America first … and second?

Schon seit einigen Tagen – ja, ich gebe es zu: Ab und an sehe ich „neo-royal“ – bin ich auf real existierende Satire gestoßen: Germany second.

Leider ist unser so teuer finanziertes Zweites Deutsches Fernsehen anscheinend so auf die Urheberrechte versessen, dass es die Idee einer Second-Homepage ad absurdum führt. Denn klickt man auf Germany auf der auch schon in der Sendung angegebenen Seite everysecondcounts.eu, erscheint nur der Hinweis auf diese Urheberrechte, sonst nix.

Schade, war eigentlich eine lustige Idee. Aber die Niederländer und alle anderen haben gewonnen, nur das ZDF hat wieder einmal geloost. Im Übrigen kann ich schon voraussagen, dass in wenigen Tagen der obige Link zur Sendung von Böhmermann wahrscheinlich in den nächsten Tagen gelöscht wird. Und das nicht wegen der Erdogan-Kritik, die auch beim besten Willen nicht erkennbar ist.

Das ZDF hat Halbwertzeiten der Veröffentlichungen in seiner Mediathek, da werden sämtliche Atomkraftwerkbetreiber blass. Könnte man diese Halbwertzeiten auf Atommüll übertragen, gäbe es keine Probleme mit dem Zeug. By the way: Die Abgaben, die ich für ZDF und Co. abdrücken muss, müssten doch eine längere Auffindung solcher Sendungen im Internet ermöglichen.

Satire

Darf man alles durch den Kakao ziehen? Wo liegen die Grenzen der Satire? Und wenn Satire Kunst sein sollte, darf sie alles? Was ist mit der Meinungsfreiheit? Fragen über Fragen, die sich jeder ehrliche Journalist (sollte es ihn denn geben) fragen muss, der sich auf das staubige Feld der Satire begibt.

Im September letzten Jahres wurde die Satiresendung „extra3“ 40 Jahre alt. Im Norden Deutschlands mehr oder weniger bekannt, hat sie sich der Politsatire gewidmet, einer Sparte, die heute einen sehr rüden und rauhen Ton angenommen hat. Aber gegenüber der „Anstalt“ und „Neo Royal“ sind „extra3“ und die bekanntere „Heute Show“ fast schon ziemlich zahme Formate, wenn man mal von einigen Treffern (Erdogan-Lied) absieht.

Ich muss aber erinnern, dass die „Nacht des Herrn“ ursprünglich ein Satireblättchen gewesen ist. Jetzt taucht hier und da noch ein wenig Satire auf. Schließlich bin ich erwachsen geworden und meine Interessen haben sich geweitet: Gott und die Welt, Politik als auch Religion, Wirtschaft und der alltägliche Wahnsinn, oder wie „extra3“ titelt: „Irrsinn der Woche“. Und um es genau zu nehmen, gehöre ich noch nicht einmal zu den Herausgebern der originalen Schrift, nur zum näheren Umkreis.

Und die Kollegen, die sich mit der extra-3 Redaktion den Flur teilen, machen sich aauch so einige Gedanken zur Satire. Diese Gedankensplitter gehen durchaus konform mit oben genannten Punkten.

Wie entstand ISIS?

Folgendes kleines explain-it Video erklärt in kompakter Art und Weise, wie diese Terrorganisation  entstanden ist. Wem das allerdings zu blutleer und nüchtern erscheint, der kann ja sich auch die Bilder von den Ermordeten oder die Nachrichten über die Greueltaten und Vertreibungen anschauen.

Wer behauptet, wir könnten nichts dagegen tun, der hat den Glauben an die Macht des Gebetes verloren. Ich glaube nicht an die menschliche Vernunft, wohl aber an die Allmacht und Güte Gottes. Beten wir also immer wieder für die Menschen im Irak und Syrien sowie in den Krisen- und Kriegsgebieten unserer Welt.

 

Die Staatsanwaltschaft im Spiegel

Eine Schande ist es, wie sich die Justiz zum Handlanger der Medien, in diesem Falle eines Medienkonzerns macht. Natürlich ist es nur reine Spekulation, aber das eitle Spieglein an der Wand mit seinem Lügenjournalismus hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein großes Interesse an der Revision, den die Staatsanwaltschaft im Fall Wulff anstrebt. Wenn die Urteilbegründung der Richter raus ist, will auch die Staatsanwaltschaft mit ihrer Begründung rausrücken. Ist schließlich ihr gutes Recht und zu klagen bis zur letzten Instanz auch. Kommt aber nicht gut an.

