America first … and second?

Schon seit einigen Tagen – ja, ich gebe es zu: Ab und an sehe ich „neo-royal“ – bin ich auf real existierende Satire gestoßen: Germany second.

Leider ist unser so teuer finanziertes Zweites Deutsches Fernsehen anscheinend so auf die Urheberrechte versessen, dass es die Idee einer Second-Homepage ad absurdum führt. Denn klickt man auf Germany auf der auch schon in der Sendung angegebenen Seite everysecondcounts.eu, erscheint nur der Hinweis auf diese Urheberrechte, sonst nix.

Schade, war eigentlich eine lustige Idee. Aber die Niederländer und alle anderen haben gewonnen, nur das ZDF hat wieder einmal geloost. Im Übrigen kann ich schon voraussagen, dass in wenigen Tagen der obige Link zur Sendung von Böhmermann wahrscheinlich in den nächsten Tagen gelöscht wird. Und das nicht wegen der Erdogan-Kritik, die auch beim besten Willen nicht erkennbar ist.

Das ZDF hat Halbwertzeiten der Veröffentlichungen in seiner Mediathek, da werden sämtliche Atomkraftwerkbetreiber blass. Könnte man diese Halbwertzeiten auf Atommüll übertragen, gäbe es keine Probleme mit dem Zeug. By the way: Die Abgaben, die ich für ZDF und Co. abdrücken muss, müssten doch eine längere Auffindung solcher Sendungen im Internet ermöglichen.

Und heute mal: Erdogan

Treffen sich drei Despoten: Putin, Trump und Erdogan. Einer gefährlicher als der andere. Während die Fans dieser Despoten noch von Hexenjagd und Lügenpresse reden, sich ihrem blinden Wahn hingeben, nimmt einer ein Wort in den Mund, das ich das letzte Mal auf Plakaten des griechischen Mobs gesehen habe, als sie sich gegen die Sparpolitik der EU und gegen Merkel ausgekotzt haben.

Dass sich Erdogan aber auf diese Ebene begibt, ist neu, wenn auch nicht unerwartet. Und Trump ebenso: Er wäre von seinem Amtsvorgänger im „Heiligen Wahlkampf“ (O-Twitter Trump) bespitzelt worden. Eine gezielt gesetzte Fake News, die sich faktisch nicht beweisen lässt. Aber wen kümmert das schon, den Zweck hat es erfüllt. Und bekanntlich heiligt der Zweck die Mittel. Erdogan beleidigt mittlerweile das deutsche Volk auf übelste Weise und keiner reagiert angemessen darauf.

Was hat der türkische Wahlkampf in Deutschland zu suchen?  Die hier lebenden (Deutsch-)Türken sind keine ausreichende Begründung. Außerdem sollten wir uns daran erinnern, dass deutsche Politiker noch vor kurzem deutsche Truppen in der Türkei nicht besuchen durften. Leise und klein hat man das abgehandelt. Während sich dieser faschistische Erdogan erdreistet zu poltern, als währe er der neue Sultan des Osmanischen Reiches. Bleibt nur zu hoffen, dass die Türken erneut vor Wien scheitern.

Traditionalistisch – Fundamentalistisch

Lange hatte ich folgenden Artikel im Köcher. Jetzt aber, wo alle Welt von den Leuten schwätzt, die sich funfamentalistischen Strömungen des Islam anschließen und sich radikalisieren – wobei die Frage bleibt, ob der IS überhaupt muslimisch ist – habe ich mir gedacht, kannst du ja auch mal über die Tradis/ Fundis in der Römisch-Katholischen Kirche palabern. Nach all der Zeit (zuletzt revidiert 18.11.2011) findet man sogar noch alle Links, auf die der Post verweist.

