Sia und Autokaraoke

Schon vor einiger Zeit hatte ich ja Michelle Obama im Auto von Latenight Talker James Corden entdeckt. Richtig cool!!!

Jetzt zappe ich mal wieder auf youtube und finde meine zur Zeit absolute Lieblingssängerin Sia bei ihm im Karaoke-Interview. Die Stimme ist einfach genial.

Was ich auch gut finde, ist, dass sie sich mit dieser komischen Perücke selbst auf die Schippe nehmen kann. Trotzdem finde ich dieselbige – gelinde gesagt – mistig. Aber wenn es für sie so besser ist und sie damit sich ein kleines bisschen mehr Privatsphäre schaffen kann, muss man es eben so verstehen.

Hinunter ist der Sonnenschein

Nikolaus Herman veröffentlichte 1560 den Text zu diesem Abendlied. Melchior Vulpius vertonte 1609 diesen Text auch mehrstimmig. Die Rezensionen über dieses Lied sind spärlich. Heinrich Schütz soll es auch neuvertont haben. Allein es fehlt mir der Erweis. Auch im Internet ist kein wikipedia-Eintrag festzustellen. Das neue römisch-katholische Einheitsgesangbuch „Gotteslob“ hat es verbannt. Im Gotteslob 1975 steht es im Stammteil unter der Nr. 705 mit einer Textänderung in der ersten Strophe: „Hinunter ist der Sonne Schein …“ Auch das EG unter der Nr. 467 folgt dieser Textvariante. Nach dem Lied ist dort auch der vierstimmige Satz von Vulpius veröffentlicht.

1. Hinunter ist der Sonnenschein,
Die finstre Nacht bricht stark herein;
Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht,
Laß uns im Finstern tappen nicht!

2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag
Vor Schaden, G’fahr und mancher Plag‘
Durch deine Engel hast behüt’t
Aus Gnad‘ und väterlicher Güt‘.

3. Womit wir hab’n erzürnet dich,
Dasselb‘ verzeih uns gnädiglich
Und rechn‘ es unsrer Seel‘ nicht zu,
Laß uns schlafen mit Fried‘ und Ruh‘!

4. Durch dein‘ Engel die Wach‘ bestell,
Daß uns der böse Feind nicht fäll‘;
Vor Schrecken, G’spenst und Feuersnot
Behüt uns heint, o lieber Gott!

Im Gotteslob und EG endet die letzte Strophe:

Vor Schrecken, Angst und Feuersnot
behüte uns, o lieber Gott.

Dieser Schluss ist etwas gefälliger. Das ganze Lied klingt wie ein vertontes Abendgebet. Es erinnert mich an die Gebete meiner Kindheit, als wir vor dem Bettchen und dem großen Kreuz knieten, welches über der Schlafstätte angebracht war. Dabei war auch immer ein Schutzengelgebet. Das ganze Lied macht den Eindruck, dass hier zumindest ansatzweise solch ein katholisches Schutzengelgebet Pate gestanden hat für dieses lutherische Abendgebet.

Hl. Schutzengel mein,
lass mich Dir empfohlen sein.
In allen Nöten steh mir bei
und halte mich von Sünden frei.

In dieser Nacht, ich bitte Dich,
beschütze und bewahre mich. Amen.

Heute sehe ich das Lied im Kontext der liturgischen Texte der vergangenen 3. Sonntags im Jahreskreis (Lesejahr A), die uns auch explizit noch einmal auf die Weihnachtszeit verweisen:

Das Volk, das im Dunkel lebt,
sieht ein helles Licht;
über denen, die im Land der Finsternis wohnen,
strahlt ein Licht auf. (Jes 9,1)

Und im Evangelium heißt es:

Das Volk, das im Dunkel lebte,
hat ein helles Licht gesehen;
denen, die im Schattenreich des Todes wohnten,
ist ein Licht erschienen.
Von da an begann Jesus zu verkünden:
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. (Mt 4,16.17)

Jesus Christus ist das Licht, das auch heute durch seine Nachfolger in der Welt leuchtet. Manchmal aber scheint es, als ob die Flamme erstickt würde in den Alltagssorgen, politischen und wirtschaftlichen Irrungen und Wirrungen. Die Dunkelheit in der Welt nimmt zu.

