Und heute mal: Erdogan

Treffen sich drei Despoten: Putin, Trump und Erdogan. Einer gefährlicher als der andere. Während die Fans dieser Despoten noch von Hexenjagd und Lügenpresse reden, sich ihrem blinden Wahn hingeben, nimmt einer ein Wort in den Mund, das ich das letzte Mal auf Plakaten des griechischen Mobs gesehen habe, als sie sich gegen die Sparpolitik der EU und gegen Merkel ausgekotzt haben.

Dass sich Erdogan aber auf diese Ebene begibt, ist neu, wenn auch nicht unerwartet. Und Trump ebenso: Er wäre von seinem Amtsvorgänger im „Heiligen Wahlkampf“ (O-Twitter Trump) bespitzelt worden. Eine gezielt gesetzte Fake News, die sich faktisch nicht beweisen lässt. Aber wen kümmert das schon, den Zweck hat es erfüllt. Und bekanntlich heiligt der Zweck die Mittel. Erdogan beleidigt mittlerweile das deutsche Volk auf übelste Weise und keiner reagiert angemessen darauf.

Was hat der türkische Wahlkampf in Deutschland zu suchen?  Die hier lebenden (Deutsch-)Türken sind keine ausreichende Begründung. Außerdem sollten wir uns daran erinnern, dass deutsche Politiker noch vor kurzem deutsche Truppen in der Türkei nicht besuchen durften. Leise und klein hat man das abgehandelt. Während sich dieser faschistische Erdogan erdreistet zu poltern, als währe er der neue Sultan des Osmanischen Reiches. Bleibt nur zu hoffen, dass die Türken erneut vor Wien scheitern.

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Die Staatsanwaltschaft im Spiegel

Eine Schande ist es, wie sich die Justiz zum Handlanger der Medien, in diesem Falle eines Medienkonzerns macht. Natürlich ist es nur reine Spekulation, aber das eitle Spieglein an der Wand mit seinem Lügenjournalismus hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein großes Interesse an der Revision, den die Staatsanwaltschaft im Fall Wulff anstrebt. Wenn die Urteilbegründung der Richter raus ist, will auch die Staatsanwaltschaft mit ihrer Begründung rausrücken. Ist schließlich ihr gutes Recht und zu klagen bis zur letzten Instanz auch. Kommt aber nicht gut an.

Was wollen sie aber groß begründen? Dass sie zu blöd waren die Beweismittel ordentlich und fristgerecht auf den Tisch zu legen? Nein, stattdessen machen sie einen Eiertanz ums goldene Kalb und werfen dem Gericht Verfahrensfehler vor. Da muss man kein Prophet sein …

Naja, die BILD-zeitung wird sich freuen: Die nächsten Schlagzeilen sind vorprogrammiert. Falls es aber schlecht läuft, müssen sie eine andere Volksverblödung aus dem Archiv zerren. Da wird sich sicher noch viel auf diesem Niveau finden lassen.

Der Fall Wulff abgeschlossen?

Wulff.ZapfenstreichNicht nur, dass eine wild in alle Richtungen schießende Staatsanwaltschaft sich eine Revision vorbehält, die Medien zeigen zum einen Teil späte Reue, zum anderen erneute Häme, wobei sich zur Veröffentlichung des Mailboxmülls durch die BILD-Zeitung ein Rechtsanwalt den Schertz … äh … Scherz erlaubt, man dürfe das machen, weil es sich um ein zeithistorisches Dokument handelt.

Doch zur Chronologie der BILD-Veröffentlichungen dieser Mailboxaufzeichnung:

Bereits Anfang 2013, im „BILD-Jahrbuch 2012“ ist der komplette Text veröffentlicht worden. Für einen Großteil der Leser ist die Veröffentlichung nun allerdings neu, die Empörung auf der „Bild“-Facebook-Seite groß. „Lasst den Mann endlich in Ruhe, ist ja widerlich !!“, schimpft ein Nutzer unter dem Link zur Veröffentlichung. „Systematisch habt ihr ein politisches Leben zerstört! Ja! Er hat Fehler gemacht! Aber er hat genug gelitten! Ich hoffe er hat bald endlich Ruhe und wird bald endlich wieder Freude haben! Wer sich gegen die ,Bild‘ stellt ist ohne Chance! Das hat der Fall ,Wulff'“, bewiesen!“, kritisiert ein anderer Nutzer. „Bild hat’s halt nötig nach zu treten, schade, zeigt aber das Niveau“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

So schreibt der Tagesspiegel am 26.2. Parallel zur Ausstrahlung des Spielfilms „Der Rücktritt“ auf Sat 1 veröffentlichte die BILD in ihrer Online-Ausgabe die Wut-Nachricht, die das ehemalige Staatsoberhaupt „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann auf die Mailbox sprach, im Wortlaut. Nur noch einmal zur Info: Wulff hatte einer Veröffentlichung widersprochen.

