Fest der Auferstehung

Zur Osterzeit

Ostergedicht

Die ganze Welt, Herr Jesus Christ,
zur Osterzeit jetzt fröhlich ist.
Jetzt grünet, was nur grünen kann,
die Bäum` zu blühen fangen an.So singen jetzt die Vögel all.
Jetzt singt und klingt die Nachtigall.Der Sonnenschein jetzt kommt herein
und gibt der Welt ein` neuen Schein.

Die ganze Welt, Herr Jesus Christ,
zur Osterzeit jetzt fröhlich ist.

 

Friedrich Spee (1592 – 1635)

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Hass und Liebe

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Die größte Schwäche der Gewalt liegt darin, daß sie gerade das erzeugt, was sie vernichten will. Statt das Böse zu ver­ringern, vermehrt sie es.

Durch Gewalt kann man den Lügner ermorden; aber man kann weder die Lüge ermorden noch die Wahrheit aufrichten. Durch Gewalt kann man den Hasser ermorden, aber man tötet den Hass nicht.

Gewalt verstärkt nur den Hass. Das ist der Lauf der Dinge. Gewalt mit Gewalt zu vergelten, vermehrt die Gewalt und macht eine Nacht, die schon sternenlos ist, noch dunkler. Dunkelheit kann die Dunkelheit nicht vertreiben; das kann nur das Licht. Hass kann den Hass nicht vertreiben; das kann nur die Liebe.

Martin Luther King

Hinunter ist der Sonnenschein

Nikolaus Herman veröffentlichte 1560 den Text zu diesem Abendlied. Melchior Vulpius vertonte 1609 diesen Text auch mehrstimmig. Die Rezensionen über dieses Lied sind spärlich. Heinrich Schütz soll es auch neuvertont haben. Allein es fehlt mir der Erweis. Auch im Internet ist kein wikipedia-Eintrag festzustellen. Das neue römisch-katholische Einheitsgesangbuch „Gotteslob“ hat es verbannt. Im Gotteslob 1975 steht es im Stammteil unter der Nr. 705 mit einer Textänderung in der ersten Strophe: „Hinunter ist der Sonne Schein …“ Auch das EG unter der Nr. 467 folgt dieser Textvariante. Nach dem Lied ist dort auch der vierstimmige Satz von Vulpius veröffentlicht.

1. Hinunter ist der Sonnenschein,
Die finstre Nacht bricht stark herein;
Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht,
Laß uns im Finstern tappen nicht!

2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag
Vor Schaden, G’fahr und mancher Plag‘
Durch deine Engel hast behüt’t
Aus Gnad‘ und väterlicher Güt‘.

3. Womit wir hab’n erzürnet dich,
Dasselb‘ verzeih uns gnädiglich
Und rechn‘ es unsrer Seel‘ nicht zu,
Laß uns schlafen mit Fried‘ und Ruh‘!

4. Durch dein‘ Engel die Wach‘ bestell,
Daß uns der böse Feind nicht fäll‘;
Vor Schrecken, G’spenst und Feuersnot
Behüt uns heint, o lieber Gott!

Im Gotteslob und EG endet die letzte Strophe:

Vor Schrecken, Angst und Feuersnot
behüte uns, o lieber Gott.

Dieser Schluss ist etwas gefälliger. Das ganze Lied klingt wie ein vertontes Abendgebet. Es erinnert mich an die Gebete meiner Kindheit, als wir vor dem Bettchen und dem großen Kreuz knieten, welches über der Schlafstätte angebracht war. Dabei war auch immer ein Schutzengelgebet. Das ganze Lied macht den Eindruck, dass hier zumindest ansatzweise solch ein katholisches Schutzengelgebet Pate gestanden hat für dieses lutherische Abendgebet.

Hl. Schutzengel mein,
lass mich Dir empfohlen sein.
In allen Nöten steh mir bei
und halte mich von Sünden frei.

In dieser Nacht, ich bitte Dich,
beschütze und bewahre mich. Amen.

Heute sehe ich das Lied im Kontext der liturgischen Texte der vergangenen 3. Sonntags im Jahreskreis (Lesejahr A), die uns auch explizit noch einmal auf die Weihnachtszeit verweisen:

Das Volk, das im Dunkel lebt,
sieht ein helles Licht;
über denen, die im Land der Finsternis wohnen,
strahlt ein Licht auf. (Jes 9,1)

Und im Evangelium heißt es:

Das Volk, das im Dunkel lebte,
hat ein helles Licht gesehen;
denen, die im Schattenreich des Todes wohnten,
ist ein Licht erschienen.
Von da an begann Jesus zu verkünden:
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. (Mt 4,16.17)

Jesus Christus ist das Licht, das auch heute durch seine Nachfolger in der Welt leuchtet. Manchmal aber scheint es, als ob die Flamme erstickt würde in den Alltagssorgen, politischen und wirtschaftlichen Irrungen und Wirrungen. Die Dunkelheit in der Welt nimmt zu.

