensten Variationen von weiß- bis rotblühenden Arten etwa die Hälfte der Laubbäume in den Städten aus. Neben der Herbstlaubfärbung ist es eine der Hauptreise- und Urlaubszeiten in und nach Japan. Sakura markiert den Beginn der warmen Jahreszeit.

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Karneval in Thüringen

Karnevalsumzug in Wasungen

Wer hätte das gedacht: Im Kernland der Reformation gibt es eine Faschingshochburg. Nein, keine Angst, wir haben nicht die Landesgrenzen nach Köln hin ausgeweitet. Wasungen, mitten im Grünen Herzen Deutschlands. Und jetzt wird’s noch ganz verrückt. Diese 3.500 Leute große Stadt hat eine Karnevalsgeschichte, die bis 1524 zurückreicht (erste Erwähnung des Karnevals in Wasungen). Und es ist ein evangelischer (!!) Karneval (tädä .. rums).

Heute mag das ja nichts Besonderes sein, da es in Thüringen ja viele Karnevals- und auch Kirmesvereine gibt, die von den katholischen (!!) Ursprüngen gar nichts wissen, weil es rein weltliche Vereine sind, die keine Anbindung an irgendwelche kirchliche Traditionen haben. Im Eichsfeld jedoch ist es noch üblich die Kirmes (i.e. die Kirchweih) in der Kirche zu feiern. Und zumindest die Abordnung vom Karnevalsverein, die am Aschermittwoch wieder nüchtern ist, läßt sich dann ein Aschekreuz auf die Stirn drücken. Ein Zeichen der Buße und Umkehr in den kommenden Tagen der sog. Fastenzeit (Österlichen Bußzeit).

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Diese Vorbereitungszeit auf Ostern ist auch der Grund, warum Katholiken den Karneval „erfunden“ haben. Eine Deutung des Wortes „Karneval“ lautet ja: „Fleisch [carne] lebe wohl“. Wohl ein Hinweis auch auf den Fleischverzicht in der Fastenzeit. Die Reformatoren wollten von diesem närrischen Treiben nichts wissen. So grenzt es schon an ein kleines Wunder, dass sich in Wasungen solch ein Spektakel über die Jahrhunderte erhalten hat. Nähere Infos unter der Homepage des Wasunger Carneval Club.

Frühling lässt sein blaues Band

Ja, den Eduard Mörike kann man jetzt schon im Februar auftauen. Die Bauern auch nicht im Märzen ihre Felder bestellen, sondern bereits jetzt schon damit begonnen haben, die Sommergerste auszubringen. Der Winter – was für ein Winter? – zieht sich mehr und mehr in die Alpen zurück. Da wo der Mutterberggletscher die Skifahrer beglückt. Meinereiner ist zwar ein wenig wetterfühlig, aber ich habe gegen eine verfrüht eintretende wärmere Jahreszeit nichts einzuwenden. Und es blühen nicht nur die Winterlinge und Schneeglöckchen sogar schon die Krokusse. Guckst du:

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Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

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Jahr des Glaubens

In einer Zeit, in der der Glaube an den dreieinen Gott der Christen zu verdunsten scheint, ruft Papst Benedict XVI. ein Jahr des Glaubens aus. Alle Menschen sind aufgerufen, den Glauben neu zu entdecken und zu vertiefen. Neuevangelisation nennt man das wohl heute. Volksmission ist der antiquierte Begriff dazu; in katholischen Gebieten vielleicht noch unter der Kurzbezeichnung „Mission“ bekannt.

Das Jahr des Glaubens ist festgesetzt auf den Beginn am 11.10.2012 und soll am 24.11.2013 enden. Vor 50 Jahren begann der Frühling in der Kirche. Die Fenster des Glaubens wurden weit geöffnet. Mir drängt sich oftmals das Bild auf: Die kühlen Herbsttemperaturen haben viele veranlasst diese Fenster wieder zu schließen. Vielleicht wird in diesem Jahr mal wieder ordentlich durchgelüftet.