Und dabei sollte uns doch die Klarheit und Wahrheit des Herrn umleuchten. Statt dessen ist es die Finsternis der Unvernunft und der Unbarmherzigkeit.

Ich glaube nicht an einen Geist des Bösen, der personifiziert außerhalb der menschlichen Person existiert. Auch wenn viele meinen: Wenn es Engel gibt, muss es auch ein Pendant dazu geben. Nein, denn es gibt ja auch kein Pendant zum Menschen. Im Menschen ist das Gute und das Böse angelegt. Die Macht des Bösen ist aber stärker als das Licht. Immer wieder bricht es tiefe Schneisen in den Kreislauf des Lebens.

In letzter Zeit frage ich mich: Widersage ich dem Bösen wirklich, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben? Oder ist das nur ein Lippenbekenntnis, das meine Eltern für mich bei der Taufe und ich dann bei der Firmung spreche(n)? Jesus zu folgen, heißt den allzu verlockenden Parolen – auch den populistischen – zu widersagen. Nächstenliebe ist keine Theorie. Jesus fordert die Praxis: Kehrt um! Das Himmelreich (nicht irgend ein Menschenreich) ist nahe!

O bleib bei uns, Herr, denn es will Abend werden.

First Lady Michelle Obama Carpool Karaoke

Da muss ich doch noch einen neuen Beitrag anfangen. Das wird es wohl unter Trump so nicht geben:

Endlich da – des Desasters letzter Streich?

Orgelbuch-StammteilEs soll im September ab der zweiten Woche ausgeliefert werden – das lang vermisste und seit über einem Jahr überfällige „Orgelbuch zum Stammteil“, so das Deutsche Liturgische Institut. Eine äußerst schwache Leistung war ja schon die Teileinführung des Gotteslobes zum 1. Advent 2013, wohlgemerkt ohne Orgelbuch. In manchen Bistümern ist das Gotteslob ja erst zum Sommer eingeführt worden, wenn überhaupt … 😉 Manch einer wird sich denken: Wir überspringen die Einführung dieses Gotteslobes und warten gleich auf die Neuauflage.

Revisited: O Haupt voll Blut und Wunden

Vor knapp zwei Jahren habe ich eine kleine Rezension über das wohl bekannteste und beliebteste Passionslied der heutigen Zeit geschrieben: O Haupt voll Blut und Wunden. Was soll ich sagen: Irgendwer von den Machern des neuen „Gotteslobes“ muss diesen Artikel gelesen haben. Im neuen GL Nr. 289:

Die zweite Strophe wird jetzt im Original wiedergegeben:

2.
Du edles Angesichte,
Davor sonst schrickt und scheut
Das große Weltgewichte,
Wie bist du so bespeit!
Wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Augenlicht,
Dem sonst kein Licht nicht gleichet,
So schändlich zugericht’t?

Als 5. Strophe fügt das neue im Vergleich zum alten „Gotteslob“ ein:

6. (Originalstrophe)
Ich will hier bei dir stehen,
Verachte mich doch nicht!
Von dir will ich nicht gehen,
Wenn dir dein Herze bricht;
Wenn dein Haupt wird erblassen
Im letzten Todesstoß,
Alsdann will ich dich fassen
In meinen Arm und Schoß.

Danach geht es wie im alten „Gotteslob“ mit den Strophen 8 bis 10 im Original weiter. Ja, das neue „Gotteslob“ wartet mit einigen interessanten Überraschungen auf, textlich wie auch melodiös. Da werd‘ ich wohl in nächster Zeit einige meiner Artikel visitieren müssen.

