Kirschblüte in Japan

Kaum sind die ersten Frühblüher raus und auch die Krokusse schon, brechen bei mir die Fernwehgefühle aus. Dieses Jahr denke ich dabei nicht nur an meine geliebten Berge, auch die Kirschblüte in Japan hat es mir angetan. Das hängt wohl damit zusammen, dass ich den Hintergrund meines Rechners vor einigen Tagen von Winter- auf Frühlingswallpapers umgestellt habe. Und dabei die japanische Kollektion erwischt habe.

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Schenkt man den Beschreibungen von さくら (Sakura) – japanische Kirschblüte – Glauben, so ist dieses Ereignis Anlass zu vielen Kirschblütenfesten und geradezu ausgelassenen Familien- oder Freundesausflügen, bei denen man sich mit einer Unterlage und Bier und Sake ausgerüstet unter die üppig blühenden Kirschbäume setzt. Volksfestartige Zustände in dem sonst eher eintönig betriebsamen Land. Die Blütezeit beginnt in der Region Kyushu im Süden Japans Mitte bis Ende März und „zieht“ dann nach Norden, wo es die Region Hokkaido Anfang Mai erreicht. Die japanische Kirsche macht in den verschiedensten Variationen von weiß- bis rotblühenden Arten etwa die Hälfte der Laubbäume in den Städten aus. Neben der Herbstlaubfärbung ist es eine der Hauptreise- und Urlaubszeiten in und nach Japan. Sakura markiert den Beginn der warmen Jahreszeit.

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Ein Jahr nach Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe in Fukushima

Die Zeit, sie eilt dahin. Vieles gerät allzu schnell wieder in Vergessenheit.

Das vielfache Vergessen von Fukushima

Ein interessanter Artikel mit weiter führenden Informationen und Hintergründen.

Erinnerungen: Fukushima und Haiti – eine große Nebenbemerkung zu Jena

Lang, lang ist’s her!? Scheinbar verschwunden aus dem Blickfeld der Medien: Die Katastrophe in Fukushima. Im März/April bewegte sie die Menschen weltweit. Die Reaktorexplosionen erschütterten die atombetriebene Wohlstandsgesellschaft bis auf die Grundmauern und die Debatte um den Ausstieg aus dieser lebensgefährlichen Energiegewinnung erhielt einen unerwarteten Aufschwung. Was bleibt: Schadensbegrenzung und immer noch konfuse Zustände rund um Fukushima.

Schon am 24.8.2011 berichtet das ZDF heute journal: Heimliche Fotos aus dem AKW Fukushima. Aber das sind nicht die letzten Nachrichten am 4.10.2011 von ZDF heute: Wenig Lohn für Arbeiter von Fukushima. Allerdings bin ich etwas skeptisch geworden, was die Seriösität dieser Berichterstattung anbelangt, seitdem das ZDF Magazin aspekte einen äußerst diffamierenden Bericht über die „Neonazi-Hochburg“ Jena gebracht hat und sich erdreistet eine Antwort zu bringen, die mit einem Goethe-Zitat anfängt: „Ach, mein liebes närrisches Nest …“ Sucht man den Originalbeitrag unter „Jena“ dann findet man nur die Antwort der Redaktion. Wahrscheinlich muss man ihn eher unter: „Extreme Gewaltbereitschaft“ suchen, wie er ja auch ausgewiesen ist. Dennoch kann man dieser Machart nicht zustimmen: Weil der Romanautor Steven Uhly Diskriminierungsopfer ist, zwar noch nie in Jena war, steigen wir mal rasch aus dem ICE auf dem Bahnhof „Jena-Paradies“, skandieren mit einer Stimme aus dem Off: „Für Leute mit Migrationshintergrund kein Paradies“, reißen schnell den Beitrag runter unter dem Motto: „Ich würde ja gern mal nach Ostdeutschland fahren, aber ich habe zu viel Angst …“ und verschwinden wieder, ohne auch nur einen Fuß nach Jena gesetzt zu haben. Die Reaktionen sind nicht nur von Jenensern gut nachvollziehbar. Es ist eigentlich äußerst schwach und gesellschaftlich-ignorant solch einen Beitrag zu senden und eine so grottig schlechte Antwort darauf zu verfassen. Da hilft in keinster Weise der Literaturhinweis. Der verstärkt nur den Eindruck, dass das Ganze nur eine Werbung für das Buch von Uhly ist. Es wirft natürlich einen großen Schlagschatten auf das Niveau der Berichterstattung des ZDF, die ich jetzt unter ganz anderen ASPEKTEN betrachte. Interessant finde ich den Artikel von Uhly selber über die Dreharbeiten.

