Traditionalistisch – Fundamentalistisch

Lange hatte ich folgenden Artikel im Köcher. Jetzt aber, wo alle Welt von den Leuten schwätzt, die sich funfamentalistischen Strömungen des Islam anschließen und sich radikalisieren – wobei die Frage bleibt, ob der IS überhaupt muslimisch ist – habe ich mir gedacht, kannst du ja auch mal über die Tradis/ Fundis in der Römisch-Katholischen Kirche palabern. Nach all der Zeit (zuletzt revidiert 18.11.2011) findet man sogar noch alle Links, auf die der Post verweist.

Wer hätte das gedacht: Gott versteht nur Latein. Ich wusste es immer. Alles andere ist „Geschwätz mit dem Nachbarn“. Wenn ich also in Deutsch zu Gott bete, dann versteht er mich gar nicht. Jetzt wird mir so manches klar: Wir brauchen die Messe des extraordinären Ritus, weil wir als muttersprachlich deutsche Katholiken gar nicht von Gott verstanden werden und deshalb in Form des Latein vor sich hermurmelnden Priesters einen Fürsprecher brauchen. Er ist ja als einzig wahrer und verständiger geweihter Christ in der Lage oder besser gesagt von Gott dazu auserwählt, meine Gebete zu transformieren.

Wem hält hier der Priester die Hostie entgegen und warum?

Manche Leute schnipseln sich die Videos so zurecht, wie sie es für ihre Propaganda brauchen. Siehe auch: Katholische Konterrevolution. Wirklich furchtbar ist das. Dabei heißt es doch: Du sollst nicht lügen. Ich frage mich, welches Kirchenbild hier vermittelt werden soll? Und die einzig brauchbare Antwort, die mir auch jeder normale Mensch geben wird, ist: Die Kirche steckt doch noch im Mittelalter. Fragen der Neuzeit werden als irrelevant und böse abgestempelt. DIALOG wird mit DIABOLOS gleichgesetzt. Der Weltsicht der Moderne und Postmoderne wird ein Katechismus entgegengehalten, der eine meterdicke Staubschicht aufweist.

Hier noch zwei Artikel, die ich für besonders durch den Wind halte: Kontinuität oder Bruch sowie Was heißt „die neue Messe anerkennen“. Und dabei muss ich der Ausdruckskraft meiner Meinung Einhalt gebieten. Nur soviel: In welcher Welt lebt der Verfasser? Gestern oder vorvorgestern? Ach nein, er meint die Piusbrüder! Das ist ja schon klar, dass die nicht in dieser Welt leben. Der Kosmos dieser Vereinigung dreht sich nur um das Eucharistieverständnis der Missa Tridentina.

Ich versteh‘ die Fundis nicht. Sie geben sich so kämpferisch für ein Kirchenbild, das in einer Zeit entstanden ist, in der die Welt am Abgrund stand: Nepotismus und Simonie waren in der Kirche an der Tagesordnung. Gegen diese und andere Missstände in der Kirche galt es eine klare Linie zu vertreten. Das hat das Tridentinische Konzil auch geschafft. Auch in der Priesterausbildung. Aber die Zeiten haben sich geändert. Heute stehen ganz andere Probleme auf der Tagesordnung, auf die die Traditionalisten keine verständliche und befriedigende Antwort haben.

[Hier doch eine Nebenbemerkung in der Revision: Die Welt steht auch heute an einem Abgrund. Auch der ist hausgemacht; betrifft aber weder den religiösen Diskurs noch innerkirchliche Missstände, sondern einen eher handfest existenziellen: der viel zu wenig beachtete Klimawandel mit all seinen leider nur all zu wahren Katastrophen- und Horrorszenarien.]

Abgrenzend von ihnen möchte ich mich als konservativ im positiven Sinne betrachten. Traditionell eingestellt – nämlich den Traditionen der Kirche insbesondere des II. Vatikanums mich verpflichtet fühlend. Dabei sehe ich das Konzil als kontinuierlich in der Reihe der Konzilien stehend an. Es gibt keinen Bruch in der Kirche, jedenfalls nicht durch das Konzil. Die Brüche in der Kirche sind anderer Natur. Das II. Vatikanum hat versucht Antworten zu finden auf die Erfordernisse der Zeit. Weil aber fundamentalistische Kräfte eine Weiterentwicklung der Ideen des Konzils verhindern, verlieren katholische Christen hier in Europa immer mehr an Ansehen. Atheistische „Bewegungen“ werden zunehmend radikaler und der Glaube scheint nicht nur in der römisch-katholischen Kirche zu verdunsten.