 

Das neue Gotteslob ist da

Juh-hu, wie ich mich freue 😦 Nach dem (noch nicht ausgestandenen) scheinbar endlosen Desaster mit der Einführung des neuen Kirchengesangbuches „Gotteslob“ kommt es heute¹ in unsere Gemeinden des Bistums Erfurt. Mehr oder weniger feierlich wird es eingeführt. Ich plädiere ja dafür, dass in diesem Fall weniger mehr ist. Kein großes Brimbamborium. Es ist einfach da und wird ab heute¹ benutzt. Über die Benutzerfreundlichkeit möchte ich vorab dennoch schon einiges loswerden.

neues GotteslobIch habe das Buch ja schon seit einigen Wochen zur Ansicht und jetzt seit einigen Tagen auch die für meine Augen notwendige Seniorenausgabe. Der Schriftsatz ist – um es positiv zu sagen – gewöhnungsbedürtig. Die für die neue Ausgabe extra entwickelte Schrift soll auch in dunklen Kirchen gut lesbar sein. Naja. Einzelne Seiten sind schlichtweg Papierverschwendung. Man hätte sich lieber ein Beispiel am neuen evangelischen Gesangbuch nehmen sollen. Das ist übersichtlicher; es hat mehr Lieder; überhaupt ist es ein Gesangbuch. Das neue Gotteslob verfolgt jedoch ein anderes Konzept: Nicht nur Gesang- und Gebetsbuch will es sein, sondern auch ein Liturgiebuch und ein Hausbuch. Die Bischöfe schreiben zur Einführung:

„Neu hinzugekommen sind gottesdienstliche Formen wie Tagzeitenliturgien, Wort-Gottes-Feiern und häusliche Andachten.“

Naja, die Tagzeiten sind nicht ganz neu: Laudes, Vesper und Komplet waren auch schon im alten Gotteslob. Im übrigen dort so sortiert, dass man sie unter den Zeiten im Jahreskreis finden konnte. Jetzt sind sie alle hintereinander geklatscht, nein, nicht nach den Psalmen sondern erst ab Nr. 613 bis Nr. 667. Hinzugekommen und wirklich neu ist eine Eigenfeier in Form eines Morgenlobs, Abendlobs oder Nachtgebet. Zu diesen Gebetsformen gab es schon einmal eine Buchreihe. Diese werden aber genau so wenig  gepflegt wie die normalen Tagzeitenliturgien (außer an Kathedral- oder Hauptkirchen).

GotteslobengelDanach kommt ein klitzekleiner Beitrag zu den Wort-Gottes-Feiern. Das zeigt auch, wer am neuen Gotteslob mitgestrickt hat … die Lateinfraktion. Unter der kuriosen Rubrik „Woche“ findet sich der „Sonntag“ unter der Nr. 103 und dann geht es gleich mit den „Messgesängen“ weiter, beginnend mit „Lateinische Ordinarien“ 18 Seiten und dann 9 Seiten „Deutsche Ordinarien“.

Ab Nr. 672 findet sich das Puzzlespiel „Andachten“. Erst der Eröffnungsteil Nr. 673 – eine Seite!!!, keine Alternativen; dann zur Aussetzung Nr. 674 – eine Seite!!!, keine Alternativen; dann die Andachten, die sich am Leben Jesu orientieren usw. jeweils zwei Seiten!!! und schlussendlich der „Abschluss“ Nr. 681 ohne und Nr. 682 mit eucharistischem Segen. Daran schließt sich die Kreuzwegandacht an – was soll ich noch sagen, aber ich muss mich wiederholen: Papierverschwendung!!! Dann folgt der Regionalteil, über den ich noch gesondert nachdenken muss. Erst einmal so viel: Man hat unter anderem versucht, aus dem Stammteil verbannten Hits Asyl zu gewähren.

Fazit: Wir werden uns daran gewöhnen müssen. Das Einheitsprinzip ist und bleibt immer die Crux. Vor allem dann, wenn es heißt, der Vielfalt gerecht werden zu wollen.

„In diesem Sinne wünschen wir dem neuen Gotteslob eine gute Aufnahme – uns allen aber viel Freude damit und Gottes Segen!“

Erfurt, den 30. März 2014       Für das Bistum Erfurt:               Weihbischof Dr. Reinhard Hauke, Diözesanadministrator

¹ Sorry, gestern war so ein schöner Tag, dass ich diesen Artikel erst am Montag fertiggestellt habe.