Aber zurück nach Fukushima: Auch wenn das AKW aus dem Scheinwerferlicht der Medien heraus ist, sollten wir mit unserem Gebet und unserer Hilfe für die Menschen nicht nachlassen. Und eine vergessene Katastrophe möchte ich in dem Zusammenhang wieder ins Gedächtnis rufen: Das Erdbeben vom 12. Januar 2010 in Haiti, bei dem 300.000 Menschen starben und deren Folgen noch heute deutlich spürbar sind. Von einer Beendigung des Wiederaufbaus kann auch Ende 2011 nicht die Rede sein, so kann man es auch im Oktober 2011 im Blog des DRK lesen: Unterkünfte und Katastrophenvorsorge für Erdbebenopfer in Haiti.

Das vergessene Land

Da war doch noch was: Ach ja Tsunami und Erdbeben, Atomkatastrophe und Hysterie. All das scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Die Welt dreht sich weiter. Neue Nachrichten erobern den Medienhorizont. Japan ist wieder, was es war: Das Land der aufgehenden Sonne und weit weit weg. Doch huch … plötzlich tauchen wieder Nachrichten auf, wie gestern in der Tagesschau.

Auch die privaten Sender haben irgendwas gemerkt: Fukushima: Die vergessene Katastrophe? titelt RTL vor einigen Wochen. Ich will aber gar nichts über diesen Brennpunkt wissen, sondern, wie es den Leuten im Erdbebengebiet heute ergeht. Vielleicht muss ich meine Suche auf englischsprachige Seiten ausdehnen.

Wenn ich folgendes lesen  muss:

UPDATE 23/05 – 08:10 UTC : With dozens of villages and towns devastated by Japan’s tsunami, there is now growing debate about whether to rebuild the flattened communities or move them to higher ground. One town, regarded as a model community in preparing for such killer waves, now lies in ruins. $$$
Earthquake-Report.com comment : Rebuilding should only be allowed when a Tsunami shelter can be reached by walking within 15 minutes. Some of the valleys are simply to wide to allow a quick evacuation. Simply studying the videos from this event would result in what to do to avoid the same in the future.
At the same time “lessons learned” should conclude in making fast improvements of other potential tsunami harbors in other parts of the Japanese coastline. (Quelle)

drängt sich mir doch die Frage auf: Wie weit gedeihen die Hilfsaktionen und Aufräumarbeiten wirklich? Es ist echt schwer Infos darüber zu bekommen. Alles fokussiert sich immer auf Fukushima.

Und ihrer Herrschaft wird ein Ende sein

Einem Erdrutsch gleich enden die Wahlen heute für die CDU. Nachdem die Wahllokale in Rheinland-Pfalz und Baden-Würtemberg geschlossen sind, geht wie immer das große Zittern und Twittern los. Wer hätte das gedacht: Die CDU nach 60 Jahren entthront. Vielleicht sogar der erste grüne Ministerpräsident. Und das alles nur wegen Japan. Die Welt ist ein Dorf, manchmal auch ein Irrenhaus, und hier ist die Zentrale. In diesem Sinne: Gute Nacht Deutschland.

Liest du: CDU-Wahlniederlagen: Wut und Zorn treffen jetzt Kanzlerin Angela Merkel – Nachrichten Politik – Wahlen – Baden-Württemberg – WELT ONLINE.