Der erneut gewählte Zeitpunkt kann eigentlich nur bedeuten: Ein voraussichtlicher (und dann ja verkündeter) Freispruch Wulffs ist uns ganz egal. Wir wollen noch einmal zeigen, wer hier eigenlich das Zepter in Deutschland und der Welt führt: der König mit dem Spiegel und in diesem zeigt sich ein Bild der Hetzjagd auf alle Nonkonformisten. Die Inquisition im Mittelalter bediente sich ganz ähnlicher Mittel.

Vor knapp 2 Jahren habe ich schon auf die Macht der Medien bezüglich der Affäre Wulff verwiesen. Wieviel Privatssphäre darf man als öffentliche Person haben? Und ist alles, was man als solche absondert und äußert als zeitgeschichtliches Dokument zu betrachten? Eines weiß auch ein Christian Wulff: Nach seiner grundlosen Demontage durch das Spiegelimperium war ein Rücktritt trotzdem unvermeidbar. Denn durch das aggressive Mobbing aller Medien wurde er letztendlich auch in den eigenen Reihen diskreditiert. Und nicht zuletzt sein eigenes nichtstaatsmännisches und dilettantisches Verhalten musste unweigerlich zu diesem Schritt führen.

Der Ball rollt wieder

Hätte man vor der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland gefragt: Und wo guckst du das Spiel Deutschland gegen Hastenichgesehen? So hätte man sicher zur Antwort bekommen: Ja, ich bin zu Hause, dann kommt noch der Meyer, Müller, Schulze und der Nachbar Schmitz und dann hab‘ ich ’nen Kasten Bier kalt gestellt und wir schauen dann TV (im Garten). Heute ist das alles anders: Da gibt es an jeder Straßenecke ein Public-Viewing, wie das im Neudeutsch so schön heißt, da werden die Kneipen ausgebucht, die Biertischgarnituren notfalls zur Verlängerung genutzt. Und wenn du nicht beim Public-Viewing sein kannst – aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen -, mach das Fenster auf, die Tore bekommst du auf alle Fälle mit Live-Akustik auch ohne Glotze geliefert.

Und morgen – liebe Fans und … wie immer auch die weibliche Form davon lauten soll – morgen wird das ja wieder ein „episches“ Duell: die Begegnung Deutschland-Niederlande. Ein ewiger Kampf, nicht nur auf der Autobahn …

Guckst du hier: UEFA.com – Die offizielle Website des europäischen Fußballs. Dann bist du auch zu Hause am Computer immer live dabei.

Schämt euch

Der große Zapfenstreich für Bundespräsident Wulff wurde massiv von Leuten mit Vuvuzelas und Trillerpfeifen gestört. Schon zu allen Zeiten haben Menschen auf der Straße ihren Unmut gegen unbeliebte Herrscher kundgetan und waren dabei nicht zimperlich. Vor allem nach deren Tod, Sturz oder Verbannung wurden nicht nur Büsten, Kunstwerke und dergleichen, die auf sie hinweisen, zerstört; einen unbeliebten Papst hat der Plebs aus dem Grab ausgebuddelt und in den Tiber geworfen. Dass wir uns aber derart ins Mittelalter und noch davor zurückversetzen lassen müssen,  ist für mich nicht nachvollziehbar.

Diejenigen, die Aufrufen aus dem Internet folgen und zu nicht genehmigten Demonstrationen erscheinen, muss man strikt die Frage stellen, ob sie es für angemessen halten würden, wenn ich via facebook zu einem Pfeifkonzert vor ihrem Haus anlässlich der Silberhochzeit o.ä. aufrufen würde, nur weil das Gerücht im Umlauf ist, sie würden ihren Ehepartner betrügen und massiv Gelder an eine(n) Geliebte(n) verschleudern. Respekt scheint ein Wort zu sein, das dem Plebs durch alle Altersgruppen fremd geworden ist. Das Internet und die Medien, die solche undemokratischen Verhaltensweisen auch noch hofieren, scheinen geradezu eine Plattform für den Plebs zu sein, allgemeinen Unmut zu personalisieren und das völlig zu unrecht.

Am seriösesten berichtet immer noch die Tagesschau/-themen: Abschied mit Pauken und Protesten. Und ich möchte auf einen früheren Artikel verweisen, der auch die archaischen Prinzipien beschreibt die hinter dem ganzen „Fall Wulff“ stehen:

Die Privatspäre eines Bundespräsidenten und die Macht der Medien

Der Mob

Via Facebook wurde zu einer Demo gegen den Bundespräsidenten aufgerufen. Ich möchte die Leute ja nicht nach ihrem Äußeren einstufen, aber auch die Äußerungen des „wütenden Mobs“ lassen erkennen, dass der durchschnittliche IQ wohl unter Zimmertemperatur liegt. Das ist ein signifikantes Zeichen dafür, dass ganz genau solche Leute „verantwortungslos und peinlich“ sind, nämlich wenn sie solches skandieren und dabei weitestgehend den Wortlaut wiederkäuen, den die Medien ihnen vorgegeben haben in den letzten Wochen: „Salamitaktik, Angriff auf die Grundrechte der Demokratie und der Pressefreiheit …“.

