Hass und Liebe

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Die größte Schwäche der Gewalt liegt darin, daß sie gerade das erzeugt, was sie vernichten will. Statt das Böse zu ver­ringern, vermehrt sie es.

Durch Gewalt kann man den Lügner ermorden; aber man kann weder die Lüge ermorden noch die Wahrheit aufrichten. Durch Gewalt kann man den Hasser ermorden, aber man tötet den Hass nicht.

Gewalt verstärkt nur den Hass. Das ist der Lauf der Dinge. Gewalt mit Gewalt zu vergelten, vermehrt die Gewalt und macht eine Nacht, die schon sternenlos ist, noch dunkler. Dunkelheit kann die Dunkelheit nicht vertreiben; das kann nur das Licht. Hass kann den Hass nicht vertreiben; das kann nur die Liebe.

Martin Luther King

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Fake News

https://i1.wp.com/sociallyurban.com/wp-content/uploads/2016/05/20-Donald-Trump-Lies-blog-post-sociallyurban-nose-long-e1463212580423.jpgLügen verbreiten sich in Windeseile. War es bisher „nur“ Mobbing  ist es jetzt gezielte Falschmeldung, um Stimmung zu machen oder/ und Geld zu verdienen. Und alle Leute empfinden das schon als normal. Besonders in den Ländern, in denen eh zuerst das Geld und dann die Moral kommt. Der neue Präsident der USA ist ein Lügner, der geschickt nicht nur im Wahlkampf, sondern auch in Ausübung seines Amtes in Zukunft das Internet nutzt, um seine Inkompetenz durch die Behauptung zu untermauern, die Anderen (sprich: alle seine Gegner) seien die Verbrecher und Lügner. Und er wiederholt das mantraartig, so dass seine Anhänger das ebenfalls wiederkäuen und als Wahrheit ausgeben. Und viel mehr noch: Seine lügnerischen Anhänger werkeln fleißig mit an diesem Lügengebäude. Die Medien können nichts dagegen ausrichten, denn in Trump’s Lügenmaschinerie sind sie ja die Lügenpresse.

Es ist, wie es ist: Trump ist ein Lügner. Ein moderner Pinocchio. Und wenn er nicht irgenwann über seine lange Nase zu Fall kommt, dann müsste eigentlich die Justiz ihn hinter Gitter bringen. Gebe Gott, dass er nicht noch großen Schaden anrichtet mit seiner begrenzten Oberschülerhaften Weltsicht. Sollten solche Verbrecher überhaupt Präsident werden dürfen? Werden die Kandidaten nicht irgendeinem Eignungstest unterzogen. Da sollte man zukünftig einmal drüber nachdenken. Twitterfähigkeit ist kein Qualifikationsmerkmal. Twittern kann heute jedes Kind.

Dass Politiker es noch nie so wirklich mit der Wahrheit hatten, ist aber kein Freibrief dafür, dass ein offensichtlicher Lügner das höchste Staatsamt ausüben darf und so viel Macht auf sich vereint, dass einem Angst und Bange werden könnte. Früher gab es noch Affären, über die die Präsidenten zu Fall gebracht wurden. Aber die amerikanische Doppelmoral scheint gegen so viel falschem Spiel machtlos zu sein. Ein journalistischer Leitspruch hieß früher: Only a bad news is a good news! So muss es wohl heute umformuliert werden: Only a fake news is a good news. Und die Verschwörungstheoretiker haben im wahrsten Sinne des Wortes Hochkonjunktur.

Give peace a chance

In Bachmichels Haus habe ich heute einen schönen Beitrag gefunden. Der Weihnachtsfriede ist oft ein Mythos, der in vielen Ländern der Welt jeglicher Realität entbehrt aber sehnlichst herbeigewünscht wird. Nehmt euch ein paar Minuten Zeit in diesen hektischen Tagen und schaut euch in dem Video an, wie Menschen versuchen, den Frieden in ihrem Land durch einfache menschliche Zuwendung zu schaffen, ohne Waffen, mit der einfachen Botschaft: „If Christmas can come to the jungle, you can come home. Demobilize.“ Als erste Maßnahme stellten die Friendensaktivisten Weihnachtsbäume in den Jungle, weil sie merkten, dass an Weihnachten die Zahl der Guerillakämpfer am größten war, die den Kampf verlassen haben.

Dritter Weltkrieg?

Ist die Kriegsgefahr mit dem Untergang der Sowjetunion wirklich gebannt? Ein zarengleicher Herrscher lenkt Mütterchen Russland in die internationale Isolation und fordert die Welt heraus. Putin lacht sich eins über irgendwelche Androhungen von Sanktionen. Er ist willens und bereit sich nicht nur die Krim einzuverleiben sondern auch die ganze Ukraine, wenn sein Busenfreund Janukowitsch ihn darum bittet. Was das – wahrscheinlich getürkte – Referendum brachte: Verunsicherungen und Machtgeprotze.