Wer hätte das gedacht: Gott versteht nur Latein. Ich wusste es immer. Alles andere ist „Geschwätz mit dem Nachbarn“. Wenn ich also in Deutsch zu Gott bete, dann versteht er mich gar nicht. Jetzt wird mir so manches klar: Wir brauchen die Messe des extraordinären Ritus, weil wir als muttersprachlich deutsche Katholiken gar nicht von Gott verstanden werden und deshalb in Form des Latein vor sich hermurmelnden Priesters einen Fürsprecher brauchen. Er ist ja als einzig wahrer und verständiger geweihter Christ in der Lage oder besser gesagt von Gott dazu auserwählt, meine Gebete zu transformieren.

Wem hält hier der Priester die Hostie entgegen und warum?

Manche Leute schnipseln sich die Videos so zurecht, wie sie es für ihre Propaganda brauchen. Siehe auch: Katholische Konterrevolution. Wirklich furchtbar ist das. Dabei heißt es doch: Du sollst nicht lügen. Ich frage mich, welches Kirchenbild hier vermittelt werden soll? Und die einzig brauchbare Antwort, die mir auch jeder normale Mensch geben wird, ist: Die Kirche steckt doch noch im Mittelalter. Fragen der Neuzeit werden als irrelevant und böse abgestempelt. DIALOG wird mit DIABOLOS gleichgesetzt. Der Weltsicht der Moderne und Postmoderne wird ein Katechismus entgegengehalten, der eine meterdicke Staubschicht aufweist.

Hier noch zwei Artikel, die ich für besonders durch den Wind halte: Kontinuität oder Bruch sowie Was heißt „die neue Messe anerkennen“. Und dabei muss ich der Ausdruckskraft meiner Meinung Einhalt gebieten. Nur soviel: In welcher Welt lebt der Verfasser? Gestern oder vorvorgestern? Ach nein, er meint die Piusbrüder! Das ist ja schon klar, dass die nicht in dieser Welt leben. Der Kosmos dieser Vereinigung dreht sich nur um das Eucharistieverständnis der Missa Tridentina.

Ich versteh‘ die Fundis nicht. Sie geben sich so kämpferisch für ein Kirchenbild, das in einer Zeit entstanden ist, in der die Welt am Abgrund stand: Nepotismus und Simonie waren in der Kirche an der Tagesordnung. Gegen diese und andere Missstände in der Kirche galt es eine klare Linie zu vertreten. Das hat das Tridentinische Konzil auch geschafft. Auch in der Priesterausbildung. Aber die Zeiten haben sich geändert. Heute stehen ganz andere Probleme auf der Tagesordnung, auf die die Traditionalisten keine verständliche und befriedigende Antwort haben.

[Hier doch eine Nebenbemerkung in der Revision: Die Welt steht auch heute an einem Abgrund. Auch der ist hausgemacht; betrifft aber weder den religiösen Diskurs noch innerkirchliche Missstände, sondern einen eher handfest existenziellen: der viel zu wenig beachtete Klimawandel mit all seinen leider nur all zu wahren Katastrophen- und Horrorszenarien.]

Abgrenzend von ihnen möchte ich mich als konservativ im positiven Sinne betrachten. Traditionell eingestellt – nämlich den Traditionen der Kirche insbesondere des II. Vatikanums mich verpflichtet fühlend. Dabei sehe ich das Konzil als kontinuierlich in der Reihe der Konzilien stehend an. Es gibt keinen Bruch in der Kirche, jedenfalls nicht durch das Konzil. Die Brüche in der Kirche sind anderer Natur. Das II. Vatikanum hat versucht Antworten zu finden auf die Erfordernisse der Zeit. Weil aber fundamentalistische Kräfte eine Weiterentwicklung der Ideen des Konzils verhindern, verlieren katholische Christen hier in Europa immer mehr an Ansehen. Atheistische „Bewegungen“ werden zunehmend radikaler und der Glaube scheint nicht nur in der römisch-katholischen Kirche zu verdunsten.