Mozart on the drums

Vorgestern habe ich eigentlich nur die EDEKA-Werbung einstellen wollen, da bin ich über einige „alte Bekannte“ gestolpert: Die Miniband. Nein, ich sag’s nochmal: Das ist keine Band von Ministranten sondern eine britische Rockband von 9 -11 jährigen Kindern, die ich auch schon mal vor ewig langer Zeit gebloggt habe. Guckst du hier: Mini Band und hier Metallica’s fav kid band – The Mini Band revisited.

Dann kam mir der Drummer auf dem falschen Gig in die Quere und last not least Mozart mit den Schwefelhölzchen, ach ne … falsches Märchen. Mozart mit den drumsticks: Avery Molek, 6 Jahre alt.

Ein Kommentator meint zu einem der vielen unter youtube eingestellten Videos: „Someday soon they will be describing you as Greatest Of All Time“. Naja … maybe. Ein ziemlich großes Repertoire und auch Ego hat er ja jetzt schon. Er soll nur nicht vergessen, auch Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. 🙂
Und er darf sogar bei den Großen mitspielen. Demnächst wird man ihn wohl auch bei den ganz Großen antreffen.

Als Info unter dem Video steht: „Avery Molek (6 year old drummer) & Punisher performing „Love Gun“. Event was for (3 year old) Olivia Grace who is fighting Acute Lymphoblastic Leukemia (ALL)„.

Wunderkind, da kann man sich nur wundern. Und welch eine Begeisterung:

Und hier ein Interview, wie alles begann:

The drummer is at the wrong gig

Lach mich weg. Was es nicht alles gibt?! Der Drummer heißt übrigens Steve Moore (The Mad Drummer). Die Performance ist einzigartig. Wer auf Statistiken steht: Seit 1.6.2010 bis heute: 26,7 Mill. Klicks. Vom 29. und 31.5.2012 war er sogar bei Stefan Raab. Der konnte auch nicht genug von seinen comicartigen Moves bekommen. Zu den entsprechenden Videos gelangt man über den Link oben.

Und hier das Neueste von ihm ein Promo für … Was auch immer …

Und noch etwas zum Träumen

Vor langer, langer Zeit – genau am 14.1.2012 – habe ich in meinem Onlinetagebuch mit dem etwas eigenwilligen Titel „Nacht des Herrn“ einen Artikel über Eva Cassidy geschrieben (Etwas zum Träumen). Es muss gestern oder heute irgendwer versehentlich diesen angeklickt haben – is nich schlimm, kann jedem mal passieren -, so dass ich ihn mir heute wieder vorgenommen habe. In eben diesem Posting habe ich auch das Liedchen „Songbird“ erwähnt. Mit 10 Mill. Klicks wurde diese „Voice of an angel“ aufgerufen. Also zurücklehnen und genießen. Engelsgleich!

Hitmix 2013

Als eingefleischter Wise Guys Fan hätte ich nie gedacht, dass ich je das folgende je schreiben würde: Es gibt auch andere gute a-cappella-Gruppen. Schon vor einem Jahr bin ich auf die Band „Maybebop“ gestoßen. Der Hitmix 2013 übertrifft so vieles; sehr schön auch das Mix-up zum Schluss.

Applaus, Applaus.

Last Night of the Proms (Nachschau)

Da falle ich doch auf dem blog von Vincentius Lerinensis, Doktor der MetalTheologie, über ein posting: Vom Tage (oder so). Jerusalem – eine englische Hymne, die in der Royal Albert Hall in der zweiten, „ausgelassenen“ Hälfte während der Last Night of the Proms nicht fehlen darf.