Beten wir für die Menschen in der Ukraine und in Russland und für die Politiker, die den Einsatz von wirtschaftlichen oder militärischen Waffen verhindern können und müssen. Um Frieden und Einsicht, um den Heiligen Geist auch für die Patriarchen in Moskau und Kiew.

Die andere Wange hinhalten

Eh, bist du bescheuert, wer macht denn so was. Wenn ich einen drauf kriege, dann fliegen aber die Fetzen. Dann kann der Sportsfreund, der mich angegriffen hat, aber was erleben, wo der Hammer hängt oder …? Nebenbei bemerkt ist es eine besondere Beleidigung und Erniedrigung, wenn mich ein Rechtshänder, welches die meisten Leute ja sind, auf die  r e c h t e  Wange schlägt, also mit dem Handrücken der rechten Hand. Das ist kein einfaches Watschen, wie die Bayern sagen würden. Da zieht jemand in die andere Richtung durch, um ganz konkret seine Machtposition zu demonstrieren.

Und da soll ich mich nicht wehren; da soll ich nur wie ein Depp stehenbleiben und vielleicht noch als solcher mein Gegenüber anlächeln. Ist Jesus da nicht sehr weltfremd mit seiner Forderung: „Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.“ Auch wenn damit eher private, scheinbar illusorische Verhaltensmaßnahmen gemeint sind und keine politischen Regeln für Staaten und Regierungen, haben sie dennoch politische Auswirkungen. Nur da wo wir als Menschen die Spirale von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen, kann wieder etwas Menschliches hervor gebracht werden. Solange Menschen nicht aufeinander zugehen, werden Waffen sicherlich keinen Frieden schaffen, sei es in Afghanistan, im Sudan oder in der Ukraine.

Und ich habe in der vergangenen Woche voll Sorge in die Ukraine geblickt. Die Menschen dort haben den Weg der Gewalt gewählt. Einen Weg, der sie auch in Zukunft noch beschäftigen wird, wenn die Ukraine denn jemals geeint einen Weg (nach Europa, nach Russland??) gehen sollte.

Auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan lieferten sich in der vergangenen Woche Sicherheitskräfte und Regierungsgegner schwere Straßenschlachten. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Blendgranaten ein. Demonstranten schossen mit Feuerwerkskörpern und versuchten, die Sicherheitskräfte mit starken Laserpointern zu blenden. Scharfschützen ermordeten gezielt Demonstranten. Im Zentrum von Kiew brannte es an vielen Stellen. Steine aber auch andere Waffen in den Händen der Demonstranten. Vertreter der Kirche mittendrin.

Das erinnert mich an die Ereignisse hier im Osten Deutschlands vor nicht allzu langer Zeit: Am 9. Oktober 1989 war das Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche Ausgangspunkt der friedlichen Demonstration von 70.000 Menschen. Kein Mensch wusste an diesem Abend, ob geschossen wird oder nicht. Erst wenige Monate zuvor hatte das chinesische Militär auf dem Platz des Himmlischen Friedens einen Volksaufstand und die Demokratiebewegung der Studenten mit Waffengewalt niedergeschlagen.
In Leipzig 1989 richtete der Ruf Zehntausender: „Keine Gewalt“ sich gegen das massive Aufgebot der Sicherheitskräfte aber auch an die Demonstranten.

Die Gewaltlosigkeit, zu der die Christen durch die Botschaft von Jesus aufgefordert sind, soll mit auf die Straßen und Plätze genommen werden, so die Forderung damals. Und Kerzen und Gebete haben letztendlich die Planung der Stasi durcheinander gebracht. Warum vergessen die Menschen, dass sich auch ohne Gewalt etwas bewegt, dass man den Teufelskreis der Gewalt durchbrechen kann. Das fängt schon in der eigenen Familie an und nicht erst vor der Haustür.

Vergessen wir Mahatma Gandhi nicht, der einmal gesagt hat: „Ich lehne Gewalt ab, weil das Gute, das sie zu bewirken scheint, nicht lange anhält; dagegen ist das Schlechte, das sie bewirkt, von Dauer.“

Ökumenische Friedensdekade 2012

Die Friedensdekade 2012 beginnt am St. Martinstag und endet am 21.11.2012, dem Buß- und Bettag. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Mutig für Menschenwürde„.

Dabei wird der Finger in die Wunden gelegt: „Gier, Macht und Krieg“ (das Thema im letzten Jahr) sind keine christlichen Werte, obgleich es archaische Mechanismen sind, die wir Christen aufdecken sollten. Gegen diese Auswüchse der Unmenschlichkeit hat sich auch zu DDR-Zeiten der Konziliare Prozess „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ ausgesprochen. Dazu gibt es außerhalb der Friedensdekade am 1.12.2012 eine Konferenz in Erfurt, Tagungsraum der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt (Andreasstraße 37a).