Nebenbei: Ich kann es nur als Satire auffassen, wenn Fundamentalisten in ihren Blogs darauf verweisen, dass sie zu den Aussagen des II. Vatikanums stehen würden. Irgendwie kann ich aber schlecht darüber lachen. Aber wahrscheinlich ist das so ein Fundi-Insider-Witz, haha. Tatsächlich entfernen sich viele Katholiken von den Lehrmeinungen des II. Vatikanischen Konzils. Statt dessen gehen sie einen Schritt zurück. Aus Angst vor den Unsicherheiten der Moderne und Postmoderne skandieren sie die Ausführungsbestimmungen des Tridentinischen Konzils, die in der Folge in entscheidender Weise zu Kirchenspaltungen beigetragen haben. Mangelnde Dialogbereitschaft war schon damals der Knackpunkt gewesen. Wäre es zu einem echten Disput zwischen Papst, Luther und Theologen gekommen, so sähe die katholische Welt heute anders aus. Warum soll die Kirche sich nicht weiterentwickeln? Weil das Tridentinum das Non-Plus-Ultra ist?

Viele Fundamentalisten meinen, sie hätten die Wahrheit für sich gepachtet. Da sind die Leute, die Handzettel verteilen gegen die Handkommunion. Wer jemals einen solchen Wisch gelesen hat, kann verstehen, weshalb die Fundamentalisten sich so oft folgender Wörter bedienen: Hölle, Teufel, Linke Theologen (was immer das sein mag – lach mir einen Ast, die Leute, die so etwas schreiben, wissen gar nichts vom real-existiert-habenden Sozialismus in der DDR, pah, und schimpfen auf alle, die „modernistische“ Äußerungen von sich geben – was immer das jetzt schon wieder sein mag) und häretisch und schismatisch. Seien wir mal ehrlich, wer verwendet diese Wörter heute noch im alltäglichen Sprachgebrauch. Die stereotype Antwort darauf kenn‘ ich schon: Deshalb sind sie nicht weniger wahr. „Quid est veritas?“ – Gott ist Wahrheit! Und ob Gott die Rubriken der Extraordinären Messe so gut kennt, wie manche Priester/ Laien oder ob er das Kirchenrecht so genau studiert hat, wage ich zu bezweifeln.

Naja, so viel dazu …

Blockbustaz

Wer hat schon gegen „Blockbustaz“ (42048 Stimmen) in der Abstimmung eine Chance? Der Tod mit seiner Sitcom „Jetzt ist Sense“ (8495 Stimmen) konnte sich leider nicht durchsetzen. Aber man kann sich beide Piloten anschauen:

Blockbustaz hier

Jetzt ist Sense hier

und last and least auch den dritten Beitrag: Alibi Agentur hier

Infos zur Aktion auf ZDFneo: Der Tod und die Sitcom.

Der Tod und die Sitcom

Da wollte ich heute mal wieder gemütlich in meinen verlinkten blogs lesen und da stolper ich gerade über einen Beitrag im Bestatterweblog: Jetzt ist Sense. Na, klar, denke ich, was sonst soll auf einem Bestatterweblog auch stehen als ein Artikel über den Sensenmann. Aber wenn man weiterliest, erlebt man eine Überraschung.

ZDFneo –  wer guckt das schon – bringt Ende August (also in knapp 4 Tagen und 3 Stunden) eine Sitcom heraus, die zwei Haupthelden hat: einen Schlüsseldienstfuzzi Andi und seinen besten Freund, den Tod. Ja, den Sensenmann, der allerdings nicht mehr mit Kapuzenkutte, Knochenhand und Sense daherkommt sondern im Anzug und einfach stoisch seine Arbeit macht. Bei Andi hat er noch einen gut, weil er den aus dummen Zufall und Schusseligkeit hat leben lassen. Jetzt wird er sein bester Freund, hat endlich mal jemanden zum ratschen und folgt ihm seitdem überall nach. Andi ist der einzige, der den Tod sehen kann, was ihn selbst verständlicherweise nervt, denn seine Umgebung hält ihn zunehmend für verrückt.

Interessanter Plot. Erinnert mich ein bisschen an: Die Geschichte vom Brandner Kasper. Wobei ich ja die Version mit Bulli Herbig ganz toll finde. Hier noch die entsprechende Seite von ZDF-neo: Jetzt ist Sense. Das Verrückte dabei ist jedoch: Diese Sendung ist nur ein Pilot, der erst zur Serie wird, wenn er die Abstimmung gewinnt. Also fleißig voten – für den Tod. Denn Sterben müssen wir doch alle, oder?