Nebenbei: Ich kann es nur als Satire auffassen, wenn Fundamentalisten in ihren Blogs darauf verweisen, dass sie zu den Aussagen des II. Vatikanums stehen würden. Irgendwie kann ich aber schlecht darüber lachen. Aber wahrscheinlich ist das so ein Fundi-Insider-Witz, haha. Tatsächlich entfernen sich viele Katholiken von den Lehrmeinungen des II. Vatikanischen Konzils. Statt dessen gehen sie einen Schritt zurück. Aus Angst vor den Unsicherheiten der Moderne und Postmoderne skandieren sie die Ausführungsbestimmungen des Tridentinischen Konzils, die in der Folge in entscheidender Weise zu Kirchenspaltungen beigetragen haben. Mangelnde Dialogbereitschaft war schon damals der Knackpunkt gewesen. Wäre es zu einem echten Disput zwischen Papst, Luther und Theologen gekommen, so sähe die katholische Welt heute anders aus. Warum soll die Kirche sich nicht weiterentwickeln? Weil das Tridentinum das Non-Plus-Ultra ist?

Viele Fundamentalisten meinen, sie hätten die Wahrheit für sich gepachtet. Da sind die Leute, die Handzettel verteilen gegen die Handkommunion. Wer jemals einen solchen Wisch gelesen hat, kann verstehen, weshalb die Fundamentalisten sich so oft folgender Wörter bedienen: Hölle, Teufel, Linke Theologen (was immer das sein mag – lach mir einen Ast, die Leute, die so etwas schreiben, wissen gar nichts vom real-existiert-habenden Sozialismus in der DDR, pah, und schimpfen auf alle, die „modernistische“ Äußerungen von sich geben – was immer das jetzt schon wieder sein mag) und häretisch und schismatisch. Seien wir mal ehrlich, wer verwendet diese Wörter heute noch im alltäglichen Sprachgebrauch. Die stereotype Antwort darauf kenn‘ ich schon: Deshalb sind sie nicht weniger wahr. „Quid est veritas?“ – Gott ist Wahrheit! Und ob Gott die Rubriken der Extraordinären Messe so gut kennt, wie manche Priester/ Laien oder ob er das Kirchenrecht so genau studiert hat, wage ich zu bezweifeln.

Naja, so viel dazu …

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Parallele Realitäten

Gibt es denn so etwas? Da lebst du Jahre lang mit einem Menschen in einem Haus und musst plötzlich erkennen, dass dieser in einer anderen Welt lebt. Und es ist nicht nur ein goldener Käfig, es ist ein ganzes Universum, das er sich zurechtzimmern hat lassen.
Aber es ist müßig, sich in sein krankes Hirn einzugewöhnen. Nachher wird man noch genau so wie er. Sicher: Was die Zukunft bringt, kann man nie so eindeutig steuern oder voraussehen, aber man kann sich vor den Versuchungen fernhalten.

1. Versuchung: Alles dreht sich um mich. Ich bin der Mittelpunkt der Welt. Aus diesem Blickwinkel betrachte ich die Anderen und Alles, was geschieht. „Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.“ (Mt 4,5) Das hat auch Jesus abgelehnt, obwohl er Gottes Sohn ist.

2. Versuchung: Was ich sage, ist Gesetz. Ich bin hier der Chef und lasse das die Anderen auch spüren. Worte sind nur dazu da, dass ich sie mir zurechtbiege, ob sie nun falsch sind oder nicht. „Jesus aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ (Mt 4,4) Damit macht er eindeutig klar, wer das Gesetz ist.