Was wollen sie aber groß begründen? Dass sie zu blöd waren die Beweismittel ordentlich und fristgerecht auf den Tisch zu legen? Nein, stattdessen machen sie einen Eiertanz ums goldene Kalb und werfen dem Gericht Verfahrensfehler vor. Da muss man kein Prophet sein …

Naja, die BILD-zeitung wird sich freuen: Die nächsten Schlagzeilen sind vorprogrammiert. Falls es aber schlecht läuft, müssen sie eine andere Volksverblödung aus dem Archiv zerren. Da wird sich sicher noch viel auf diesem Niveau finden lassen.

Der Fall Wulff abgeschlossen?

Wulff.ZapfenstreichNicht nur, dass eine wild in alle Richtungen schießende Staatsanwaltschaft sich eine Revision vorbehält, die Medien zeigen zum einen Teil späte Reue, zum anderen erneute Häme, wobei sich zur Veröffentlichung des Mailboxmülls durch die BILD-Zeitung ein Rechtsanwalt den Schertz … äh … Scherz erlaubt, man dürfe das machen, weil es sich um ein zeithistorisches Dokument handelt.

Doch zur Chronologie der BILD-Veröffentlichungen dieser Mailboxaufzeichnung:

Bereits Anfang 2013, im „BILD-Jahrbuch 2012“ ist der komplette Text veröffentlicht worden. Für einen Großteil der Leser ist die Veröffentlichung nun allerdings neu, die Empörung auf der „Bild“-Facebook-Seite groß. „Lasst den Mann endlich in Ruhe, ist ja widerlich !!“, schimpft ein Nutzer unter dem Link zur Veröffentlichung. „Systematisch habt ihr ein politisches Leben zerstört! Ja! Er hat Fehler gemacht! Aber er hat genug gelitten! Ich hoffe er hat bald endlich Ruhe und wird bald endlich wieder Freude haben! Wer sich gegen die ,Bild‘ stellt ist ohne Chance! Das hat der Fall ,Wulff'“, bewiesen!“, kritisiert ein anderer Nutzer. „Bild hat’s halt nötig nach zu treten, schade, zeigt aber das Niveau“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

So schreibt der Tagesspiegel am 26.2. Parallel zur Ausstrahlung des Spielfilms „Der Rücktritt“ auf Sat 1 veröffentlichte die BILD in ihrer Online-Ausgabe die Wut-Nachricht, die das ehemalige Staatsoberhaupt „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann auf die Mailbox sprach, im Wortlaut. Nur noch einmal zur Info: Wulff hatte einer Veröffentlichung widersprochen.

Der erneut gewählte Zeitpunkt kann eigentlich nur bedeuten: Ein voraussichtlicher (und dann ja verkündeter) Freispruch Wulffs ist uns ganz egal. Wir wollen noch einmal zeigen, wer hier eigenlich das Zepter in Deutschland und der Welt führt: der König mit dem Spiegel und in diesem zeigt sich ein Bild der Hetzjagd auf alle Nonkonformisten. Die Inquisition im Mittelalter bediente sich ganz ähnlicher Mittel.

Vor knapp 2 Jahren habe ich schon auf die Macht der Medien bezüglich der Affäre Wulff verwiesen. Wieviel Privatssphäre darf man als öffentliche Person haben? Und ist alles, was man als solche absondert und äußert als zeitgeschichtliches Dokument zu betrachten? Eines weiß auch ein Christian Wulff: Nach seiner grundlosen Demontage durch das Spiegelimperium war ein Rücktritt trotzdem unvermeidbar. Denn durch das aggressive Mobbing aller Medien wurde er letztendlich auch in den eigenen Reihen diskreditiert. Und nicht zuletzt sein eigenes nichtstaatsmännisches und dilettantisches Verhalten musste unweigerlich zu diesem Schritt führen.