Wäre es vermessen, sich zu wünschen, dieses Jahr würde auf unbestimmte Zeit verlängert. Frischer Schwung und neue Energie: Jungen Wein füllt man nicht in alte Schläuche.

Eis essen und Eisheilige

Wie gehört das zusammen? Weiß ich auch nicht. Aber innerhalb weniger Tage konnte man sich sowohl einen Sonnenbrand einfangen, als auch an Unterkühlung eingehen. Das Wetter ist aus den Fugen und die raschen Temperaturwechsel spiegeln auch meinen Kreislauf wieder.

Heute gedenkt die Kirche des Heiligen Mamertus, jenes Bischofs aus Vienne, der sich mit dem Papst Hilarius angelegt hat. Dieser wollte die Bistümer 450 n.Chr. in Südfrankreich neu ordnen. Mamertus aber passte das wohl nicht und setze in St-Dié eigenständig einen Bischof ein. Dafür gab’s denn auch eine strenge Rüge vom Papst. Sein eigentlicher Verdienst aber sind die drei Bittgänge (-prozessionen) vor Christi Himmelfahrt. Zahlreiche Feurbrünste und Naturkatastrophen müssen zu seiner Zeit seine Heimat heimgesucht haben. Zur Abwendung derselben ließ er entsprechende Gebete und Litaneien anfertigen, die in sich in ganz Gallien und Spanien verbreiteten. Diese Tradition wird in einigen Eichsfelddörfern mit abnehmender Beteiligung auch heute noch gepflegt. Eine Bauernregel sagt: „Der heilige Mamerz hat von Eis ein Herz.“ Davon ist heute nicht viel zu spüren. Mein Temperaturfühler hat sich bei 27,4 °C festgestellt.

Viel bekannter in unseren Breiten ist der Heilige Pankratius, der gemeinhin als erster Eisheiliger geführt wird. Über ihn ist nicht viel bekannt, nur dass er als Jugendlicher aus einer reichen römischen Familie stammend verwaist ist und sein geerbtes Vermögen für verfolgte Christen eingesetzt hat. Unter Kaiser Diokletian sollte er seinem Glauben abschwören. Er blieb standhaft und wurde 14-jährig enthauptet und den Hunden zum Fraß vorgeworfen. Unter Lebensgefahr wurde sein Leichnam geborgen und in den Katakomben an der Via Aurelia beigesetzt. Pankratius wird als Patron der Erstkommunionkinder geführt. Bauernweisheit: „Pankrazi, Servazi, Bonifazi sind drei frostige Bazi, und am Schluss fehlt nie die kalte Sophie.“

Der Heilige Servatius stammt der Legende nach aus Armenien und wurde der erste Bischof in Tongern (heute in Belgien). Er nahm wohl an verschiedenen (Ökumenischen) Konzilien des 4. Jh. teil und gilt als Hauptgegner des Arianismus. 350 n. Chr. war er in einer Gesandtschaft zum Kaiser Konstantin. Legenden erzählen, er sei mit einem Holzschuh erschlagen worden. Andere Berichte gehen davon aus, dass er zum Sterben nach Maastricht ging, wo er auch beigesetzt werden wollte und auch wurde. Sein Grab entwickelte sich seit dem 5.Jh. durch das ganze Mittelalter hindurch zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. „Nach Servaz findet der Frost keinen Platz“, sagen die Bauern.

Bonifatius von Tarsus ist nicht zu verwecheln mit dem Apostel der Deutschen. Über ihn wissen wir eigentlich nur legendenhafte Erzählungen. Er soll als Nicht-Christ die Christenverfolgung unter Kaiser Galerius um 300 n.Chr. miterlebt haben, änderte sein lotterhaftes Leben und ließ sich taufen. Weil er sich zum Christentum bekannte, musste er in siedendem Pech sterben.

Die gemeinhin bekannte „Kalte“ Sophie wird als Sophia von Rom in den Heiligenlegenden geführt. Eigentlich ist von ihr nur der Tod halbwegs bezeugt. Als junge Frau fiel sie wohl der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian um 300 n.Chr. zum Opfer. Bauern machen sie zur „Kalten“ in zahlreichen Sprüchen: Die kalt‘ Sophie, die bringt zum Schluss, ganz gern noch einen Regenguss.

