Und immer wieder Wuff … sorry Wulff

Eine wondervolle Satire über die ganze „Affäre Wulff“ habe ich bei Josef Bordat gefunden: „Neue Vorwürfe gegen Christian Wulff„. Ein paar Längen, aber wirklich hübsch gemacht. By the way: Herzlichen Glückwunsch zum vierten Bloggerjubiläum! Ohne Jobo72’s Weblog wäre die Blogozese um einen wortgewaltigen Blogger und präzisen Philosophen ärmer. Er wünscht zwar keine Kommentare auf seinem Blog, aber kommentarlos kann man seine Gedanken und Äußerungen nicht lassen. Wollen wir hoffen, dass Gott seinen Blog auch weiterhin liest, denn er bloggt  „zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen. In genau dieser Reihenfolge.“ (JoBo) Das ist ein hoher Anspruch, den ich für mich persönlich nicht so formulieren würde und somit auch nicht in Anspruch nehmen möchte. Aber die Menschen sind halt verschieden. Weiter so.

Um „Causa Wulff“ mal in ein richtiges Licht zu rücken: „So sieht das Ausland die Affäre Wulff“ und das zu recht. In dem Artikel des Online-Fokus heißt es: ‚„Was würde einem österreichischen Spitzenpolitiker passieren, wenn er sich wie der deutsche Bundespräsident Christian Wulff von einem Industriellen für sein Haus einen Privatkredit geben lässt? (…) Gar nichts. Die Öffentlichkeit würde es nicht einmal erfahren“, heißt es etwa in den „Salzburger Nachrichten“‘ Was ist also los im BILD-fixierten Journalistendeutschland? Nimmt die Verblödung ihren Lauf? Müssen wir wirklich eine PISA-Studie für Medien anfertigen lassen? Oder anders formuliert: Wie weit reicht die Versklavung des deutschen Michel an den Springer-Verlag? Und wer profitiert davon? Wieviel Millionen hat die Springer-Gruppe schon durch diese aufgebauschte Geschichte eingefahren und wer hat sich davon schon sein Häuschen finanziert? Das sind Fragen, deren Antworten wir wohl niemals erfahren werden, denn die Zeugen sind sicher schon mit Betonschuhen versehen und – wenn sie nicht ausreichend geschmiert werden konnten – narrensicher deponiert.

Aber die Hexenjagd ist jetzt so weit fortgeschritten: Hirnlose Politiker und ein ziemlich großer Pöbel sowie fast alle (bundesdeutschen!) Medien fordern die Verbrennung, sprich den Rücktritt, wie es sich für einen ordentlichen Inquisitionsprozess gehört, zumindest nach der Meinung des Plebs. Ich kann mich nur wiederholen: Der König muss weg, lang lebe der König! (siehe: „Die Privatsphäre eines Bundespräsidenten und die Macht der Medien„.)

Advertisements

Der Mob

Via Facebook wurde zu einer Demo gegen den Bundespräsidenten aufgerufen. Ich möchte die Leute ja nicht nach ihrem Äußeren einstufen, aber auch die Äußerungen des „wütenden Mobs“ lassen erkennen, dass der durchschnittliche IQ wohl unter Zimmertemperatur liegt. Das ist ein signifikantes Zeichen dafür, dass ganz genau solche Leute „verantwortungslos und peinlich“ sind, nämlich wenn sie solches skandieren und dabei weitestgehend den Wortlaut wiederkäuen, den die Medien ihnen vorgegeben haben in den letzten Wochen: „Salamitaktik, Angriff auf die Grundrechte der Demokratie und der Pressefreiheit …“.

Und nun noch einiges zu Formulierungen von Journalisten: Natürlich zeigt es mehr Wirkung, wenn man am Anfang der Nachricht von „einigen hundert Menschen“ spricht, im weiteren Verlauf des Berichts sind es  „rund 200“, die dem Aufruf gefolgt seien. Journalisten wissen genau so gut wie Politiker, wie man nicht ganz die Wahrheit, aber auch nicht die Unwahrheit sagt, und dennoch gezielt eine Wirkung beim Seher und Hörer der Nachricht hervorrufen kann. Subtext spielt dabei eine entscheidende Rolle, die Aneinanderreihung von Bildern und Texten, z.T. auch O-Tönen, die aus dem Zusammenhang gerissen und nach dem Duktus des Redakteurs wieder neu geschnitten werden, so dass eine neue Botschaft entsteht. Und scheinbar unabhängige Berichterstattung wird so ein Machtinstrument im „Zeitalter der Pressefreiheit“ (habe ich heute auch in den Nachrichten gehört). Plakative Wortspielereien sind ein weiteres Mittel um die Macht der Medien weiterhin fest zu zementieren, Einschaltquoten und Druckauflagen zu verbessern, Statistiken zu schönen und Gegner schnellstmöglich mundtot zu machen.

Und der MDR vom Samstag, 7.1.2012, 22:05 die Nachrichten bis ca. 2:50 min:

sendungverpasst100-multiGroupClosed_boxIndex-2_zc-081cc7ec.html

Der Fall Christian Wulff

Lange schon geht es mir auf die Nerven: Ich mache den Fernseher an, schlage die Zeitung auf oder ich höre im Radio, was der Bundespräsident alles wieder verschwiegen oder (nicht) gemacht hat. Es ist keine Hofberichtserstattung sondern eine Hetzkampagne der Medien, die unter der Führung der Boulevardpresse (allen voran die Blöd- verzeitung BILD-zeitung, die sich auf ihre Meinung noch etwas einbildet) sich zum Ziel gesetzt haben, mal wieder einen Politiker abzusetzen. Doch der Bundespräsident weigert sich.

Wie kann er es wagen, an der Königsherrschaft des „unabhängigen“ Journalismus zu kratzen. Lang lebe die so hart erkämpfte Pressefreiheit. Und die kann auch einen Politiker so lange pressen, bis alle schmutzigen Details seines schändlichen Tuns ans Tageslicht gezerrt sind und er endlich weichgekocht und zum Rücktritt gezwungen wurde. „Der Sieg ist unser“, schreit und triumphiert der Springer-Verlag, „wir beugen uns keiner Gewalt.“ Ich möchte gar nicht wissen von welchem Lobbyisten und wieviel Silberlinge für diese „Berichterstattung“ wem alles in den Allerwertesten geblasen wird.

Findet sich auch beim Predigtgärtner: „Zum Thema „Bild“-zeitung und Bundespräsident Wulff“ ein schöner Artikel, der unter anderem auch auf den Artikel von Wolfgang Michal verweist: „BILD, du Schwert und Schild des deutschen Volkes!! Erlöse uns!