Es soll auch Rückblick gehalten werden auf den Prozess in den 1980-er Jahren. Doch nicht nur die historische Sicht soll geschärft und der Konziliare Prozess kritisch gewürdigt werden, vielmehr wird auch der Frage nachgegangen: Was blieb? Wurde nach der Wende 1989/90 alles wieder vergessen? Wo lassen sich die Grundüberzeugungen der Versammlung heute noch finden? Und sind sie überhaupt noch aktuell?

Zurück zur Friedensdekade: Material findet sich hier. Die Termine für Thüringen kann man hier nachlesen. Das sind auch sicher nicht alle. Am besten einfach mal bei der Gemeinde vor Ort Infos holen.

Grundsätzliches zur Friedensdekade habe ich ja schon im letzten Jahr geschrieben: Schwerter zu Pflugscharen.

Bahrain – der vergessene Kampf um Freiheit

Während alle Welt über Syrien redet oder diskutiert, vergessen wir viele Konfliktherde. Gestern habe ich eine Reportage auf ARTE gesehen – in der Zeit, als die zweite Hälfte von Polen gegen Russland lief. Diese hat mich sehr schockiert. Ich fand es auch sehr mutig von den Journalisten, sich auf diese Insel zu begeben. Vergessen wir auch die Menschen nicht, die dort versuchen, für ihre Rechte auf die Straße zu gehen und einzustehen für Freiheit und Gerechtigkeit. Und beten wir für eine friedliche und baldige Lösung dieser Massaker ähnlichen Zustände.

Bahrain – Verbotene Bilder Schrecklich!

Hier die Reportage:

Bahrain – der vergessene Kampf um Freiheit

Schwerter zu Pflugscharen

Die Ökumenische Friedensdekade ist wieder in vollem Gange und findet erwartungsgemäß kaum Zuspruch. Die Zeiten haben sich geändert? Vielleicht auch; aber entscheident ist: Die Menschen haben sich geändert. 1980 wurde die damals noch als „Friedenswoche“ bezeichnete Aktion auf Anregung der Vollversammlung des EYCE (Ökumenischer Jugendrat in Europa) in Ost- und Westdeutschland ins Leben gerufen. In den 80-er Jahren hat die Friedensdekade wesentlich zur Entwicklung der Ökumene und später dann auch zum Zusammenbruch der DDR beigetragen. Zur Geschichte der Friedensdekade ist eine gute Kurzbeschreibung auf der Homepage der Veranstaltung zu finden.

Mir kommt es aber darauf an, die Friedensdekade und ihre Bedeutung für christliche Jugendliche in der DDR darzustellen. Die 80-er Jahre waren in der DDR geprägt von der zunehmenden Mangelwirtschaft, vom Kalten Krieg und der immer präsenten Angst vor einem Atom- oder Dritten Weltkrieg. Jugendliche in allen Kirchen waren engagiert in verschiedensten Gruppen, die sich um Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung bemühten.

Das Symbol: „Schwerter zu Pflugscharen“ war von Anfang an das Symbol der Friedensdekade und der Friedensbewegung schlechthin, vor allem auch deshalb, weil es der DDR-Regierung ein Dorn im Auge war. Dieses Engagement kann man gar nicht genug hervorheben, denn in der heutigen Zeit wäre so ein flächendeckendes, politisches Auftreten kaum noch möglich. Selbst die Probleme, die wir heute erkannt haben: Probleme der Globalisierung, Klimawandel, Terrorgefahr und Krieg in muslimisch geprägten Ländern, Cultural Clash, Finanz- und Bankenkrise (und in diesem Zusammenhang das Wiederentdecken des Wesens des Kapitalismus) werden zwar von unterschiedlichen Aktionsgruppen ins öffentliche Bewusstsein gehoben, aber nicht in dem Maße, wie das in den 80-ern bei Jugendlichen der Fall war. No-Future-Bewegung und auch der steigende Wohlstand und die nicht beachtete zunehmende Armut ließen die politischen Aktivitäten von Jugendlichen ins Private, Nicht-Öffentliche abgleiten.  Nicht nur Religion wird immer mehr zur Privatsache (das wurde im übrigen auch schon durch die Sozialisten in der DDR propagiert) sondern auch das politische Interesse und Engagemant. Die Friedensdekade wurde von vielen evangelischen Jugendlichen und Ende der 80-er auch von katholischen Jugendlichen getragen und entschieden mitgestaltet.

Die Veranstaltungen der diesjähriges Dekade bundesweit findest du hier.