Grau

Wie der Tag begonnen hat, so geht er auch weiter. Das Wetter passt zu den Nachrichten. Der Nebel will sich gar nicht lichten. Die Welt versinkt in einem Schleier des Nicht-Wissens. Menschen in Japan sind verunsichert über die Informationspolitik der Kraftwerksbetreiber und die Hinhaltetaktik der Regierung. Deutschland wird wohl nicht von der unsichtbaren Macht bedroht. Aber es sollte uns doch schon betroffen machen, 25 Jahre nach Chernobyl. DigitalGlobe hat neue Satellitenbilder veröffentlicht, die mich doch arg an der Zählweise der Reaktoren zweifeln lassen. Die Fotos sind mit dem heutigen Datum versehen. Beten wir gemeinsam für die Helfer, die ihr Leben opfern, damit diese Katastrophe unter Kontrolle gebracht werden kann.

Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen.

Vor wenigen Minuten sprach die Bundeskanzlerin Frau Merkel in einer Pressekonferenz von apokalyptischen Ausmaßen, die auch Auswirkungen auf unser Land haben, obwohl wir keine derartigen Naturkatastrophen zu befürchten haben. Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen. Das verändert die Lage, die rückhaltlos analysiert werden muss. Frau Merkels Regierung will aus der Nutzung der Kernenergie aussteigen, zumindest ist die Laufzeitverlängerung der AKWs für einige Monate ausgesetzt. Es kommt darauf an, erneuerbare Energien zu nutzen und deren Effektivität zu forcieren. Im Zweifel wird sie immer für die Sicherheit der Bundesbürger entscheiden, die ihr sehr am Herzen liegt. Vergessen dürfen wir aber nicht das Gebot der Stunde, den Menschen in Japan zu helfen, die alles verloren haben.

Fukushima und die Debatte um den Ausstieg aus der Kernenergiegewinnung

Das Bild zeigt die Explosion des Reaktorblocks 3 von Fukushima 1. Wieder wollen uns die Kraftwerksbetreiber weismachen, dass nur die äußere Hülle durch eine Wasserstoffexplosion zerstört worden sei, die innere Hülle aber intakt. Die Bilder sprechen aber teilweise eine andere Sprache. Ist der Reaktor 1 noch in einer „flachen“ Explosion zerstört worden, werden in diesem Fall die Trümmerteile doch ziemlich hoch geschleudert.

Während dessen überschlagen sich die Nachrichten. Auch der Reaktorblock 2 liege trocken und eine partielle Kernschmelze habe wohl schon eingesetzt – was immer das auch heißen mag. Eine Explosion des Blocks stehe unmittelbar bevor, so sagt es uns die Tagesschau von 12 Uhr.

Die Bundesregierung Deutschlands nicht träge heizt die Debatte um den Ausstieg aus der Kernenergiegewinnung wieder an. Und zwar so schnell, dass selbst die Atomlobby nicht hinterherkommt. In meinen Augen möchten Merkel und Co. doch nur so schnell wie möglich den Ausstieg aus dem Atomausstieg wieder vergessen machen. Schließlich gilt es ja irgendwie die Weste rein zu waschen von der Befleckung mit einer „Brückentechnologie“.

Japan

Die Welt schaut gebannt nach Japan. Eine nukleare Katastrophe bahnt sich an oder ist schon da. Tausende sterben durch ein nie da gewesenes Erdbeben und in der Tsunami-Welle. Die Bilder aus Thailand und Haiti noch im Kopf müssen wir in sicherer Entfernung zusehen, wie in wenigen Minuten die Naturgewalten alles mitreißen und vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt.

Gott, du willst nicht den Tod, sondern das Leben der Menschen.
Wir beten für die vielen Menschen, die beim Erdbeben in Japan
und beim Tsunami an den Pazifik-Küsten alles verloren haben –
ihr Leben oder nahe Menschen, ihre Gesundheit, Hab und Gut
und ihr Vertrauen, dass das Leben im Grunde sicher ist.