Nachtrag zur Wahl des Europaparlamentes

Monty Pythons berühmte Szene „What have the Romans ever done for us?“ aus „Life of Brian“ hat ein neues Remake erhalten. Einige junge Menschen haben sich so ihre Gedanken zu Europa gemacht. Hey Leute, das ist Satire, deshalb musstet ihr nun nicht im Mutterland der Monty Pythons die Rechtspopulisten gewinnen lassen. Obwohl ich der Meinung bin, dass ein Dämpfer gegen die Verordnungswut der EU auch notwendig ist. Außerdem sollten die Aufnahmebedingungen für Anwerberstaaten verschärft werden. Sonst ist die nächste EURO- und Finanzkrise nur eine Frage der Zeit. Dann ist das Gezeter wieder groß und alle wollen rasch an den Tropf von Deutschland. Wenn dann Frau Merkel wieder Bedingungen stellt, werden auch wieder die Plakate gegen „Hitler-Merkel“ und „Nazi-Deutschland“ herausgeholt. Und eines ist ganz klar – und da zähle ich mich zu den 77% der Deutschen, die einen Beitritt in die EU generell ablehnen (Die restlichen Prozente sind wohl Türken): Die Türkei gehört nicht zu Europa!!!

Wir beugen uns keiner Gewalt! Spalter! 😉

Sieben Wochen ohne

Anfänglich war diese Aktion mal richtig gut. Aber dieses Jahr haben die Macher sich mit dem Zentrum für evangelische Predigtkultur zusammengetan. Ein Kommentator zu dem Artikel: „Fastenzeit: Pfarrer sollen nicht über Gott predigen“ auf evangelisch.de beschreibt das ziemlich passend: Der Feind in den eigenen Reihen!!!

Und darum geht es: Sieben Wochen ohne große Worte. Die Idee, die dahinter steckt, ist auf den ersten Blick interessant und verlockend. Wenn man aber einen Funken Verstand hat, merkt man, dass dieses Ansinnen unchristlich, synkretistisch und spalterisch ist. Nicht nur die ersten Märtyrer drehen sich im Grabe um, auch Martin Luther würde gegen solchen Unsinn auf’s schärfste sein Wort von der Kanzel schallen lassen.

Und dem Geschäftsführer der Aktion Arnd Brummer würde er sicher eins auf’s Maul hauen. Und ihn achtkantig aus seiner Kirche werfen – eigenhändig! Der entblödet sich und schreibt in seinem Leitartikel zur diesjährigen Aktion: „Wir wünschen Ihnen dafür Entdeckergeist, Ketzermut und viel Freude an eigenen Denk-Abenteuern!“ [Hervorhebung d. Red.]

Die Formulierung: „Der Feind in den eigenen Reihen“ trifft irgendwie ins Schwarze. Ein anderer Kommentator schreibt: „Toll, was für eine großartige, hippe Idee mal wieder… -.- Wie nennt sich die Kirche denn wohl in diesen sieben „glorreichen“ Wochen? Evangelisch geht ja nicht mehr, denn „Evangelium“ ist ja sicher auch so ein viel zu kompliziertes Wort 😉 Vielleicht würde es „leer, aber trendy“ ganz gut treffen…?“

Wollen die Macher von „Sieben Wochen ohne große Worte“ die Leute für Christus gewinnen und seine Botschaft unter die Leute bringen? Oder die verbliebenen Christen aus der Kirche treiben? Es wäre sinnvoller in den Wochen der Fastenzeit über den Sinn derselben nachzudenken und den Leuten Inhalte in den altbekannten Gefäßen zu geben, denn es ist kein anderer Gott!!!