Der Sommer kommt

… bestimmt irgendwann. Und da ich mich jetzt schon unbändig nach der warmen Jahreszeit sehne, fiel mir vor einigen Tagen ein Lied in den Kopf, das nicht im allgemeinen Teil des katholischen Gesangbuchs „Gotteslob“ steht. Aber es ist, Gott lob, von meinem sehr verehrten Liederdichter Paul Gerhardt; und aufgenommen in den Bistumsteil Erfurt:

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud

in dieser lieben Sommerzeit

an deines Gottes Gaben;

Schau an der schönen Gärten Zier,

und siehe, wie sie mir und dir

sich ausgeschmücket haben.

Paul Gerhardt schreibt dieses Gedicht als ein Geistliches Sommerlied. Es wird 1653 in der fünften Auflage des Gesangbuchs Praxis Pietatis Melica veröffentlicht, einem damals weitverbreiteten Evangelischen Gesangbuch. Dieses Buch ist eine Sammlung verschiedener Dichtungen und Kompositionen, von Martin Luther, „wie auch anderer seiner getreuen Nachfolger, und Reiner Evangelischer Lehre Bekenner“ (so konnte man es noch 1721 auf dem Titelblatt der 49. Auflage lesen). Die Liedersammlung ist gedacht „zur Beförderung des sowohl Kirchen- als auch Privatgottesdienstes“ als „Übung der Gottseeligkeit“ – heute würde man sagen: als Andachts- oder Gebetsbüchlein in allen Lebenslagen. Schließlich heißt es ja: Wer singt betet doppelt.

Das scheint sich die evangelische Kirchenmusik ins Herz geschrieben zu haben. Haben wir bis heute – nicht nur vom 5. Evangelisten Joh. Seb. Bach – sondern von verschiedenen Dichtern und Komponisten reichhaltige Kantaten- und Oratorien- und Liederschätze. So erging es auch diesem Gedicht von Paul Gerhardt: Der Liedtext wurde im Laufe seiner Rezeptionsgeschichte immer wieder mit verschiedenen Melodien verknüpft. Paul Gerhardt selbst veröffentlichte ihn zunächst zu der Melodie des Liedes „Den Herrn meine Seel erhebt“. Die bekannteste Melodie stammt von August Harder (1775–1813). Sie wurde dem Gerhardtschen Text erstmals 1836 von dem Organisten Friedrich Eickhoff (1807–1886) unterlegt. Das problematische an dieser Fassung ist jedoch, dass die Melodie eine Wiederholung der letzten Textzeile einer jeden Strophe verlangt, wodurch häufig Textzeilen von geringer Wichtigkeit ein zu starkes Gewicht bekommen.

Dennoch: Der beschwingte, fröhliche Ton der Melodie passt jedoch sehr gut zum Charakter des Gerhardtschen Textes und trug sehr zur Beliebtheit des Liedes als Natur- und Wanderlied bei. Diese Melodie liegt sowohl der Fassung im heutigen EG als auch der Fassung im GL-Anhang zugrunde.

2. Die Bäume stehen voller Laub,

das Erdreich decket seinen Staub

mit einem grünen Kleide.

Narzissus und die Tulipan,

die ziehen sich viel schöner an,

als Salomonis Seide.

 

 

 

3. Die Lerche schwingt sich in die Luft,

das Täublein fliegt aus seiner Kluft

und macht sich in die Wälder,

Die hochbegabte Nachtigall

ergötzt und füllt mit ihrem Schall

Berg, Hügel, Tal und Felder.

4. Ich selber kann und mag nicht ruhn,

des großen Gottes großes Tun

erweckt mir alle Sinnen:

Ich singe mit, wenn alles singt,

und lasse, was dem Höchsten klingt,

aus meinem Herzen rinnen.