Und dabei sollte uns doch die Klarheit und Wahrheit des Herrn umleuchten. Statt dessen ist es die Finsternis der Unvernunft und der Unbarmherzigkeit.

Ich glaube nicht an einen Geist des Bösen, der personifiziert außerhalb der menschlichen Person existiert. Auch wenn viele meinen: Wenn es Engel gibt, muss es auch ein Pendant dazu geben. Nein, denn es gibt ja auch kein Pendant zum Menschen. Im Menschen ist das Gute und das Böse angelegt. Die Macht des Bösen ist aber stärker als das Licht. Immer wieder bricht es tiefe Schneisen in den Kreislauf des Lebens.

In letzter Zeit frage ich mich: Widersage ich dem Bösen wirklich, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben? Oder ist das nur ein Lippenbekenntnis, das meine Eltern für mich bei der Taufe und ich dann bei der Firmung spreche(n)? Jesus zu folgen, heißt den allzu verlockenden Parolen – auch den populistischen – zu widersagen. Nächstenliebe ist keine Theorie. Jesus fordert die Praxis: Kehrt um! Das Himmelreich (nicht irgend ein Menschenreich) ist nahe!

O bleib bei uns, Herr, denn es will Abend werden.

Traditionalistisch – Fundamentalistisch

Lange hatte ich folgenden Artikel im Köcher. Jetzt aber, wo alle Welt von den Leuten schwätzt, die sich funfamentalistischen Strömungen des Islam anschließen und sich radikalisieren – wobei die Frage bleibt, ob der IS überhaupt muslimisch ist – habe ich mir gedacht, kannst du ja auch mal über die Tradis/ Fundis in der Römisch-Katholischen Kirche palabern. Nach all der Zeit (zuletzt revidiert 18.11.2011) findet man sogar noch alle Links, auf die der Post verweist.

Wer hätte das gedacht: Gott versteht nur Latein. Ich wusste es immer. Alles andere ist „Geschwätz mit dem Nachbarn“. Wenn ich also in Deutsch zu Gott bete, dann versteht er mich gar nicht. Jetzt wird mir so manches klar: Wir brauchen die Messe des extraordinären Ritus, weil wir als muttersprachlich deutsche Katholiken gar nicht von Gott verstanden werden und deshalb in Form des Latein vor sich hermurmelnden Priesters einen Fürsprecher brauchen. Er ist ja als einzig wahrer und verständiger geweihter Christ in der Lage oder besser gesagt von Gott dazu auserwählt, meine Gebete zu transformieren.

Wem hält hier der Priester die Hostie entgegen und warum?

Manche Leute schnipseln sich die Videos so zurecht, wie sie es für ihre Propaganda brauchen. Siehe auch: Katholische Konterrevolution. Wirklich furchtbar ist das. Dabei heißt es doch: Du sollst nicht lügen. Ich frage mich, welches Kirchenbild hier vermittelt werden soll? Und die einzig brauchbare Antwort, die mir auch jeder normale Mensch geben wird, ist: Die Kirche steckt doch noch im Mittelalter. Fragen der Neuzeit werden als irrelevant und böse abgestempelt. DIALOG wird mit DIABOLOS gleichgesetzt. Der Weltsicht der Moderne und Postmoderne wird ein Katechismus entgegengehalten, der eine meterdicke Staubschicht aufweist.

Hier noch zwei Artikel, die ich für besonders durch den Wind halte: Kontinuität oder Bruch sowie Was heißt „die neue Messe anerkennen“. Und dabei muss ich der Ausdruckskraft meiner Meinung Einhalt gebieten. Nur soviel: In welcher Welt lebt der Verfasser? Gestern oder vorvorgestern? Ach nein, er meint die Piusbrüder! Das ist ja schon klar, dass die nicht in dieser Welt leben. Der Kosmos dieser Vereinigung dreht sich nur um das Eucharistieverständnis der Missa Tridentina.