Barack Obama singing

Man mag ja zu diesem Mr. President stehen wie man will, aber die Amerikaner haben schon witzige „Wahlkampfhelfer“. Echt geniale Cuts und Cutters. Wenn Angie solch einen Support hätte, dann würde ich ihr auch noch eine neue Runde gönnen, maybe 😉

Call Me Maybe by Carly Rae Jepsen

Can’t Touch This by MC Hammer

Und jetzt beide Kandidaten zusammen: Hot and Cold by Katy Perry

Pressefreiheit und Gefährdung des öffentlichen Friedens

Die Pressefreiheit stellt zweifelsohne ein hohes Gut dar. In vielen Ländern ist sie auch heute noch nicht gewährleistet oder kann nur eingeschränkt verwirklicht werden. Dazu gehört neben Russland auch das bevölkerungsreichste Land der Erde: China. Was aber bedeutet Pressefreiheit in Ländern der „zivilisierten“ westlichen Welt?

Pressefreiheit meint das Recht von Presse, Funk und Fernsehen sowie anderen Medien (z.B. Internet) auf freie Ausübung ihrer Tätigkeit, vor allem das unzensierte Veröffentlichen von Informationen und Meinungen. Dabei soll die freie Meinungsbildung gewährleistet werden. Das Medienrecht regelt die entsprechenden Grundlagen, insbesondere das Presserecht.

Doch mir stellt sich schon seit langem die Frage: Gibt es eine Grenze? Ja, und diese Grenze überschreiten viele Journalisten, zumal jene, die sich nicht der Wahrheitsfindung und Freiheitsliebe verschrieben haben sondern der Hetze und Lüge, der Verbreitung der Unwahrheit und des Unfriedens. Oder all die vielen, die beides nicht bewusst reflektieren. Vielen ist es bekannt, das vielgerühmte Zitat Rosa Luxemburgs: „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.“ Doch nur wenigen ist bekannt, dass zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte nicht nur die Pressefreiheit gehört und das Recht auf freie Meinungsäußerung sondern auch die freie Ausübung der Religion. Wir Christen haben uns ja schon so sehr an die Flut von Karikaturen gewöhnt, dass selbst der Vatikan seine Klage gegen ein deutsches Satireblättchen zurückgezogen hat.

Die Macht der Medien habe ich ja schon ein wenig reflektiert während des Medienhype‘ um die Absetzung des Bundespräsidenten Wulff.

Alipius schreibt einen bemerkenswerten Artikel, der meiner Meinung exemplarisch ist: „Gefährdung des öffentlichen Friedens„. Ganz eindeutig werden hier Fragen der künstlerischen Gestaltung („Was will der Künstler uns damit sagen?“) mit objektiven Aussagen, die sich aus eindeutigen Äußerungen und Darstellungen ergeben, verbunden und verquickt. Hat das noch etwas mit Pressefreiheit zu tun, was die Titanic da veröffentlicht?

Was will der Künstler uns damit sagen? Doch letztendlich nur das eine: Die Verdummung der Menschheit schreitet voran. Ich kann nur Jedem/Jeder raten: Bleibt kritisch. Fernsehen, Rundfunk und Presse und gerade das Internet verbreiten keine allgemein gültigen Wahrheiten; im Gegenteil, oftmals viel Machtgeplänkel, Meinungsmache und – um es mit einem Wort zu sagen: Schund. Hetze und Haß gegenüber Andersdenken gab es schon immer und nicht nur auf dem Schulhof. Oftmals kommen sie in einer künstlerischen Verpackung daher. „Das ist doch Kunst – da kann man nichts gegen sagen. Die Aussage des Künstlers bleibt uns verborgen.“ Vorsicht! Wehret den Anfängen! Auch ein Video bleibt ein Video und wird nicht exemt oder erhält irgend eine Immunität, auch wenn man es als Kunst hochstilisiert. Es sei denn, es hat einen Diplomatenpass 😉

Update 29.9.2012, 12:00 Uhr: Die ganze bittere Wahrheit über das Internet und seine Bewohner, Nerds und Trolle, Mobber und Schaumschläger, Hetzer und Schwätzer … könnt ihr bei Alipius nachlesen: Wie gefährlich ist das Internet? Natürlich mischt der Autor des Artikels – wie er freimütig bekennt – in dieser Suppe kräftig mit und würzt mit seinen Gewürzen tagtäglich neu.