Der Vater, der den Sohn Jesus als Christus (Messias) und Heiland der Welt zu uns gesandt hat, um alle Menschen von der (Erb-)sünde zu befreien durch seinen Tod am Kreuz. Jesus, der auferstanden ist und den Menschen guten Willens mit und durch und im Vater den heiligen Geist geschickt hat, der im Menschen Wohnung genommen hat durch die Taufe und somit alle Heiligung Gottes vollendet. Die Kirche …. na ja …. zum Glück kann man nicht an die Kirche glauben.

Sehr schön passen auch die Worte von Paulus, die am 7. Sonntag im Jahreskreis (A) verlesen wurden:

„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr.
Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden.
Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. In der Schrift steht nämlich: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List. Und an einer anderen Stelle: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen; er weiß, sie sind nichtig.
Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles gehört euch; Paulus, Apollos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch; ihr aber gehört Christus und Christus gehört Gott.“ 1Kor 3,16-23

Und zum Schluss noch die Worte, die Ihr bösen, bösen Pfarrer/ -innen und/oder Pastoren/ -innen in den kommenden Wochen keinesfalls in euren Predigten in den Mund nehmen dürft, die ihr aber mit neuen Inhalten zu füllen habt, aber zackig und trendy:

7wochen_ohne_gw

Und einpacken. Wenn wir diese Worte nicht mehr verwenden sollen in der Predigt (das ist doch das Zentrum des evangelischen Gottesdienstes), weil sie leere Worthülsen geworden zu sein scheinen und wir diese kostbaren Gefäße nicht füllen können, bleibt nur eines: Machen wir den Laden dicht und verkaufen die ohnehin leer gefegten Kirchen an die nächste islamische Gemeinde. Die freuen sich und machen dann das, was die Christen nicht mehr verstehen, weil sie zu verkopft sind: aktive Religionsausübung durch regelmäßiges Gebet (v.a. Lobpreis des Namens Gottes) und Auslegung der Heiligen Schrift (in diesem Fall: der Koran) durch Predigt und Tat.

Jetzt geht’s los

Mitten in der hohen Zeit des Karnevals schreibt Elsa in ihrem Nacht(b)revier einen Artikel über: „Das Ackermann Syndrom“ und verwirrt mich vollends. Eigentlich hatte ich nie gedacht, dass Traditionalisten gegen den Papst schreiben. Aber ist ja klar: Wenn der Franziskus heißt und den Benedikt vom Thron gestoßen hat, kann er ja nur von allen guten Geistern verlassen sein; und das muss er auch, wenn man dem Posting von Elsa Glauben schenken möchte. Von den blödsinnigen Beifallsbekundungen der Kommentatoren möchte ich erst einmal schweigen.

„Wer sich ein Bild über die katholische Kirche machen wollte und dabei ausschließlich auf Äußerungen des derzeit amtierenden Papstes angewiesen wäre, der könnte zu dem Schluss kommen, dass Jesus Christus Muslimen die Füße gewaschen hat, Priester im Beichstuhl mit glühenden Zangen parat sitzen und die Kinder von ledigen Müttern offenbar der ewigen Verdammnis anheim gefallen sind und deshalb nicht getauft werden dürfen. Es gibt noch mehr solcher befremdlichen Anwürfe ausgerechnet in einem Dokument, das sich „Evangelii Gaudium“ nennt. Hinzu kommt noch, dass sich Katholiken, die gerne in die außerordentliche Form der römischen Liturgie gehen, sich einer Art Dandytums schuldig machen, einem Modetrend folgen, den man brüderlich, barmherzig, taktvoll und mitfühlend begleiten muss (nein, es geht nicht um Homosexualität, es geht um die Alte Messe), der aber hoffentlich bald wieder irgendwie abebbt – oder so ähnlich.