Viele Abdrucke des Textes beschränken sich auf die Auswahl der Strophen 1–3 und 8 der Originalfassung. Also der Strophen, die wir bis jetzt gesungen haben. In dieser Form verselbständigte sich das Lied zum Volkslied. Der Erfurter Anhang des Gotteslobes fügt dieser Fassung noch 4 nachfolgende Strophen an. Der aber viel weiter ausholende Liedtext umfasst im Original 15 Strophen. Trotzdem lassen sich die von Gerhardt intendierten Abschnitte gut erkennen: Im ersten Teil steht die Betrachtung der Natur als „des großen Gottes großes Tun“ (Strophe 4 bzw 8) und die Bewunderung ihrer Schönheit im Vordergrund.

Der zweite Teil handelt von der Vorahnung, dass der himmlische Garten die irdische Schönheit nochmals überstrahlen werde.

Die Schlussstrophen leiten aus dem Vorangegangenen die Bitte ab, zur Vollendung zu gelangen. Der Weg dorthin wird in Bildern aus der Natur veranschaulicht: „… dass ich dir werd ein guter Baum“, „Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben“ (7 bzw. 14) sowie „laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen“ (8 bzw. 15).

Verweilen wir noch ein bisschen bei den ersten Strophen. Wer möchte dies nicht erkennen. Es grünt und blüht aller Orten. Wenn auch der Winter dieses Jahr nicht so hart ausgefallen ist, wie vermutet, so ist es doch befreiend, dass er sich „zurückgezogen hat in seiner Schwäche“. In der heutigen Zeit tun wir solche Naturbetrachtungen oftmals als Zeitverschwendung und romantisierenden Kitsch ab. Auch ich als Stadtmensch reduziere das oft und übrig bleibt nur noch die alte norddeutsche Affinität, stundenlang ernsthaft über das Wetter zu reden. Und geht die Rede weiter, so diskutiert man über die Klimaveränderungen. Und weiter: Dass früher alles besser war.

Eine Parodie des Liedes mit der Jahresangabe 1996 und anonymen Verfasser führt das ganze auf die Spitze:

1.Geh aus, mein Herz, und suche nur! Du findest nicht mehr die Natur

in ihrem schönen Kleide. Der Smog verdeckt das Himmelreich,

die Flüsse sind Kloaken gleich, verschmutzt sind Wald und Heide.

2. Müllhalden brennen Tag und Nacht, dahin ist unserer Seen Pracht,

vorbei des Waldes Schweigen. Die Luft ist schwer und voll Gestank,

der Lärm macht viele Menschen krank. Groß ist des Todes Reigen.

3. Wohin man schaut: Natur in Not! Millionen leben ohne Brot

und haben Angst vor Kriegen. Die Technik wird uns zur Gefahr,

man rüstet auf von Jahr zu Jahr, doch niemand mehr wird siegen.

Dieser Rede hat sich Paul Gerhardt sicher nicht hingegeben, wohl auch, weil dass kein Thema in seiner Zeit war. Offen und ehrlich beschreibt er die Schöpfung in der Sommerzeit. Dabei verweist er voller Stolz auf den Urheber und Geber all dieser Gaben, an denen wir uns erfreuen dürfen und sollen, auch und trotz all der ökologischen, ökonomischen oder sozialer Sünden, die der Mensch begangen hat.

5. Welch hohe Lust, welch heller Schein

wird wohl in Christi Garten sein?

wie muß es da wohl klingen,

Da so viel tausend Seraphim

mit eingestimmtem Mund und Stimm

ihr Halleluja singen?

6. Hilf mir und segne meinen Geist

mit Segen, der vom Himmel fleußt,

dass ich dir stetig blühe!

Gib, dass der Sommer deiner Gnad

in meiner Seelen früh und spat

viel Glaubensfrüchte ziehe.