Im letzten Absatz unterliegt er allerdings einer Täuschung: „So besteht die Gefahr, daß wir uns Generationen von Internet-Bürgern heranziehen, für die die reale Welt und das wirkliche Leben einfach zu groß sind und die auf diese erschreckende Größe auch außerhalb des Netzes auf die Art agieren, mit der sie im Netz erfolgreich sind. Und wer sagt, daß die verbale Gewalt da nicht in nullkommanix in körperliche Gewalt umschlagen kann?“ (Hervorhebung durch Red.) Das ist die berühmte Frage: Wer war zuerst da: das Ei oder die Henne. Ich denke, dass die Leute in der realen Welt schon lange so agieren. Diejenigen unter ihnen, die des Schreibens mächtig sind oder wissen, wie man das Handy bedienen muss, damit ein Video entsteht oder Fotos gemacht werden, mobben, betrügen, belügen, erpressen auch schon lange, nicht nur auf dem Schulhof. Jetzt haben sie einfach eine andere Plattform gefunden sich auszukotzen und ihren Schmutz weiter und weiter zu verbreiten. Natürlich hat das Ganze Potential auch für diejenigen, die noch in den Startlöchern stehen.

Religion in der Werbung (auf ein Neues)

Liebe Gemeinde,

jetzt wird es mal wieder Zeit, über Reclame zu reden, die religiöse Elemente oder – wie im ersten Beispiel – ganze religiöse Riten enthält. Eine bekannte Internetfirma nimmt sich des Exorzismus der Katholischen Kirche an.

Dabei handelt es sich um eine Parodie des Films: „Der Exorzist“.

Es wäre sicher nicht der Zeitpunkt über dieses Thema zu debattieren. Aber der Parodien sind schon einige und Zalando greift hier sicher auch auf Scary Movie 2 aus, oder vielleicht doch nicht. Googelt doch selber … Den Link anzugeben, traue ich mich nicht.

Soeben habe ich ein Video entdeckt, das eigentlich nicht so recht zum Thema zu passen scheint. Es sprengt dieses und hebt es geradezu auf eine ganz andere Ebene. Aber zieht es euch, liebe Internetgemeinde, mal rein:

iPhone-5-Verkaufsstart-Video_57617782.html

Dazu auch ein interessantes Statement von Bodo Wartke:

Nicht mehr ganz neu und was Jobs anbelangt, so müsste man folgendes ergänzen: Steven „Steve“ Paul Jobs (* 24. Februar 1955 in San Francisco, Kalifornien  † 5. Oktober 2011 in Palo Alto, Kalifornien). Und es würde mich schon irgendwie interessieren, was uns Steve heute zu sagen hätte. Aber Siri schweigt …

Sein Nachfolger ist ja nicht mehr so charismatisch. Aber die Apple-Jünger sind keineswegs eine homogene Gemeinde. Fragt man einen iPhone-Besitzer nach einem Mac, so kann man da die kuriosesten Antworten erhalten, u.a.: „Hä, wieso … was hat denn ein Mac mit einem iPhone zu tun?“ Was uns wiederum lehrt: Der Besitz eines iPhones schützt vor Verblödung nicht …

Zwei Welten – neues Wise-Guys-Album

Es ist soweit … Heute ist das neue Album „Zwei Welten“ von den Wise Guys rausgekommen. Und wo muss ich so etwas zuerst erfahren: auf RLT. Ne, is kein Scherz, auch – oder gerade weil – die Gruppe schon vor einigen Jahren den Song herausgebracht hat: „Ich war noch nie bei RTL“.

Wenn jemand das Werbevideo für die „erfolgreichste unbekannte Band Deutschlands“ – so lautet es auch in dem Spot (im übrigen die Überschrift der letzten Pressemitteilung der Wise Guys*) – auch gesehen hat, gebe er mir bittschön bescheid, bitte, bitte, mit ganz viel Sahne obendrauf.

*Deshalb eigentlich kein besonders wertvolles Reklamevideo, zeugt es doch von einer oberflächlichen, aber immerhin Beschäftigung mit einer Vokalband, die von Fernsehen und Radio ignoriert, dennoch ziemlich erfolgreich über die Jahre sich eine unzählbare Fangemeinde in Deutschland und darüber hinaus aufgebaut hat. Das alles macht mich etwas stutzig, da ich noch nie Werbung für die Wise Guys im Fernsehen gesehen habe. Wahrscheinlich bin ich auch zeitlich ziemlich spät auf den Inhalt der Werbung gekommen, weil eben relativ unmöglich, so dass der Spot bei mir gefühlt ca. 30 Sek. lang ist.

