America first … and second?

Schon seit einigen Tagen – ja, ich gebe es zu: Ab und an sehe ich „neo-royal“ – bin ich auf real existierende Satire gestoßen: Germany second.

Leider ist unser so teuer finanziertes Zweites Deutsches Fernsehen anscheinend so auf die Urheberrechte versessen, dass es die Idee einer Second-Homepage ad absurdum führt. Denn klickt man auf Germany auf der auch schon in der Sendung angegebenen Seite everysecondcounts.eu, erscheint nur der Hinweis auf diese Urheberrechte, sonst nix.

Schade, war eigentlich eine lustige Idee. Aber die Niederländer und alle anderen haben gewonnen, nur das ZDF hat wieder einmal geloost. Im Übrigen kann ich schon voraussagen, dass in wenigen Tagen der obige Link zur Sendung von Böhmermann wahrscheinlich in den nächsten Tagen gelöscht wird. Und das nicht wegen der Erdogan-Kritik, die auch beim besten Willen nicht erkennbar ist.

Das ZDF hat Halbwertzeiten der Veröffentlichungen in seiner Mediathek, da werden sämtliche Atomkraftwerkbetreiber blass. Könnte man diese Halbwertzeiten auf Atommüll übertragen, gäbe es keine Probleme mit dem Zeug. By the way: Die Abgaben, die ich für ZDF und Co. abdrücken muss, müssten doch eine längere Auffindung solcher Sendungen im Internet ermöglichen.

Satire

Darf man alles durch den Kakao ziehen? Wo liegen die Grenzen der Satire? Und wenn Satire Kunst sein sollte, darf sie alles? Was ist mit der Meinungsfreiheit? Fragen über Fragen, die sich jeder ehrliche Journalist (sollte es ihn denn geben) fragen muss, der sich auf das staubige Feld der Satire begibt.

Im September letzten Jahres wurde die Satiresendung „extra3“ 40 Jahre alt. Im Norden Deutschlands mehr oder weniger bekannt, hat sie sich der Politsatire gewidmet, einer Sparte, die heute einen sehr rüden und rauhen Ton angenommen hat. Aber gegenüber der „Anstalt“ und „Neo Royal“ sind „extra3“ und die bekanntere „Heute Show“ fast schon ziemlich zahme Formate, wenn man mal von einigen Treffern (Erdogan-Lied) absieht.

Ich muss aber erinnern, dass die „Nacht des Herrn“ ursprünglich ein Satireblättchen gewesen ist. Jetzt taucht hier und da noch ein wenig Satire auf. Schließlich bin ich erwachsen geworden und meine Interessen haben sich geweitet: Gott und die Welt, Politik als auch Religion, Wirtschaft und der alltägliche Wahnsinn, oder wie „extra3“ titelt: „Irrsinn der Woche“. Und um es genau zu nehmen, gehöre ich noch nicht einmal zu den Herausgebern der originalen Schrift, nur zum näheren Umkreis.

Und die Kollegen, die sich mit der extra-3 Redaktion den Flur teilen, machen sich aauch so einige Gedanken zur Satire. Diese Gedankensplitter gehen durchaus konform mit oben genannten Punkten.