Herbst

IMG_8178b

Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Lieg‘ ein ferner Frühlingstag.

Theodor Storm (1817 – 1888)

IMG_8138b

Advertisements

Woodkid: Iron

Deep in the ocean, dead and cast away
Where innocence is burned in flames
A million mile from home, I’m walking ahead
I’m frozen to the bones, I am…

A soldier on my own, I don’t know the way
I’m riding up the heights of shame
I’m waiting for the call, the hand on the chest
I’m ready for the fight, and fate

The sound of iron shocks is stuck in my head,
The thunder of the drums dictates
The rhythm of the falls, the number of dead’s
The rising of the horns, ahead

From the dawn of time to the end of days
I will have to run, away
I want to feel the pain and the bitter taste
Of the blood on my lips, again

This deadly burst of snow is burning my hands,
I’m frozen to the bones, I am
A million mile from home, I’m walking away
I can’t remind your eyes, your face

Tief im Ozean, tot und verschollen,
Dort, wo Unschuld in den Flammen verbrennt
Millionen Meilen von zu Hause weg, gehe ich voraus.
Ich friere bis auf die Knochen. Ich bin…

Ein Soldat, mutterseelenallein, Ich kenne den Weg nicht.
Ich reite den Gipfel der Schande hinauf
Ich warte auf das Signal mit der Hand auf der Brust
Ich bin bereit für den Kampf, und mein Schicksal

Das Geräusch eiserner Schüsse steckt in meinem Kopf
Das Donnern der Trommeln diktiert
den Rhythmus der Gefallenen (mit dem sie fallen), die Zahl der Toten
Das Erklingen der Hörner, voraus

Vom Anbeginn der Zeit bis zum Ende aller Tage
werde ich weglaufen müssen
Ich will noch einmal den Schmerz fühlen und den bitteren Geschmack
von Blut auf meinen Lippen schmecken

Diese tödliche Explosion des Schnees verbrennt meine Hände,
Ich bin bis auf die Knochen durchgefroren, Ich bin…
Millionen Meilen von zu Hause weg, Ich gehe fort
Ich kann mich nicht mehr an deine Augen erinnern und dein Gesicht

 

Frühling lässt sein blaues Band

Ja, den Eduard Mörike kann man jetzt schon im Februar auftauen. Die Bauern auch nicht im Märzen ihre Felder bestellen, sondern bereits jetzt schon damit begonnen haben, die Sommergerste auszubringen. Der Winter – was für ein Winter? – zieht sich mehr und mehr in die Alpen zurück. Da wo der Mutterberggletscher die Skifahrer beglückt. Meinereiner ist zwar ein wenig wetterfühlig, aber ich habe gegen eine verfrüht eintretende wärmere Jahreszeit nichts einzuwenden. Und es blühen nicht nur die Winterlinge und Schneeglöckchen sogar schon die Krokusse. Guckst du:

20140223_100939a

Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

CYMERA_20140223_101409a

CYMERA_20140223_101151a