11 Uhr – Erfurt

Heute um diese Zeit haben in Erfurt alle Kirchenglocken geläutet. Vor zehn Jahren betrat Robert Steinhäuser wahrscheinlich gegen 10.45 Uhr das Gutenberggymnasium. Der Tathergang des später als „Amoklaufs von Erfurt“ bekannt gewordenen Massakers ist hinreichend beschrieben und dokumentiert worden. Ich selbst habe eine voll Trauer, Wut und Angst gelähmte Stadt erlebt, die in großen Lettern immer wieder die Frage schreibt: „Warum?“ Viele Blumenkränze und Plakate vor der Schule und in den Kirchen Erfurts waren Zeugen dafür. Es ist nicht vergessen.

Zwei Jahre nach der Tat entstand der Dokumentarfilm, auf den ich heute gestoßen bin. Im Beitext heißt es:

„Der von der Schule verwiesene Amokschütze Robert Steinhäuser erschoss damals, am 26. April 2002, 16 Menschen, bevor er sich schließlich selbst tötete. Es war ein Amoklauf „nach amerikanischem Vorbild“, den in Deutschland keiner für möglich halten wollte. Die Tat hätte sich in jeder deutschen Stadt ereignen können. Dass es in Erfurt geschah, ist für die Angehörigen der Opfer und des Täters eine grausame Tragödie. Die beiden Dokumentarfilmer verzichteten bewusst auf zusätzliche filmische Mittel, wie etwa Musik. „Keinerlei Effekte, kein ästhetischer Schnickschnack, keine Pseudo-Emotionalisierung“, schrieben sie im Februar diesen Jahres. „Die geführten Gespräche erschienen uns in ihrer Aussagekraft und Emotionalität dicht genug, um sie allein für sich, ohne jegliche Kommentierung durch uns, und möglichst unaufdringlich montiert sprechen zu lassen.“ Den Filmemachern Schnadt und Beulich ist im Ganzen ein Film gelungen, der zahlreiche Hinweise auf die gesellschaftlichen Ursachen der Tat von Robert Steinhäuser liefert. Der Film lässt Lehrer, Mitschüler, Angehörige der Opfer und auch zum ersten Mal die Eltern und den Bruder von Robert Steinhäuser sprechen.“ (Der Amoklauf des Robert Steinhäuser)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wer sich (stückchenweise) bis hier her durchgearbeitet hat, wird vielleicht ein bisschen mitfühlen können, was die betroffenen Menschen bewegt und worunter sie heute immer noch leiden. Es ist aber auch wichtig, dass Schüler immer wieder davon erfahren, auch diejenigen, die nach 10 Jahren die Schulen bevölkern, und dieses Ereignis nur aus den Medien und den Erzählungen kennen.

Ich schreibe dies, nicht damit es sich nicht wiederholen soll, denn es ist ja bereits wieder passiert und das Potential ist heute noch genau so vorhanden und nicht geringer geworden, nein, ich poste diesen Artikel, weil ich der Meinung bin, dass weder Gesellschaft noch Schule daran etwas ändern können, sondern dass sich etwas ändert, wenn ich bei mir anfange. Wie das auch der Betroffene Eric T. Lang erkannt hat.

Als ebenso wichtige Instanz sehe ich die Familie an. Trotz der harten Realität der Arbeitswelt heute und der ganzen Zwänge. Dabei sind immanent wichtig die ersten Lebensjahre. Was die Eltern vor der Schulzeit (vor dem Kindergartenalter möchte ich fast meinen) versäumt haben an Erziehung (an wirklicher Erziehung), dass bemühen sich die Lehrer vergebens, den Schülern beizubringen. Ja, ich denke sogar, die Schule kann die Kinder/ Jugendliche nicht auf das Leben vorbereiten, wenn da die Eltern nicht schon einen entscheidenden Grundstein gelegt haben.