Und nun noch einiges zu Formulierungen von Journalisten: Natürlich zeigt es mehr Wirkung, wenn man am Anfang der Nachricht von „einigen hundert Menschen“ spricht, im weiteren Verlauf des Berichts sind es  „rund 200“, die dem Aufruf gefolgt seien. Journalisten wissen genau so gut wie Politiker, wie man nicht ganz die Wahrheit, aber auch nicht die Unwahrheit sagt, und dennoch gezielt eine Wirkung beim Seher und Hörer der Nachricht hervorrufen kann. Subtext spielt dabei eine entscheidende Rolle, die Aneinanderreihung von Bildern und Texten, z.T. auch O-Tönen, die aus dem Zusammenhang gerissen und nach dem Duktus des Redakteurs wieder neu geschnitten werden, so dass eine neue Botschaft entsteht. Und scheinbar unabhängige Berichterstattung wird so ein Machtinstrument im „Zeitalter der Pressefreiheit“ (habe ich heute auch in den Nachrichten gehört). Plakative Wortspielereien sind ein weiteres Mittel um die Macht der Medien weiterhin fest zu zementieren, Einschaltquoten und Druckauflagen zu verbessern, Statistiken zu schönen und Gegner schnellstmöglich mundtot zu machen.

Und der MDR vom Samstag, 7.1.2012, 22:05 die Nachrichten bis ca. 2:50 min:

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Die Privatsphäre eines Bundespräsidenten und die Macht der Medien

Der Morgenländer schreibt in seinem Notizbuch: „Der „Skandal“ um die Schnäppchen des Bundespräsidenten ist ein Lehrstück über die Skrupellosigkeit einer Medienmeute, der jedes Mittel – tendentiöse Berichterstattung, Aufbauschung von Lappalien, üble Nachrede, Lüge und offene Hetze – Recht ist, um unsere Verfassungsinstitutionen zu beschädigen und den demokratischen Rechtsstaat durch eine medial gesteuerte Ochlokratie zu ersetzen.“ (Kleiner Mob, was nun?)

Besser kann man es kaum auf den Punkt bringen, was gerade geschieht. Natürlich hat der Bundespräsident ein Kommunikationsproblem: Er hätte von vornherein nicht so einen Eiertanz um einen – zugegeben supergünstigen – Privatkredit machen sollen. Ein klares Wort an die Journalisten, nicht um die Hintergründe für den Kredit zu klären, sondern um zu sagen: Wenn ich einen Striptease wegen meiner Privatangelegenheiten hinlegen soll, dann nicht ohne ein paar Tintenkleckser, die dazu die Hosen runterlassen.

Sicher ist Wulff kein Unschuldslamm. Aber es handelt sich weder um eine Staatsangelegenheit noch um veruntreute Steuermittel noch um einen Sexskandal noch um irgend etwas, was unmittelbar mit seinem Amt zu tun und irgendeinem Dritten einen Vorteil gebracht hätte. Es ist schlichtweg eine Privatkiste, der maßlos aufgebauscht wird. Keiner außer dem Bundespräsidenten selber zieht einen Vorteil aus diesem Kredit, was immer Neider auch behaupten mögen. Ist Neid nicht eine Todsünde? Invidia – Neid, Missgunst, Eifersucht. Die Diskussion ist doch diese: Wie weit geht die Privatsphäre eines Politikers, eines Popstars, eines Pfarrers oder der Putzfrau, die nebenan wohnt?

Und diese tendenziöse Berichterstattung geht so weit, dass sie ihre eigenen Leute opfert. Andrea Juchem schreibt: „Aber jetzt hat die Social Media Gemeinde noch eine zusätzliche „Sau“, die sie durchs Dorf treiben kann. Die Rede ist von Bettina Schausten. Mit ihrer gestrigen Behauptung, Freunden, bei denen sie privat übernachtet, 150 € zu zahlen,  hat sie natürlich mächtig daneben gegriffen.“ (Berufung: Pharisäer) Dazu kann ich nur sagen: Wer mit dem Feuer spielt … hat nie das eigene Versagen im Blick. Das ist Hybris, aber nicht zu ändern. Auch Journalisten sind vor dieser Hybris nicht gefeit. Je mehr sie im Rampenlicht stehen, um so mehr vergessen sie das. Dennoch ist es nicht gerade christlich in diese Kerbe zu hauen, da kann ich Andrea nur beipflichten.

Es geht weiter: „Neue Attacken, neue Vorwürfe – und eine Demo“ (tagesschau.de) Das ist ein uraltes, archaisches Prinzip: Stürze den König mit allen Mitteln und einem wütenden Mob, eine dadurch die Nation und setze einen neuen König ein, der die Einheit so lange gewährleisten kann (mit Macht), bis er selbst gestürzt wird und das Spiel vom Sündenbock wieder neu beginnt. Demokratien sind halt auch nur auf archaischen Prinzipien aufgebaut, die die Menschheit seit Jahrtausenden praktiziert. Nichts anderes läuft übrigens zur Zeit in arabischen Ländern ab, wo vom „arabischen Frühling“ die Rede ist. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“, schreibt der Prediger Kohelet (1,9).