Ich versteh‘ die Fundis nicht. Sie geben sich so kämpferisch für ein Kirchenbild, das in einer Zeit entstanden ist, in der die Welt am Abgrund stand: Nepotismus und Simonie waren in der Kirche an der Tagesordnung. Gegen diese und andere Missstände in der Kirche galt es eine klare Linie zu vertreten. Das hat das Tridentinische Konzil auch geschafft. Auch in der Priesterausbildung. Aber die Zeiten haben sich geändert. Heute stehen ganz andere Probleme auf der Tagesordnung, auf die die Traditionalisten keine verständliche und befriedigende Antwort haben.

[Hier doch eine Nebenbemerkung in der Revision: Die Welt steht auch heute an einem Abgrund. Auch der ist hausgemacht; betrifft aber weder den religiösen Diskurs noch innerkirchliche Missstände, sondern einen eher handfest existenziellen: der viel zu wenig beachtete Klimawandel mit all seinen leider nur all zu wahren Katastrophen- und Horrorszenarien.]

Abgrenzend von ihnen möchte ich mich als konservativ im positiven Sinne betrachten. Traditionell eingestellt – nämlich den Traditionen der Kirche insbesondere des II. Vatikanums mich verpflichtet fühlend. Dabei sehe ich das Konzil als kontinuierlich in der Reihe der Konzilien stehend an. Es gibt keinen Bruch in der Kirche, jedenfalls nicht durch das Konzil. Die Brüche in der Kirche sind anderer Natur. Das II. Vatikanum hat versucht Antworten zu finden auf die Erfordernisse der Zeit. Weil aber fundamentalistische Kräfte eine Weiterentwicklung der Ideen des Konzils verhindern, verlieren katholische Christen hier in Europa immer mehr an Ansehen. Atheistische „Bewegungen“ werden zunehmend radikaler und der Glaube scheint nicht nur in der römisch-katholischen Kirche zu verdunsten.

Nebenbei: Ich kann es nur als Satire auffassen, wenn Fundamentalisten in ihren Blogs darauf verweisen, dass sie zu den Aussagen des II. Vatikanums stehen würden. Irgendwie kann ich aber schlecht darüber lachen. Aber wahrscheinlich ist das so ein Fundi-Insider-Witz, haha. Tatsächlich entfernen sich viele Katholiken von den Lehrmeinungen des II. Vatikanischen Konzils. Statt dessen gehen sie einen Schritt zurück. Aus Angst vor den Unsicherheiten der Moderne und Postmoderne skandieren sie die Ausführungsbestimmungen des Tridentinischen Konzils, die in der Folge in entscheidender Weise zu Kirchenspaltungen beigetragen haben. Mangelnde Dialogbereitschaft war schon damals der Knackpunkt gewesen. Wäre es zu einem echten Disput zwischen Papst, Luther und Theologen gekommen, so sähe die katholische Welt heute anders aus. Warum soll die Kirche sich nicht weiterentwickeln? Weil das Tridentinum das Non-Plus-Ultra ist?

Viele Fundamentalisten meinen, sie hätten die Wahrheit für sich gepachtet. Da sind die Leute, die Handzettel verteilen gegen die Handkommunion. Wer jemals einen solchen Wisch gelesen hat, kann verstehen, weshalb die Fundamentalisten sich so oft folgender Wörter bedienen: Hölle, Teufel, Linke Theologen (was immer das sein mag – lach mir einen Ast, die Leute, die so etwas schreiben, wissen gar nichts vom real-existiert-habenden Sozialismus in der DDR, pah, und schimpfen auf alle, die „modernistische“ Äußerungen von sich geben – was immer das jetzt schon wieder sein mag) und häretisch und schismatisch. Seien wir mal ehrlich, wer verwendet diese Wörter heute noch im alltäglichen Sprachgebrauch. Die stereotype Antwort darauf kenn‘ ich schon: Deshalb sind sie nicht weniger wahr. „Quid est veritas?“ – Gott ist Wahrheit! Und ob Gott die Rubriken der Extraordinären Messe so gut kennt, wie manche Priester/ Laien oder ob er das Kirchenrecht so genau studiert hat, wage ich zu bezweifeln.

Naja, so viel dazu …

Terror, Wut und Trauer

https://i0.wp.com/www.fr-online.de/image/view/2016/11/20/35025536,39109580,dmFlashTeaserRes,Unbenannt.JPG.jpg… Was bleibt nach dem Anschlag in Berlin? … Und eine Polizei die fieberhaft einen Täter sucht, nachdem sie einen Verdächtigen ja schon wieder laufen lassen musste.

Amokläufe hinterlassen bei den Deutschen einen faden Beigeschmack. Schon vor dem Erfurter Amoklauf im Gutenberggymnasium haben wir uns tapfer versucht einzureden: So etwas kann nicht bei uns passieren. Anschläge auf Weihnachtsmärkte sind spätestens seit den Ereignissen in Nizza vorausgesagt worden. Aber doch nicht bei uns.