Auf der anderen Seite sollten weder Staat noch Schule den Eltern Steine in den Weg legen, wie auch umgekehrt. Das was man Elternabend nennt, ist nämlich manchmal ganz etwas anderes: Ein Schlachtefest voll Dekadenz auf beiden Seiten. Der pubertierende Jugendliche dazwischen mit seiner mangelnden Motivation, seiner Suche nach sich selbst und seinem Platz in dieser Welt. Manchmal heillos überfordert, weil die Eltern ihn mit den besten Absichten in die falsche Schule geschickt haben. Allein gelassen sich fühlend, weil niemand ihm helfen kann mit seinen Pickeln und kochenden Hormonen umzugehen, dazu all dieser Frust in der Schule und die drohende Langeweile.

Was tun wir? Wir denken nach über die Änderung des … Waffengesetzes. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer in die falsche Richtung. Völlig von der Schule genervt sagte schon Seneca: non vitae, sed scholae discimus (nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir). Die Pädagogen haben den Satz dann mit erhobenen Zeigefinger umgekehrt.

Schämt euch

Der große Zapfenstreich für Bundespräsident Wulff wurde massiv von Leuten mit Vuvuzelas und Trillerpfeifen gestört. Schon zu allen Zeiten haben Menschen auf der Straße ihren Unmut gegen unbeliebte Herrscher kundgetan und waren dabei nicht zimperlich. Vor allem nach deren Tod, Sturz oder Verbannung wurden nicht nur Büsten, Kunstwerke und dergleichen, die auf sie hinweisen, zerstört; einen unbeliebten Papst hat der Plebs aus dem Grab ausgebuddelt und in den Tiber geworfen. Dass wir uns aber derart ins Mittelalter und noch davor zurückversetzen lassen müssen,  ist für mich nicht nachvollziehbar.

Diejenigen, die Aufrufen aus dem Internet folgen und zu nicht genehmigten Demonstrationen erscheinen, muss man strikt die Frage stellen, ob sie es für angemessen halten würden, wenn ich via facebook zu einem Pfeifkonzert vor ihrem Haus anlässlich der Silberhochzeit o.ä. aufrufen würde, nur weil das Gerücht im Umlauf ist, sie würden ihren Ehepartner betrügen und massiv Gelder an eine(n) Geliebte(n) verschleudern. Respekt scheint ein Wort zu sein, das dem Plebs durch alle Altersgruppen fremd geworden ist. Das Internet und die Medien, die solche undemokratischen Verhaltensweisen auch noch hofieren, scheinen geradezu eine Plattform für den Plebs zu sein, allgemeinen Unmut zu personalisieren und das völlig zu unrecht.

Am seriösesten berichtet immer noch die Tagesschau/-themen: Abschied mit Pauken und Protesten. Und ich möchte auf einen früheren Artikel verweisen, der auch die archaischen Prinzipien beschreibt die hinter dem ganzen „Fall Wulff“ stehen:

Die Privatspäre eines Bundespräsidenten und die Macht der Medien

Vergauckelt?

Der Streit um den Kandidaten für’s Bundespräsidentenamt geht in eine neue Runde. Mittlerweile haben sich die Parteien mit drei Buchstaben auf Joachim Gauck geeinigt. Dennoch: Wird den braven Deutschen die nächste Mogelpackung untergejubelt? Noch bevor etwas entschieden ist, zerreißen sich die Medien wieder das Maul. Die Tinte ist auch noch nicht ganz trocken und die „Zeit-Online“ hat soeben einen interessanten Artikel hierzu veröffentlicht: „Guter Gauck, böser Gauck„. Ich würde das nun nicht gerade „Schweinejournalismus“ nennen (Fraktionschef der Grünen, Jürgen Trittin, bei Maybrit Illner gegen die Berichterstattung der Tageszeitung „taz“  über Joachim Gauck), aber das trifft es haargenau, was die Medien – allen voran aber der Springerverlag – in Deutschland für einen Zirkus veranstalten.

Deshalb halte ich die Designation Joachim Gaucks als Bundespräsidenten für die schlechteste aller Wahlmögllichkeiten. Ein Mensch, der jetzt schon so viel polarisiert, kann sich nicht lange im Amt halten. Dann stehen wir in ein paar Monaten wieder vor der gleichen Situation und „sind so klug als wie zuvor“.