(viel Glaubensfrücht erziehe)

Vom zweiten Teil, der den himmlischen Garten als eine Vision erscheinen lässt, die den irdischen Glanz und die vergängliche Schönheit der Natur bei weitem überstrahlt, ist uns nur diese 6. Strophe geblieben. Wer denkt da nicht gleich an den Garten, den uns Gen 2,8 und fortfolgende beschreibt. Er wird als Garten in Eden, im Osten beschrieben, der alles enthält, was der Mensch zum Leben braucht und ihn erfreut. Ein Paradies ebenso wie ein Schlaraffenland vermutlich. Ein Traum und ein Alptraum für manche Menschen wohl zugleich. Das ist das, was wir allgemein als Himmelreich Gottes bezeichnen, auch wenn jeder so seine eigenen Vorstellungen von diesem Ort oder Zustand hat. Ein Ort an dem Jesajas Vorstellungen vom Gastmahl im Reich Gottes wahr wird.

„Der Herr der Heere wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den besten und feinsten Speisen, mit besten, erlesenen Weinen.“ (Jes 25,6) Ein Bild das uns hier gemalt wird, kein Bild eines alltäglichen Sättigungsmahles, wie es in unseren Breiten schon selbstverständlich geworden ist, vielmehr ein Bild der Vollendung und Fülle, deren Freuden wir heute schon vorkosten können. Paul Gerhardt liefert uns hierzu die Bedingungen, wie man an diesen Ort gelangen kann.

7. Mach in mir deinem Geiste Raum,

dass ich dir werd ein guter Baum,

und lass mich Wurzel treiben (wohl bekleiben)

Verleihe, dass zu deinem Ruhm

ich deines Gartens schöne Blum

und Pflanze möge bleiben.

 

 

 

8. Erwähle mich zum Paradeis

und lass mich bis zur letzten Reis’

an Leib und Seele grünen:

So will ich dir und deiner Ehr

allein, und sonsten keinem mehr,

hier und dort ewig dienen.

Der Geist ist Gottes liebender und alles belebender Geist, der mich treiben soll, wie ein guter Baum feste Wurzeln im Glauben zu schlagen. Dieses Bild vom „Bleiben“ („dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben“) erinnert mich sehr stark an das „Bleiben“, das Jesus meint, wenn er sagt: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ (Joh 15,5) Ein sehr starkes Bild welches oft in der Erstkommunionkatechese verwendet wird. Ein Bild von einem anderen Garten, vom Weinstock, der viele Reben hat. Die Reben sind Jesu Jünger und all jene, die es werden wollen. Mit dem Bild des Weinstocks und den Reben kann ich gut in dieser heutigen Zeit, in dieser Gesellschaft leben. Auch wenn unsere Gesellschaft immer weniger christlich beeinflusst zu sein scheint, werde ich die Menschen in meiner Umgebung fragen, aus welchen Quellen sie leben, und eventuell mit ihnen über die Früchte diskutieren, die ihr und mein Glaube oder Nicht-Glaube hervorbringt.

Was ich am Christentum schätze und in einer gegenwärtigen Wertediskussion nicht vermissen möchte, ist die Wertschätzung jedes menschlichen Lebens aufgrund der Personwürde jedes Einzelnen. Welchen Platz räumen wir in unserer Gesellschaft Behinderten, Kranken, Alten, Minderbegabten (was auch immer von Fall zu Fall darunter verstanden wird) ein? Der Glaube an einen liebenden Schöpfer verlangt mir Ehrfurcht ab vor allem, was da ist. Er verlangt von mir auf Verhaltensweisen zu verzichten, die für die Zukunft der Schöpfung schädlich sind. Zugleich ist der christliche Gottesglaube für mich die Grundlage jeder Form von Gerechtigkeit und gerechter Verteilung der Lebensgüter.

Europäische Staaten stellen sich neben der allgemeinen Wertefrage, die zwar mit der Wirtschafts- und Finanzkrise etwas in den Hintergrund gerät, stellen sich die Frage, wie viel Christentum wir heute brauchen. Sicher bringen auch andere Religionen gute Früchte hervor. Ich erinnere da nur an Mahatma Ghandi, dennoch muss ich als Christ darauf antworten: Menschen, die durch Christus mit Gott verbunden sind und aus dieser Verbindung heraus ihr Leben gestalten, können nie zu viele sein. Denn aus ihrem Glauben und ihrem Tun werden die Früchte hervorgebracht, die in der Gegenwart geschätzt sein werden und die auch für die Ewigkeit erhalten bleiben. „So will ich dir und deiner Ehr allein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen.“ Auch wenn die Bilder, die uns Paul Gerhardt malt, in der heutigen Zeit nicht mehr so ganz originell und etwas kitschig erscheinen. Das In-Christus-Bleiben ist heute aktuell wie zu Paulus Zeiten. „Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.“