Sind wir aber ehrlich: Müssen wir uns die Weihnachtsstimmung kaputt machen lassen, die doch die Weihnachtsmärkte erst generieren sollen? Die Weihnachtsstimmung, die genuin eigentlich gar nicht zu Weihnachten gehört. Da ist von etwas ganz anderem die Rede: ein kleines Kind im Stall, Jesus, der Retter ist da; Engel singen Halleluja und Hirten kommen. Und basta. Kein Lametta, kein Glühwein usw.

Dennoch lasse ich mir von islamistischen Hohlbirnen oder von wem auch immer meine kleine falsche Welt nicht zerstören. Gedenken aber will ich der Opfer und bitten will ich um einen wahren Weihnachtsfrieden auch bei den Verwundeten und Überlebenden und bei uns allen.

Parallele Realitäten

Gibt es denn so etwas? Da lebst du Jahre lang mit einem Menschen in einem Haus und musst plötzlich erkennen, dass dieser in einer anderen Welt lebt. Und es ist nicht nur ein goldener Käfig, es ist ein ganzes Universum, das er sich zurechtzimmern hat lassen.
Aber es ist müßig, sich in sein krankes Hirn einzugewöhnen. Nachher wird man noch genau so wie er. Sicher: Was die Zukunft bringt, kann man nie so eindeutig steuern oder voraussehen, aber man kann sich vor den Versuchungen fernhalten.

1. Versuchung: Alles dreht sich um mich. Ich bin der Mittelpunkt der Welt. Aus diesem Blickwinkel betrachte ich die Anderen und Alles, was geschieht. „Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.“ (Mt 4,5) Das hat auch Jesus abgelehnt, obwohl er Gottes Sohn ist.

2. Versuchung: Was ich sage, ist Gesetz. Ich bin hier der Chef und lasse das die Anderen auch spüren. Worte sind nur dazu da, dass ich sie mir zurechtbiege, ob sie nun falsch sind oder nicht. „Jesus aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ (Mt 4,4) Damit macht er eindeutig klar, wer das Gesetz ist.

3. Versuchung: Erniedrigungen und Beleidigungen darf nur ich ausstoßen, denn ich bin zutiefst verletzt und gehe über Leichen. Ich bin ein moderner Mensch. In der kapitalistischen Welt von heute zählt nur, was man zählen kann und mein Ellenbogen. Und Satan sprach: “ Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“ (Mt 4,9.10)

Happy auch im neuen Jahr!

Es ist schon ein verrückter Song: „Happy“ von Pharrell Williams. Am 11.3.2014 schrieb ich im Artikel „Wie are happy?!“ von weltweit ca. 518 Videos aus 76 Ländern. Heute zählen die Experten aus Los Angeles ca. 1950 Videos aus 153 Ländern. In Thüringen scheinen die Leute nicht so happy zu sein. Kann ich auch ein Stück weit verstehen. Dennoch habe ich ein schönes Video gefunden, das einige Regionen Thüringens abdeckt.

Mit diesem Video möchte ich allen Lesern dieses Blogs ein frohes und gesundes neues Jahr wünschen. Bleibt happy oder werdet es so schnell wie möglich 😉

Fröhliche Weihnachten

Allen Lesern meines Blogs wünsche ich ein fröhliches und friedvolles Weihnachtsfest,
auch all jenen, die keinen Grund zur Freude sehen.

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De-Eskalation

Weihnachten ist Krieg. Nein, nicht irgendwo in dieser Welt, weit weg; hier im Wohnzimmer herrscht Krieg. Die ganze liebe Familie ist beisammen und krampfhaft bemüht, den Weihnachtsfrieden zu wahren. Was die meisten jedoch nicht wissen, gerade diese Situation: die Nähe, die im Alltag oftmals tunlichst vermieden wird – aus welchen Gründen auch immer – führt unweigerlich zu Stress, Spannungen und letztendlich Streit. Da kann es auch passieren, dass alte Wunden wieder aufgerissen werden. Manchmal genügt dazu nur ein Wort.

Wie kann ich den Weihnachtsfrieden wiederherstellen? Das Schöne am Weihnachtsfrieden ist: Ich brauche ihn gar nicht zu machen. Er ist ein Geschenk. Vielleicht das einzige Geschenk an Weihnachten, das etwas taugt. Wenn wir auf ihn schauen: Jesus Christus, unseren Herrn, wenn wir ihn hinter all dem Pomp und Kitsch in der Krippe finden. Dennoch kann ich etwas zu diesem Weihnachtsfrieden beitragen. Und das Zauberwort heißt: De-eskalation.