Das veranlasst mich zu erwähnen, dass dieses Jahr das erste Mal in der 118-jährigen Geschichte eine Frau den Dirigentenstab zur Last Night schwingen durfte: Marin Alsop, eine US-amerikanische Dirigentin noch dazu. Auch die traditionelle Rede hat mich sehr überzeugt von dieser taffen (ugs. von engl. tough) Frau!! Natürlich muss man auch die Solistin nennen: die Mezzo-Sopranistin Joyce DiDonato und hier ganz besonders die Arie „Ombra mai fu“ die auch als Largo von Händel bezeichnet wird. Bei youtube nur im bundle gefunden (ab 3:05 wird es interessant).

Auch den Song „Somewhere over the Rainbow“ meistert sie bravourös. Hier schon im zweiten Teil – mit neuem Kleid und Glitzer 🙂 Man beachte das geschmückte Dirigentenpult. Ach ja, die Briten. Für sie ist die Institution Last Night of the Proms eine Mischung aus Karneval und Fasching. Auf dem Schild vor der Dirigentenkanzel steht: „Multitasking area no men allowed“. Das nenne ich Frauenpower!

Furios die heimliche Hymne des British Empire: Rule Britannia. Ja, die alten Zeiten. Heute nur noch zweite oder dritte Reihe, nach den USA oder Deutschland (je nach Sichtweise: europäisch oder nordamerikanisch).

Ja und hier die Hymne „And did those feet in ancient time“ besser bekannt unter „Jerusalem“. Aber nicht so schnell die Rede first und dann noch ein bisschen mehr … GSTQ in einem solch getragenen Tempo zu Anfang – noch nie gehört, genießt die Atmosphäre am besten in HD.

Mein Lieblingslied im alten Gesang- und Gebetsbuch „Gotteslob“

Aus dem einige Monate andauernden Bloggerschlaf erwacht, melde ich mich zurück und stolper sogleich wieder in Bachmichels Haus. Das habe ich ja immer gern gemacht, nur eben nicht in der letzten Zeit. Dort finde ich eine schöne Aktion, nämlich eine „Blogparade: Lieblingslied im alten Gotteslob/Gesangbuch„. In der Vergangenheit habe ich ja schon oft einige Gottesloblieder besprochen. Welches aber ist mein Favorit? Als Paul-Gerhardt-Fan muss ich eindeutig bekennen, dass es zwei Lieblingslieder sind: „O Haupt voll Blut und Wunden“ und „Ich steh an deiner Krippen hier“. Auf letzteres möchte ich in der Adventszeit noch ein wenig in betrachtender Weise näher eingehen. Hier aber schon mal der Text:

1. Ich steh an deiner Krippen hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.

2. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.

3. Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht‘,
wie schön sind deine Strahlen!

4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen!

Im Original hat das Lied 15 Strophen. Das Gotteslob beschränkt sich auf die 1.,3.,4. und 5. Strophe. Auch das Evangelische Gesangbuch von 1993 verwendet den behutsam revidierten Text. Es ist für mich auch mit der traditionellen Melodie unter der Nummer GL 141 eines der schönsten Weihnachtslieder. Staunend vor dem Wunder der Menschwerdung Gottes stehe ich an der Krippe, die der Heilige Franziskus für uns gebastelt hat. Am liebsten ist mir aber die Fassung von J.S. Bach, die der „Erfurter Bistumsanhang zum Gotteslob“ unter der Nummer 910 wiedergibt. Das ist wohl dem geschuldet, weil ich das Weihnachtsoratorium von Bach schon einige Male mitsingen durfte. Die Erfurter Ausgabe umfasst noch zusätzlich die Strophen 7 und 14 des Originals als 5. und 6. Strophe.

5. Wann oft mein Herz im Leibe weint
und keinen Trost kann finden,
rufst du mir zu: „Ich bin dein Freund,
ein Tilger deiner Sünden.
Was trauerst du, o Bruder mein?
Du sollst ja guter Dinge sein,
ich zahle deine Schulden.“

6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir,
mein Heiland, nicht versagen:
daß ich dich möge für und für
in, bei und an mir tragen.
So laß mich doch dein Kripplein sein;
komm, komm und lege bei mir ein
dich und all deine Freuden.