Fest der Auferstehung

Zur Osterzeit

Ostergedicht

Die ganze Welt, Herr Jesus Christ,
zur Osterzeit jetzt fröhlich ist.
Jetzt grünet, was nur grünen kann,
die Bäum` zu blühen fangen an.So singen jetzt die Vögel all.
Jetzt singt und klingt die Nachtigall.Der Sonnenschein jetzt kommt herein
und gibt der Welt ein` neuen Schein.

Die ganze Welt, Herr Jesus Christ,
zur Osterzeit jetzt fröhlich ist.

 

Friedrich Spee (1592 – 1635)

Fröhliche Ostern 2014

 

 

Ostern - 2 - 2014

Nun freut euch doch endlich

christusnarrDer Eröffnungsvers des heutigen Adventssonntages (Gaudete) steht beim Apostel Paulus im Philipperbrief im 4. Kapitel: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe.“ (Phil 4,4-5)

Wie jetzt, ich soll mich freuen, bei all den negativen Nachrichten, die mich tagtäglich erreichen! Nein, also beim besten Willen, da kann man sich doch nicht freuen bei all dem Leid und Elend, welches in der Welt herrscht: Menschen, die flüchten vor Natur-, Staats- und Milizengewalten, die Hab und Gut verlieren, die mit dem Tod konfrontiert werden, die auf der Straße frieren und von anderen Menschen behandelt werden, als wären sie Luft. Die Aufzählung lässt sich noch beliebig erweitern, aber wird dadurch nicht besser. Mir wird dadurch nicht besser und ich frage mich: Wie soll ich mich da freuen?

Und was höre ich in der Lesung vom Propheten Jesaja: „Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten.“ (Jes 35,3.4) Das befriedigt mich aber auch nicht: Ich soll also die Menschen auf die Rache Gottes vertrösten. Davon hat sicherlich Jesaja und haben die Israeliten geträumt, von einem starken Retter, der da kommt und alle Feinde hinwegfegt mit Feuer und Schwert.

Aber wer kommt stattdessen: Ein Reis aus Isais Wurzel, kein machtvoller König, wie es sich der Prophet erträumt. Sondern ein ohnmächtiger Gott, der Mensch wird und sich seiner Schöpfung ausliefert und vor seinem nahenden Tode vor Pilatus nur stammelnd bekennen kann: „Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ (Joh 18,37b)

Das macht mir diesen Jesus sympathisch. Im wahrsten Sinne des Wortes (sym-pathisch), weil er sich in unsere Not begibt, in die tiefsten Tiefen seiner Kreation. Auch wenn es mich in vielen Dingen nicht sonderlich tröstet, so kann ich doch darauf vertrauen, dass Gott auch im schwärzesten Dunkel dieser Welt ein Licht sein will. Eine kleine Freude in einer friedlosen und kalten Welt. Jesus hat die Welt erlöst und alles weitere in die Hände seiner Brüder und Schwestern gelegt. An uns liegt es, ob diese Welt so bleibt wie sie ist oder sich im Sinne Gottes verwandelt in einen Ort seiner Freude, die er denen verheißt, die an ihn glauben.

Österliche Gedanken

Wann geschieht Auferstehung? Ostern ist für mich immer ein Fest, an dem ich darüber nachdenke, wie Auferstehung sein kann. Nicht technisch, nicht wissenschaftlich fundiert, nein, ganz persönlich. Fester Bestandteil meines christlichen Glaubens ist der Glaube an den Auferstandenen. Das möchte ich einmal in unserer so buddhistisch durchtränkten und teilweise verwässerten Vorstellungswelt von dem Leben vor und nach dem Tod einmal sagen. Wer Christ sein will, glaubt nicht an die Wiedergeburt.  – btw.: Ich möchte nicht wiedergeboren werden in die Unvollendung, eine grausige Vorstellung. – Wer sich zum auferstandenen Jesus Christus zählen lässt, der bekennt auch seine eigene Auferstehung, als „neuer Mensch“. In der Epistel der Osternacht (Röm 6,3-11) hören wir:

„Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.
Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.
Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht Sklaven der Sünde bleiben.
Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
 Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.“
In der Taufe sind wir neue Menschen geworden. Der alte Mensch ist mit Christus gestorben. Gleichzeitig aber tragen wir weiterhin Verwundungen vom „alten Menschen“ an uns – und das Evangelium vom Thomas, dem „Ungläubigen“, sagt mir: Das darf so sein! Ich bin nach der Umkehr – nach der Taufe, nach der Beichte, nach der Versöhnung – ein neuer Mensch; ich habe das neue Leben – aber es ist ein Leben, das nicht abgekoppelt ist von dem vorhergehenden.
Das ist das Entscheidende, wenn ich an eine leibliche Auferstehung glauben darf. Nicht der Vorgang, wie es möglich sei, dass der alte Leib zu neuem Leben aufersteht. Nein, es ist dieser Gedanke, dass Gott mein Leben ernst nimmt, dass er meine Leiden und Freuden auf dieser Welt verwandelt, aber nicht zerstört, sondern hinüberrettet in sein himmlisches Reich. In dieser Weise glauben wir auch an das Menschsein Jesu Christi, der zur Rechten des Vaters sitzt. In seiner Auferstehung ist Gott und Mensch in besonderer Weise verbunden. Der neue ewige Bund ist bei Gott eine Realität geworden, die nie mehr rückgängig gemacht werden kann. Halleluja.

