Hass und Liebe

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Die größte Schwäche der Gewalt liegt darin, daß sie gerade das erzeugt, was sie vernichten will. Statt das Böse zu ver­ringern, vermehrt sie es.

Durch Gewalt kann man den Lügner ermorden; aber man kann weder die Lüge ermorden noch die Wahrheit aufrichten. Durch Gewalt kann man den Hasser ermorden, aber man tötet den Hass nicht.

Gewalt verstärkt nur den Hass. Das ist der Lauf der Dinge. Gewalt mit Gewalt zu vergelten, vermehrt die Gewalt und macht eine Nacht, die schon sternenlos ist, noch dunkler. Dunkelheit kann die Dunkelheit nicht vertreiben; das kann nur das Licht. Hass kann den Hass nicht vertreiben; das kann nur die Liebe.

Martin Luther King

Wie entstand ISIS?

Folgendes kleines explain-it Video erklärt in kompakter Art und Weise, wie diese Terrorganisation  entstanden ist. Wem das allerdings zu blutleer und nüchtern erscheint, der kann ja sich auch die Bilder von den Ermordeten oder die Nachrichten über die Greueltaten und Vertreibungen anschauen.

Wer behauptet, wir könnten nichts dagegen tun, der hat den Glauben an die Macht des Gebetes verloren. Ich glaube nicht an die menschliche Vernunft, wohl aber an die Allmacht und Güte Gottes. Beten wir also immer wieder für die Menschen im Irak und Syrien sowie in den Krisen- und Kriegsgebieten unserer Welt.

 

Gedenken

Die Zeit vergeht, manchmal viel zu schnell. Wo war ich doch noch gleich, vor zehn Jahren? Ach, ja, ich war zu Hause. Der Fernseher lief den ganzen Nachmittag. Zuerst hielt ich es für einen Film, bis ich dann erkannte, dass es echt und live war. In New York rauchten die Türme des World Trade Centers. Und dann stürzten sie ein. Erschreckend, auch wenn erst nach der Live-Sendung richtig bewusst wurde, was dort passiert war: wieviele Menschen sterben mussten, ihr Leben lassen mussten auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, auf der Straße und nicht zu letzt bei den Hilfsaktionen.

„Wo war Gott am 11. September?“, fragte mich neulich ein Mann. Ich war etwas perplex über die Frage, die mich an die Frage erinnerte: „Wo war Gott in Auschwitz, in Dachau, Buchenwald, Dora …?“ Und die einzige Antwort darauf, ist mir nicht so gleich eingefallen. Und ich weiß auch nicht, wer dieses Wort geprägt hat: „Er war dort, in den Türmen.“ Es gibt keinen gottverlassenen Ort in diesem Universum. Warum hat er dann nicht verhindert? Warum hat er denn zugelassen? Er ist gestorben wegen der Sünden der Menschen. Die Freiheit, die der Mensch ausleben kann, führt nicht nur ins Glück, meistens in die Sünde. Es ist der Mensch, der nicht verhindert hat, der zugelassen hat. Immer wieder ist es die Schuld des Menschen, die den Menschen unermessliches Leid zufügt. Und Gott leidet mit, weil er eben keine willenlosen Sklaven geschaffen hat, sondern Menschen mit einem freien Willen. Nur der Mensch sieht meist seine Freiheit als eine „Freiheit von etwas“ und nicht als eine „Freiheit für etwas oder jemanden“.

Zum Gedenken sei hier meine eigene Übersetzung des „Prayer of His Holiness Benedict XVI, Ground Zero, New York,Sunday, 20 April 2008″ gegeben:

Gott der Liebe, des Mitleids und der Heilung

sieh auf uns, Menschen unterschiedlichen Glaubens und Traditionen,

welche sich heute hier versammelt haben,

an dem Ort der schrecklichen Gewalt und des Leids.

Wir bitten dich in deiner Güte,

dass du allen die hier gestorben sind

ewiges Leben und Frieden schenkst –

den heldenhaften Ersthelfern:

den Feuerwehrleuten, Polizisten,

Sanitätern und Ärzten, den Mitarbeitern des Hafenamtes,

zusammen mit all den unschuldigen Frauen und Männern,

welche Opfer dieser Tragödie geworden sind

aus dem einfachen Grund, weil ihre Arbeit oder Dienst

sie hier zusammen gebracht hat am 11. September 2001.

Wir bitten dich, heile in deinem Mitgefühl

alle, die heute hier sind,

weil sie an Verwundungen und Krankheiten leiden,

die an diesem Tag entstanden.

Heile auch die Leiden der immer noch trauernden Familien

und all jener, die einen Geliebten verloren haben in dieser Tragödie.

Gib ihnen Kraft ihr Leben mutig und hoffnungsvoll weiterzuführen.

Wir denken auch an jene,

welche an Verletzungen leiden und ihr Leben am selben Tag

verloren haben im Pentagon und in Shanksville, Pennsylvania.

Wir wissen unsere Herzen eins mit ihnen in unserem Gebet

und nehmen ihre Schmerzen und Leiden mit hinein.

Gott des Friedens, gib deinen Frieden unserer Welt voller Gewalt:

einen Frieden in den Herzen aller Männer und Frauen,

und Frieden unter den Völkern der Erde.