April

Der Wonnemonat April ist ausgebrochen. An jedem Ersten dieses Monats versuchen Menschen einander aufs Glatteis zu führen, eins auszuwischen, oder kurz gesagt: in den April zu schicken. Die deutsche Sprache überrascht einen immer wieder mit Kuriositäten. Warum bitteschön muss ich mich oder soll ich andere in den April schicken (lassen)?

Mein Freund und Helfer wikipedia hilft mir da nicht wirklich weiter, obwohl es eine Menge Erklärungsmöglichkeiten für die Entstehung dieses Brauches liefert. Auch der wiktionary-Artikel gibt keinen Aufschluss, da er wohl selber einen Aprilscherz beinhaltet: Der 1. April war nie Neujahrstag. Wohl aber der 1. März!!! Der Anfang des Jahres wurde aber schon von den Römern 153 v. Chr. auf den 1. Januar verlegt. Das haben auch die Christen übernommen. Und im Wirkbereich des Römischen Reiches ist das mit dem Julianischen Kalender auch so verbreitet worden. Beginn und Ende des Wirtschaftsjahres war aber lange Zeit im Mittelalter der 11. November (St. Martin). Aber das ist eine andere Geschichte.

„Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!“ … lässt Goethe seinen Faust sagen. Auch ich komme mit der Klärung des Sachverhaltes nicht weiter.

Kalt in Deutschland

Der Winter ist da. Und er hält weite Teile Europas voll im Griff. Zum Glück bleibt uns erstmal das Schneechaos, das weite Teile Osteuropas heimgesucht hat, erspart. Aber mit ca. -20 °C und darunter ist es die letzte Nacht in Thüringen überdurchschnittlich frostig gewesen. Da ist wieder so manches Auto mangels Strom!!! liegengeblieben. Wer einen Diesel fährt dürfte über die Minusgrade auch nicht erfreut sein.

Besonders dramatisch scheint aber die Lage in der Ukraine, wo die Regierung nicht willens oder nicht fähig ist, wenigstens die Obdachlosen zu unterstützen. Hilfsorganisationen, die Wärmestuben oder -zelte einrichten sind da besonders gefragt, wie auch in Bulgarien und Rumänien und auf dem gesamtem Balkan. Auch den Terminplan des Papstes wirbelt der Schnee ein wenig durcheinander.

So sieht man den Petersplatz wohl selten:

Und für alle Romliebhaber:

Aber auch anderswo, wie hier am Genfer See, gibt es bizarre Eiswelten zu beobachten:

Der Autofahrer dürfte erstmal einige Tage per pedes unterwegs sein.

Malle, die deutsche Hochburg des Sommerurlaubs, sieht in Palma de Mallorca jetzt so aus:

Darauf erstmal ’nen steifen Grog. Auf den Frühling. Prost.

Liebe ist … wie ein Stück Thunfischpizza

Ach Leute, es ist Frühling und manch einer denkt: „Liebe ist Scheiße.“ Doch da gibt es noch andere, die sich über die Liebe so ihre ganz eigenen Gedanken machen, nicht nur im schönen Wonnemonat Mai. Die „Sendung mit der Maus“ bringt’s ganz groß raus, von den Kleinen.

Explosion

… im Vorgarten. In den letzten Tagen ist die Natur nicht nur aus dem Winterschlaf erwacht sondern geardezu explosionsartig in den Frühling gestartet. Hier einige Impressionen aus unserem kleinen Barockgärtchen und anderswo in der Stadt.

Ein Gebimmel ist das. Überall erblühen die Osterglocken. In manchen Ecken haben die schon die Tulpen herausgewagt.