Cold November Rain

Nass und kalt – der November zeigt sich von der klassischen Seite. Dunkel und grau sind all die Gassen. Auf den Gräbern brennen die Totenlichter. Vom Friedhof lässt sich schwach der Gesang der Katholiken vernehmen. Gräber werden gesegnet. Der lieben verstorbenen Verwandten, Freunde und Wohltäter gedacht. Was sie uns an Gutem taten, soll Gott vergelten. Das Böse rechne er ihnen nicht an. Selbst für die wird gebetet, die unsere Feinde im Leben waren.

Fürbitte sollen die Toten halten bei Gott – für uns. Für unser Leben, dass es gelinge und wir mit den Verstorbenen und allen Heiligen Gott schauen können, wie er ist. Zum Festmahl sind wir geladen. Und wie bei einem Fest sollen wir all unsere Leiden vergessen, die uns das Leben auf dieser Welt schwer gemacht haben. Nicht einfach, sich das vorzustellen. Zu schwer haben wir zu tragen an der Last dessen, was wir Realität nennen.

denn nichts währt für immer
nicht einmal der kalte novemberregen

Christus, gestern und heute

Anfang und Ende

Alpha und Omega

Sein ist die Zeit

und die Ewigkeit

Sein ist die Macht und die Herrlichkeit

In alle Ewigkeit. Amen.

Durch seine heiligen Wunden,

die leuchten in Herrlichkeit,

behüte uns

und bewahre uns

Christus, der Herr. Amen.

Mit diesen Worten wird die Osterkerze am Osterfeuer bereitet. Der Priester entzündet die Kerze am Feuer und spricht dabei:

Christus ist glorreich auferstanden vom Tod.
Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.

Somit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs aus nah und fern:

Fröhliche Ostern!

Христóсъ воскрéсе! – Воистину воскрéсе!
Christus ist auferstanden; er ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Allerheiligen – Allerseelen

Nein, der Feiertag, der hier im Osten der Republik begangen wurde, heißt nicht Halloween. Es ist der Reformationstag. Der hat nur  indirekt etwas mit Halloween zu tun. Am Vorabend zum Hochfest Allerheiligen soll Martin Luther, der Legende nach, seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. Historisch lässt sich das nicht nachweisen. Dennoch gilt dieser Tag in den protestantischen Kirchen als Beginn der Reformation.

Halloween bedeutet ursprünglich: All Hallows‘ Eve (Vorabend von Allerheiligen). Die Bräuche der katholischen Iren wurden durch die Übersiedlung derselben in Amerika verfremdet und zu einem der beliebtesten Feste in den USA, vor allem bei den Kindern. Nebenbei gesagt: Eine doppelte Verfremdung ist der seit einigen Jahren einsetzende Reimport nach Europa.

Das Allerheiligenfest, das sich von Rom aus verbreitete, wurde ursprünglich allerdings am 13. Mai gefeiert, das Datum wurde erst von Papst Gregor III. und endgültig von Gregor IV. auf den 1. November verlegt. Wesentliche, auch im heutigen Brauchtum noch erkennbare Aspekte von Allerheiligen und Allerseelen und damit auch Halloween beziehen sich auf die Vorstellung des Fegefeuers und in dem Zusammenhang dem Bedürfnis, der Seelen Verstorbener in diesem Zwischenstadium zu gedenken oder ihre baldige Erlösung zu erbitten.

Dieser Aspekt steht jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr ist in den letzten Jahrzehnten der Gedächtnis- und Fürbittcharakter dieser Feste mehr und mehr bedeutsam geworden. Wir gedenken der Heiligen, ihres Vorbildes für unser christliches Leben und unser eigenen Heiligkeit durch die Hl. Taufe, die wir empfangen haben. Aber wir blicken auch auf das, was uns noch von der Gemeinschaft aller Heiligen trennt und bitten um Vergebung und Fürsprache bei Gott. Das tun wir auch, wenn wir uns auf den Friedhöfen versammeln und unser Verstorbenen gedenken, die uns in unserem Leben sehr lieb waren, die eines gewaltsamen Todes in Kriegen, durch Naturkatastrophen oder durch Unfälle gestorben sind. Beten wir auch für jene, die Gott gesucht haben und an die heute niemand mehr denkt. Auch wenn wir ihre Namen nicht kennen, so hoffen wir, dass Gott sie mit unseren eigenen Namen und den Namen unserer geliebten Verstorbenen im Buch des Lebens eingeschrieben hat.