3. Versuchung: Erniedrigungen und Beleidigungen darf nur ich ausstoßen, denn ich bin zutiefst verletzt und gehe über Leichen. Ich bin ein moderner Mensch. In der kapitalistischen Welt von heute zählt nur, was man zählen kann und mein Ellenbogen. Und Satan sprach: “ Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“ (Mt 4,9.10)

Aschekreuz – ein Zeichen der Umkehr

Am Aschermittwoch ist bekanntlich „alles vorbei“, wie es in einem Karnevalslied heißt. Im Erfurter Direktorium – das im übrigen dieses Jahr eine glatte 6 in Punkto Übersichtlichkeit und Informativität von mir bekommt und im Gesamteindruck gerade so eine 5 (in Schulnoten) – steht zum Aschermittwoch lapidar: „Fast- und Abstinenztag“ und zur „Segnung und Auflegung der Asche“:

„Zur Auflegung der Asche wird eines der vorgeschriebenen Worte gesprochen: ‚Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staube zurückkehrst.“ Oder: ‚ Bekehret euch und glaubt an das Evangelium.'“

Dazu einige Anmerkungen: Warum ist die erste Form in der Einzahl und die zweite Form im Plural, wo es doch immer um eine persönliche Ascheauflegung geht? „zum Staube“ ist meiner Meinung eine veralterte Formulierung, ebenso wie „Bekehret“. Das „e“ ist jeweils zu reduzieren. Wenn man schon Wert auf korrekte Neue Deutsche Rechtschreibung legt, dann bitte schön nicht nur: „dass“, sondern auch: „zum Staub“ und „Bekehrt“ oder besser: „Bekehre dich“.

Den Hinweis zum Fast- und Abstinenzgebot in den Bemerkungen zur Fastenzeit – Österlichen Bußzeit halte ich für bemerkenswert, besonders auch der Hinweis auf die Altersangaben. Für alle Hardcore-Faster:

„Das Abstinenzgebot (Verzicht auf Fleischspeisen) am Aschermittwoch und am Karfreitag verpflichtet vom 14. Lebensjahr an, sollte aber auch jenseits der Altersgrenze berücksichtigt werden. Das an beiden Tagen auch geltende Fastengebot (Einschränkung des Essens auf eine Sättigung am Tag) verpflichtet vom vollendeten 18. bis zum Beginn des 60. Lebensjahres alle gesunden Erwachsenen.“

Wenn ich den Blog durchforste, finde ich eigentlich recht viel Artikel zur Fastenzeit. Hier einige Gedanken, die ich reblogge:

„Wir machen Ernst mit Umkehr und Buße, ein Leben nach dem Evangelium. Fastenzeit ist eigentlich der falsche Begriff in der heutigen Zeit. Denken viele Zeitgenossen doch nur an Heilfasten, an das Sich-Enthalten(-Müssen). Was Jesus dazu sagt kann man unter anderem bei Mt 6,16-20 nachlesen.

Mein Schatz (keine Geschichte von Tolkien): “Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.” (Mt 6,21). So sollen und dürfen wir auch am Aschermittwoch lachen und Späße machen, aber wir dürfen uns wieder bewußt machen, was es heißt, an Jesus Christus zu glauben. Die Österliche Bußzeit ist eine Zeit der Einübung der Christusnachfolge. 40 Tage lang kommt es also nicht darauf an, weniger zu essen, zu trinken oder zu rauchen oder sich sonst welcher Genüsse zu enthalten. Zuerst sollen wir unser Leben nach dem Leben des Herrn ausrichten.

Deshalb halte ich es für wichtiger: Kranke und Einsame zu besuchen, Trauernden Trost und Rat zu spenden und und und … miteinander und füreinander zu beten. Also auf, liebe Gemeinde, machen wir uns schick und besuchen wir den einen oder anderen, den wir schon lange nicht mehr besucht haben, versöhnen wir uns mit dem Nachbarn, auch über den Maschendrahtzaun hinweg, und reichen wir einander die Hand, auch im Gottesdienst, wo es ja vielen besonders schwer fällt. Der christlichen Kreativität sind nur die Grenzen gesetzt, die Christus setzt.“

Und noch einige Hinweise:

Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Fasten

Fasten – österliche Bußzeit

 

 

 

 

Der goldene Käfig

Helge Schneider, ein begnadeter (Jazz-)Musiker und oftmals unterschätzter, schrulliger Kabarettist (heute sagt man wohl: Comedian) hat ein kleines Lied zu einem Thema geschrieben, welches mir in der letzten Zeit durch den Kopf geht. Im Artikel „De-Eskalation“ habe ich ihn schon einmal erwähnt, den Goldenen Käfig. Auch den Artikel habe ich eigentlich mit vielen Hinterkopfgedanken geschrieben.