Es ist keine magische Formel, kein Harry-Potter-Spruch. Einmal ausgesprochen und er wirkt wie ein Patronuszauber. Nein, es beginnt mit etwas ganz Einfachem: Ich nehme mir Zeit für dich. Ich höre dir zu. Ich rede gut mit dir. Packe alles beiseite, was mein Ego mir ständig einzureden versucht. Und dieses Einfache ist aber zugleich das Schwierigste auf der Welt. Ich muss, um all das zu wagen, ausbrechen aus dem Gefängnis meines Selbst. Ein Gefängnis, ein goldener Käfig, den ich mir geschaffen habe zum Schutz gegen die „böse“ Welt. In dem ich es mir bequem gemacht habe. Und dieser Käfig ist leidenschaftlich geschmückt. Ich habe meine Alltagsmarotten gehegt und gepflegt. Den Schlüssel verwahre ich wohl in meinem Herzen.

Aber wenn ich nicht ausbreche aus dem goldenen Käfig, dann wird Weihnachten zum Kriegsschauplatz im Wohnzimmer und die Bombe tickt.

— Ich übertreibe. Oder?

Sonntag der Weltmission

Mission – sicher auch ein Wort, das heute nicht mehr so politisch korrekt ist. Es ist behaftet mit Begriffen wie: Zwangstaufen, Kolonisierung und dem „finsteren Mittelalter“. Es weckt Assoziationen von Überlegenheit, Stärke und Macht (meist auch politisch), Gewalt und Tod (den Ungläubigen). Wenn wir als Christen heute auf die islamischen Terroristen schauen, dürfen wir nicht vergessen, dass es Jahrhunderte gab, in denen die Christen in den Heiligen Krieg gezogen sind, weil sie sich als Mehrheit verpflichtet sahen – auch mit Gewalt – den Glauben an Jesus Christus in die Welt zu verbreiten. Dass damit auch handfeste politische Interessen verbunden waren und die Motivation dominierten, lässt sich nicht verleugnen. Mancher politische Schachzug wurde in dieser Weise göttlich legitimiert.

Mission stammt vom lateinischen Begriff missio und bedeutet Sendung. Als Christen haben wir von unserem Religionsgründer den Auftrag, die Frohe Botschaft (das Evangelium vom Reich Gottes) und somit den christlichen Glauben zu verbreiten. Biblisch geht das auf eine Textstelle im Matthäusevangelium zurück:

„Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,16-20)

Obgleich es ein allgemeiner Auftrag aller Getauften ist, wird die konkrete Missionstätigkeit an Organisationen übergeben. Diese Missionstätigkeit unterscheidet sich jedoch wesentlich von der landläufigen und zumal von Atheisten verbreiteten „Finsteren-Mittelalter-Theorie“. Organisationen wie das katholische Hilfswerk Missio versuchen den Christen Unterstützung für ihr Leben zukommen zu lassen und wiederum andere Organisationen (auch Ordensgemeinschaften) zu fördern, die ein christliches Miteinander fördern, das auch ein friedliches Zusammenleben verschiedener Religionen ermöglichen soll. In diesem Jahr stellt Missio Pakistan exemplarisch in den Fokus.

Drei Dinge

Drei Dinge sind es, auf denen die Welt beruht:
Das Gesetz,
der Gottesdienst,
die Werke der Nächstenliebe.

Aus dem Talmud

Urlaubsnachlese 2014

Was war das? Kein Sommer, auf alle Fälle!!! Trotz der misslichen Wetterlage habe ich ein paar schöne Tage in den Bergen zugebracht, auch wenn ich diese oftmals nur aus dem Tal – wenn überhaupt – sehen konnte. Hier also ein paar ungeschönte Impressionen einiger sonniger Augenblicke vom Wilden Kaiser, aus dem Stubai- und Martelltal. Es ist sind die Menschen, die mir begegnen, die mir den Urlaub schön machen, nicht das Wetter, das macht, was es will.

Drehort der Serie "Bergdoktor"
Drehort der Serie „Bergdoktor“
Martelltal
Im Martelltal
Bergdoktorhaus
Bergdoktorhaus mit Blick auf den Wilden Kaiser
KircheTelfes
Kirche und Friedhof in Telfes mit Blick zum Patscherkofel
"Alpenglühen" am Abend in Krößbach/ Stubai
„Alpenglühen“ am Abend in Krößbach/ Stubai