Wer schon immer gewusst hat, dass Katholischsein irgendwie unsexy ist, der ist bei Franziskus goldrichtig, weshalb auch die einstmals abgefallenen Alm-Öhis im Münsteraner Flachland vor lauter Begeisterung schon anfangen, ihre Predigten mit italienischen Redenwendungen zu durchsetzen. Das alles wäre auch gar nicht weiter erwähnenswert, immerhin sind wir Kirchenkritik aus den eigenen Reihen, sogar von Bischöfen und Kardinälen, im Lande der Reformation mittlerweile durchaus gewohnt.“

Rättettä, rättettä … und Narrhalla Marsch. Jesus hat seinen Jüngern die Füße gewaschen, die überhaupt keine Kardinäle oder Priester waren sondern israelische Fischer, Zöllner und allesamt Sünder. Das ist „unsexy“. Auch und vor allem ist es „unsexy“, wenn man sich über die „italienischen Redenwendungen“ [Hervorhebung d. Red.] im „Münsteraner Flachland“ lustig macht, die die Fundamentalisten schon lange zuvor ständig im Munde geführt haben, nur eben nicht dieselben, nicht die Zitate von Papst Franziskus. Ich habe lange darauf gewartet, dass es zu einem Bruch mit Rom in der traditionalistischen Front kommt. Das scheint ja nun der Fall zu sein.

„Es ist durchaus okay, sich an die Brust zu schlagen, auch wenn es, entgegen der Drohkulisse des Franziskus, tatsächlich so aussieht, dass überhaupt gar niemand mehr beichten geht und in deutschen Landen alles und jeder die Sakramente empfangen kann, der nicht bei Drei auf den Bäumen ist.“

„Drohkulisse“ !!! – einfach köstlich … selten so gelacht. Allerdings ist das, was Elsa im zweiten Teil des Satzes schreibt durchaus ein ernstes Thema und sollte in der Fastenzeit ausgiebig nicht nur in den Predigten thematisiert werden.

Doch nun noch einmal zum Thema: „Kirchenkritik aus den eigenen Reihen, sogar von Bischöfen und Kardinälen, im Lande der Reformation …“ Da fühle ich mich persönlich angepisst, denn ich lebe und arbeite für Christi Weinstock in einem Kernland der Reformation schon länger, als diese Elsa überhaupt katholisch ist.

Und ich kann es nur immer wieder betonen: Auch wenn die Evangelischen Kirchen ihr Reformationsjubiläum langfristig und ausgiebig feiern, ist das hier im Osten der Republik nur eine Marginalie bei 70 % Agnostikern und Atheisten. Hinzu kommen die Kirchenfernen Katholiken und Evangelischen, die bei Erhalt des Kirchenblättchens zu Ostern oder der Zeugen-Jehova-ähnlichen Klingelaktion des Katholikenblättchens „Tag des Hernn“ sofort und vehement ihren Austritt aus der Kirche erklären, auch wenn sich herausstellt, dass sie schon lange ausgetreten sind.

Nun noch einmal zu dem Kommentator „Siri“, der sich also nach einem Ansagedienst von Apple seinen Namen gibt. Dieser schreibt:

„Dieser Papst, der ganz offensichtlich gar keiner sein will, hat ja letztes Jahr in einer seiner sog. „Perlen“ das Gleichnis von den Schafen in besonders schräger Weise ausgelegt, indem er behauptete, heute sei es umgekehrt wie damals zur Zeit Jesu: Es sei nur noch ein Schaf daheim, und 99 seien verloren.“

SIRI mach die Augen auf, komm mal hier in den Osten, am besten für ein paar Monate und steig aus deinem Elfenbeinturm! Und vor allem: Lass dir von deinem iPhone nicht immer alles vorkauen!

„Die überfällige Deutung, dass dann aber auch der Hirte spiegelverkehrt sich verhalten muss, nämlich nicht den „verlorenen“ 99, sonderm dem einen daheimgebliebenen nachgehen (das wären heute die wenigen Konservativen, Romtreuen, die es noch gibt) – die ist diesem Feld-, Wald- und Wiesentheologen auf dem Stuhl Petri natürlich nicht eingefallen.“

Ach du heiliger Einfallspinsel. Es gibt schon viel zu viele, die sich nur um den eigenen Bauchnabel kümmern.