Der Goldene Käfig … was ist das eigentlich für ein Bild? In einem goldenen Käfig sitzen. Ein Käfig steht immer für Enge, Unfreiheit und Gefangenschaft. Derjenige, der sich in einem Käfig befindet, ist festgesetzt und unfrei gemacht, durch wen auch immer, vielleicht auch durch eigene Schuld. Gold ist hier Sinnbild für Luxus, Reichtum. Somit meint diese Redewendung ursprünglich: sich trotz Reichtums in Unfreiheit befinden, als Mitglied der wohlhabenden Gesellschaftsschicht eine eingeschränkte persönliche Freiheit besitzen.

Ich möchte das Bild etwas ausweiten. Den goldenen Käfig sehe ich hier als eine Art Realitätbeschönigung. Alles ist Gold, was nur irgendwie glänzt und alles, was nicht glänzt und zum Himmel stinkt, wird vergoldet. Den goldenen Käfig habe ich mir geschaffen oder von anderen Menschen für mich (allein) anfertigen lassen, um der „bösen“ Welt zu entfliehen in eine gewollte oder zwangsläufige Abhängigkeit, die ich mir einbilde, kontrollieren zu können. Ein Ausbruch aus diesem Käfig? Ist er denn überhaupt gewollt? Hieße das nicht, sich dem harten Wind der realen Welt zu stellen, meinen Schatz aufzugeben? Meinen goldenen Schatz, den mir die Neider rauben wollen. Mein Schatz, der mir gehört, mir allein …

„Der goldene Käfig, er ist sehr schön. Doch innen drin ist kaum Platz um spazieren zu gehen. Doch draußen in der Welt sind die Menschen. Ohne mich, ich bin im goldnenen Käfig versteckt. Der goldene Käfig, ich hab ihn noch niemals gewollt. Er umgiebt mich seit über 40 Jahren. Niemals werd ich die Hoffnung aufgeben, einmal frei gelassen zu werden! Bamboleo, Bambolea, lalalala. Bamboleo, Bambolea, lalalala … Der goldene Käfig, er ist aber auch gut. Das Essen ist lecker und im Ofen ist Glut. Der goldene Käfig, ich hab ihn nicht gewollt. Doch er ist da, so lang der Rubel rollt! Bamboleo, Bamboleo, Bamboleo, Bamboleo, Bamboleo.“

Happy auch im neuen Jahr!

Es ist schon ein verrückter Song: „Happy“ von Pharrell Williams. Am 11.3.2014 schrieb ich im Artikel „Wie are happy?!“ von weltweit ca. 518 Videos aus 76 Ländern. Heute zählen die Experten aus Los Angeles ca. 1950 Videos aus 153 Ländern. In Thüringen scheinen die Leute nicht so happy zu sein. Kann ich auch ein Stück weit verstehen. Dennoch habe ich ein schönes Video gefunden, das einige Regionen Thüringens abdeckt.

Mit diesem Video möchte ich allen Lesern dieses Blogs ein frohes und gesundes neues Jahr wünschen. Bleibt happy oder werdet es so schnell wie möglich 😉

Fröhliche Weihnachten

Allen Lesern meines Blogs wünsche ich ein fröhliches und friedvolles Weihnachtsfest,
auch all jenen, die keinen Grund zur Freude sehen.

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De-Eskalation

Weihnachten ist Krieg. Nein, nicht irgendwo in dieser Welt, weit weg; hier im Wohnzimmer herrscht Krieg. Die ganze liebe Familie ist beisammen und krampfhaft bemüht, den Weihnachtsfrieden zu wahren. Was die meisten jedoch nicht wissen, gerade diese Situation: die Nähe, die im Alltag oftmals tunlichst vermieden wird – aus welchen Gründen auch immer – führt unweigerlich zu Stress, Spannungen und letztendlich Streit. Da kann es auch passieren, dass alte Wunden wieder aufgerissen werden. Manchmal genügt dazu nur ein Wort.