Führe auf deinen Weg der Liebe

alle, deren Herzen und Gedanken

angefüllt sind mit Hass.

Gott, du verstehst uns, die wir erschüttert sind

vom Ausmaß dieser Tragödie.

Wir suchen dein Licht und deine Begleitung

wenn wir solchen schrecklichen Ereignissen gegenüberstehen.

Gewähre denen ein Leben in Fülle,

deren Leben geschont wurde, so dass

diejenigen, die hier ihr Leben gelassen haben,

nicht umsonst gestorben sind.

Tröste und ermutige uns,

stärke uns in der Hoffnung,

und gib uns die Weisheit und den Mut

an einer Welt zu arbeiten,

in welcher wahrer Friede und Liebe

unter den Völkern und in den Herzen aller Menschen herrscht.

Ein heißes Eisen: Geschiedene und die Römisch Katholische Kirche

Lange schon gärt die Problematik nicht nur unter dem gläubigen Volk sondern auch unter dem „Bodenpersonal Gottes“. Wer das Ganze mit dem traditionalistischen Verweis auf Mt 19,6: „Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen “ abtut, wird Gott und den Menschen nicht gerecht. Ebenso handeln diejenigen, die meinen, die zur Zeit herrschende Scheidungspraxis sei ein Vorbild für alle Katholiken und damit machten es sich Geschiedene eben recht leicht in ihren wechselnden Partnerschaften. Die „Kirche“ müsse da rigoros und unmissverständlich in ihren rechtlichen Bestimmungen sein. (Was sie schon lange nicht mehr ist!!!)

Ich erlebe jedoch in der Praxis Menschen, die es sich durchaus nicht so einfach machen, die trotz aller Bemühungen aus den unterschiedlichsten Gründen in der Ehe scheitern. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Leiden: Ehepartner, die nach dem x-ten missglückten Versöhnungsversuch wegen der Kinder, der Verwandten, der Arbeitgeber, der Kirche o.ä. dennoch zusammen bleiben und sich verkrümmen und leiden auf die unterschiedlichste Art und Weise, meistens nicht auf den ersten Blick nach außen erkennbar. Dann kenne ich Menschen, die diese Verdrehungen und unnötigen Leiden nicht durchstehen können und wollen, die sich trennen. Wenn es nicht gut sein soll, dass der Mensch allein bleibt (nach Gen 2,18), dann kann es möglich sein, dass der Mensch auch nach einer Scheidung sich in Liebe an einen neuen Partner bindet.

Wie geht die Römisch Katholische Kirche mit dem möglichen und realen Scheitern um? Ist Scheitern im Leben generell ein Versagen? Muss ich unter der Schuld meines Partners mitleiden, wenn er z.B. Ehebruch begangen hat? Wenn sich mein Partner ohne meine Schuld von mir trennt, muss ich dann zeit meines Lebens alleine leben? Und und und … das ist nur ein kleiner Fragenkatalog, um die große Dimension dieses Problems aufzuzeigen. Von Kindern und anderen Dritten ganz zu schweigen. Die Traditionalisten kennen nur eine Antwort: Bei Versagen in diesen Dingen auf alle Fälle keinen neuen Partner. Wenn, dann gilt das ja  als Wiederheirat und führt den automatischen Ausschluss – zumindest von der Eucharistie – nach sich.

Und da kenne ich wiederum Menschen, denen ist das egal, die gehen dann nicht zur Kommunion, und leiden auch nicht darunter – was ich schon als bedenklich ansehe. Andere leiden sehr unter dem Ausschluss. Einige suchen sich Priester, die ihnen die Kommunion nicht verweigern (können). [Priester dürfen den Gläubigen die Kommunion nicht vorenthalten, es sei denn sie haben Kenntnis von kirchenrechlichen Ausschlüssen – und das weiss schon in manchen Fällen nicht einmal mehr der Kommunionhelfer.] Das Gewissen jedes einzelnen ist auf alle Fälle der entscheidende Motor in allen Belangen des christlichen Lebens.

Die östlichen Kirchen sind uns da schon um einiges voraus: Auch die Orthodoxe Kirche bekennt sich zu der einen sakramentalen Ehe. Sie ist von Gott gesegnet und hat somit dauerhaften Charakter. Eine zweite Ehe widerspricht dem christlichen Verständnis. Trotz der Bevorzugung der Nichtheirat toleriert sie nach einer Ehescheidung eine Zweit- bzw. Drittehe, wenn diese für bestimmte Menschen als die beste Lösung erscheint, um unnötige Leiden zu vermeiden. Es geht nicht darum, um für eine Zweitehe Werbung zu machen, sondern darum, Geschiedene und wiederverheiratete Geschiedene nicht auszuschließen. Die Scheidung wird verurteilt, nicht aber die Geschiedenen und Wiederverheirateten selbst.  Die „zweite Ehe“ unterscheidet sich wesentlich von der ersten Eheschließung. Wenn ein Partner wieder heiratet, wird er auf maximal 2 Jahre von der Eucharistie ausgeschlossen (bei Drittehe bis zu 5 Jahren). Dabei zeigt sich in der Praxis meist eine mildere Form. Es kommt ein besonderer Trauritus zur Anwendung, der den Buss-Charakter zum Ausdruck bringt im Bewusstsein von Sündhaftigkeit und Barmherzigkeit.