„Und Benedikt muss heute zur Sprachlosigikeit verdammt stundenlang im Petersdom dasitzen. Es ist zum K…“

Ja, das ist doch zum … Heulen (ich schmeiß mich weg, vor Lachen) …. Rättettä, rättettä … und Narrhalla Marsch. Und Auszug, doch Halt, da war noch was:

„Roma, Roma convertere ad Deum tuum.“

Für die Nichtlateiner unter uns Normalsündern … äh … -christen: „Jerusalem, Jerusalem, bekehre dich zum Herrn deinem Gott“;  den Klageliedern (des Jeremias) bspw. nach dem 1. Kapitel Vers 11 in den Karmetten zugeordnet. Findet sich aber nicht dort, zumindest nicht in der Vulgata. Geht aber wahrscheinlich auf Hos 14,2 aus: „Convertere, Israel, ad Dominum Deum tuum, quoniam corruisti in iniquitate tua.“ – „Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld.“ Das hat der Apple-Jünger sehr verschandelt auf Rom angewendet.

Und jetzt alle schunkeln … am Aschermittwoch da bin ich verloren … und dann noch einmal: Rättettä, rättettä … und Narrhalla Marsch. Und Auszug.

… and now, something completly different

Da stolper ich doch heute wieder in Bachmichels Haus und bewundere die schönen Fraktalphotos und stöber in der Rubrik: „Das könnte Sie auch interessieren“ und stoße auf einen Artikel, der schon etwas älter ist: „Überraschend: Thema verfehlt Werbung„. Dennoch ist die Frage, die  dahinter steht, aktueller denn je: Brauchen wir die GEZ, die sich jetzt „Beitragsservice“ nennt? 9,5 Milliarden Euro!!! Wofür werden die ausgegeben?

Sehr schön beantwortet die Frage der folgende Werbespot – allerdings für die BBC 1985!!! -, den ich gern – auch aus einem anderen Grund – reblogge:

Die Frage, die dahintersteht, ist doch: What have the Romans ever done for us? „Das Leben des Brain“ war hier der Pate für diesen BBC-Werbespot, der den unverkennbaren Humor der Britten und vor allem von Monty Python widerspiegelt. Im folgenden ist der gleiche Hauptakteur ohne Bart zu sehen. Die Parallele ist leicht zu erkennen.

Simon’s Cat (3)

Allen Katzenliebhabern, -züchtern und -hassern wünsche ich ebenso wie allen anderen ein fried- und vor allem humorvolles Jahr 2013. Während es im Dezember auf diesem Blog etwas ruhig war, möchte ich im neuen Jahr wieder voll einsteigen in die Gedankenwelt des Nachtbriefträgers. Auch wenn dieses Video nicht ganz den aktuellen Zustand der winterlichen Natur trifft – es ist ja schließlich fast Frühling in Deutschland (temperaturmäßig) -, soll es doch alle ein wenig auf den Winter einstimmen. Nebenbei: Eigentlich finde ich es nicht schade, dass der Winter bis jetzt ziemlich mild verläuft. Ich bin kein Fan von Frost, Schnee und Co.

Simon’s Cat (2)

 

Es scheint viele Katzenliebhaber zu geben da draußen. Der Artikel: „Simon’s Cat“ spricht wohl viele an. Für die zwei kleinen Rabauken und all jene, die ein Herz auch für Katzen haben hier eine kleine Neuauflage, als Leckerli für Zwischendurch.

Im folgenden Clip geht’s den kleinen Katzen wie den kleinen Menschen. Sehr schön beobachtet und in Szene gesetzt.

 

 

Simon’s Cat

Nach langer Zeit mal wieder etwas für Katzen und solche, die es werden wollen. Nachdem ich ja schon vor einiger Zeit über einen eklatanten Fall von Veräppelung (immer diese plumpen Wortwitze) berichtet habe, nun ein neuer Fall von Katzomanie. Es könnte sich sogar zu einer Epedemie ausweiten. Der Erfinder – ein gewisser Simon Tofield – hat allein auf diesen Clip über 11 Mill. Klicks geerntet. Er lässt sich von seinen Katzen inspirieren, sagt er. Dennoch kenne ich da zwei Rabauken, auf die der nun folgende Streifen haargenau passt, als ob sie Modell gestanden hätten. 🙂