Wie kann ich den Weihnachtsfrieden wiederherstellen? Das Schöne am Weihnachtsfrieden ist: Ich brauche ihn gar nicht zu machen. Er ist ein Geschenk. Vielleicht das einzige Geschenk an Weihnachten, das etwas taugt. Wenn wir auf ihn schauen: Jesus Christus, unseren Herrn, wenn wir ihn hinter all dem Pomp und Kitsch in der Krippe finden. Dennoch kann ich etwas zu diesem Weihnachtsfrieden beitragen. Und das Zauberwort heißt: De-eskalation.

Es ist keine magische Formel, kein Harry-Potter-Spruch. Einmal ausgesprochen und er wirkt wie ein Patronuszauber. Nein, es beginnt mit etwas ganz Einfachem: Ich nehme mir Zeit für dich. Ich höre dir zu. Ich rede gut mit dir. Packe alles beiseite, was mein Ego mir ständig einzureden versucht. Und dieses Einfache ist aber zugleich das Schwierigste auf der Welt. Ich muss, um all das zu wagen, ausbrechen aus dem Gefängnis meines Selbst. Ein Gefängnis, ein goldener Käfig, den ich mir geschaffen habe zum Schutz gegen die „böse“ Welt. In dem ich es mir bequem gemacht habe. Und dieser Käfig ist leidenschaftlich geschmückt. Ich habe meine Alltagsmarotten gehegt und gepflegt. Den Schlüssel verwahre ich wohl in meinem Herzen.

Aber wenn ich nicht ausbreche aus dem goldenen Käfig, dann wird Weihnachten zum Kriegsschauplatz im Wohnzimmer und die Bombe tickt.

— Ich übertreibe. Oder?

Give peace a chance

In Bachmichels Haus habe ich heute einen schönen Beitrag gefunden. Der Weihnachtsfriede ist oft ein Mythos, der in vielen Ländern der Welt jeglicher Realität entbehrt aber sehnlichst herbeigewünscht wird. Nehmt euch ein paar Minuten Zeit in diesen hektischen Tagen und schaut euch in dem Video an, wie Menschen versuchen, den Frieden in ihrem Land durch einfache menschliche Zuwendung zu schaffen, ohne Waffen, mit der einfachen Botschaft: „If Christmas can come to the jungle, you can come home. Demobilize.“ Als erste Maßnahme stellten die Friendensaktivisten Weihnachtsbäume in den Jungle, weil sie merkten, dass an Weihnachten die Zahl der Guerillakämpfer am größten war, die den Kampf verlassen haben.

Selig sind die Toten

…, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihrer Mühsal; denn ihre Werke folgen ihnen nach. (Offb 14,13)

Der Monat November steht ganz im Zeichen des Gedächtnisses an die Verstorbenen. Als Christen hoffen wir zuversichtlich, dass es Stärkeres als Leid und Tod gibt. „All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat!“ Röm 8,37 Die Liebe ist stärker als der Tod.

Dieser niemals endenden Liebe Gottes dürfen wir trauen; ihr wollen wir alle unsere lieben Verstorbenen anvertrauen, besonders diejenigen, die im vergangenen Jahr von uns gegangen sind. Sie haben durch ihr Leben gezeigt, was es heißt geliebt zu sein und andere zu lieben.

In der Liebe, die sie anderen gegeben haben und die sie empfangen durften, wissen wir die Verstorbenen in Gottes Hand. Seine Liebe trägt uns, auch über die Stunden des Schmerzes und des Abschiedes hinaus. In dieser einen gemeinsamen Liebe Gottes wissen wir uns mit unseren Toten verbunden, wissen uns gemeinsam geborgen am Herzen Gottes, so dass wir seine Liebe auch hier und jetzt anderen weiterverschenken dürfen.

„Ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben … noch irgendetwas können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn!“ (Röm 8,38.39) Von dieser Hoffnung lebe ich und bezeuge dies durch meine Arbeit und mein ganzes Leben. Meine ganze Lebenshoffnung ist darin versammelt, dass ich der Liebe Gottes glauben darf.

Sonntag der Weltmission

Mission – sicher auch ein Wort, das heute nicht mehr so politisch korrekt ist. Es ist behaftet mit Begriffen wie: Zwangstaufen, Kolonisierung und dem „finsteren Mittelalter“. Es weckt Assoziationen von Überlegenheit, Stärke und Macht (meist auch politisch), Gewalt und Tod (den Ungläubigen). Wenn wir als Christen heute auf die islamischen Terroristen schauen, dürfen wir nicht vergessen, dass es Jahrhunderte gab, in denen die Christen in den Heiligen Krieg gezogen sind, weil sie sich als Mehrheit verpflichtet sahen – auch mit Gewalt – den Glauben an Jesus Christus in die Welt zu verbreiten. Dass damit auch handfeste politische Interessen verbunden waren und die Motivation dominierten, lässt sich nicht verleugnen. Mancher politische Schachzug wurde in dieser Weise göttlich legitimiert.

Mission stammt vom lateinischen Begriff missio und bedeutet Sendung. Als Christen haben wir von unserem Religionsgründer den Auftrag, die Frohe Botschaft (das Evangelium vom Reich Gottes) und somit den christlichen Glauben zu verbreiten. Biblisch geht das auf eine Textstelle im Matthäusevangelium zurück:

„Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,16-20)

Obgleich es ein allgemeiner Auftrag aller Getauften ist, wird die konkrete Missionstätigkeit an Organisationen übergeben. Diese Missionstätigkeit unterscheidet sich jedoch wesentlich von der landläufigen und zumal von Atheisten verbreiteten „Finsteren-Mittelalter-Theorie“. Organisationen wie das katholische Hilfswerk Missio versuchen den Christen Unterstützung für ihr Leben zukommen zu lassen und wiederum andere Organisationen (auch Ordensgemeinschaften) zu fördern, die ein christliches Miteinander fördern, das auch ein friedliches Zusammenleben verschiedener Religionen ermöglichen soll. In diesem Jahr stellt Missio Pakistan exemplarisch in den Fokus.

Drei Dinge

Drei Dinge sind es, auf denen die Welt beruht:
Das Gesetz,
der Gottesdienst,
die Werke der Nächstenliebe.

Aus dem Talmud

Erntedank

erntedankWem fällt es heute noch auf? Das Erntedankfest hat sich hinter Kirchen- und Gemeindetüren zurückgezogen. Die Allgemeinheit – selbst auf dem Land – nimmt von der Ernte geschweige denn vom Dank  kaum Notiz. Anders als Ostern oder gar Weihnachten. Das sind Feiertage, die zwar sinnentleert aber immer noch in der Familie und der Öffentlichkeit in irgendeiner Weise gefeiert werden. Dabei ist der Anlass zu diesem Fest sehr handgreiflich. Nur wird die Tragweite des Themas ‚Ernte‘ in unseren Breiten kaum noch wahrgenommen.

Deshalb ist es umso wichtiger, in den Familien die Kinder immer wieder mit der Bedeutung und Vielfalt des Erntedankfestes vertraut machen. In der Bibel heißt es schon:

„Du sollst auch das Fest der Ernte, des ersten Ertrags deiner Aussaat auf dem Feld, halten, ebenso das Fest der Lese am Ende des Jahres, wenn du den Ertrag deines Feldes eingebracht hast.“ (Ex 23,16)

 

Erntedank-Gebet

Wir danken, Herr, für deine Gaben,
erwachsend aus der Erde Schoß,
denn alles  Leben, was wir haben,
wird nur aus deiner Güte groß.

Du lässt die Sonn ‚ am Himmel scheinen,
den Mond, die Sterne in der Nacht,
schenkst Regen uns, lässt Pflanzen  keimen
und  blühen, was uns glücklich macht.

Du gabst die Schöpfung uns zur Pflege,
nun bitten wir, gib uns die Kraft,
sie auch in deinem Sinn zu hegen,
nur das zu tun, was Frieden schafft!

(Ingrid Herta Drewing)