Jede Lok steht still

… wenn dein Gewerkschaftsboss nicht verhandeln will.

Heute streiken die Lokführer schon wieder. Obwohl ich – Gott sei Dank – nicht auf die Deutsche Bahn angewiesen bin, gilt mein aufrichtiges Mitleid allen Bahnkunden, die sich im Nirvana der Zugverbindungen verlieren. Ich habe das auch schon erlebt, als ich 2007 aus dem Urlaub nichts ahnend mitten im Schüler- und Pendlerchaos in Rosenheim gestrandet bin. Damals hatte ich wirklich Angst, nicht weiter zu kommen. Es war auch das letzte Mal, dass ich mit der Bahn in den Urlaub gefahren bin.

Und Verlieren ist das richtige Stichwort. Ich habe überhaupt kein Verständnis für die mangelnde Verhandlungsbereitschaft der GdL. Warum setzen sie sich nicht an den Verhandlungstisch? Angebote und Verhandlungsbereitschaft der DB sind da!!! Aber wer ist dieser Weselsky, Chef der GdL? Die ARD hat vor wenigen Minuten einen Audiobeitrag im Internet veröffentlicht: „Im ständigen Angriffsmodus„.

Interessant finde ich auch den Beitrag, der die ganze Geschichte aus dem Blickwinkel eines jungen Lokführers zeigt. Dabei fiel mir der Begriff „Eisenbahnerfamilie“ auf. Zwei Begriffe – eigentlich –  in einem, die romantisch belegt sind mit Werten, die jeden von uns wichtig sind: Heimat, Familie, Freunde, Freizeit und nicht zu letzt Freiheit, nicht nur Reisefreiheit, für die wir uns vor 25 Jahren stark gemacht haben.

Und noch eines wird mir bei der „Eisenbahnerfamilie“ klar: Die Forderung der GdL jegliches Zugpersonal vertreten zu wollen, liegt nicht nur in diesem Wertekosmos sondern auch in der Behauptung Weselskys begründet, der befürchtet, dass diese Kampagne von der Deutschen Bahn gesteuert werde. Die spiele auf Zeit – weil in Berlin an einem Gesetzentwurf gearbeitet wird, der die Tarifeinheit neu regelt. Das Arbeitsministerium will, dass in den Betrieben der Tarifvertrag der größten Gewerkschaft gilt – so jedenfalls die Sichtweise der GdL, die wohl auch mit einigen Ansichten von Journalisten konform geht.

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Der Mann, der ein ISIS-Massaker überlebte

IrakischerSoldatAls ich am Sonntag die Tagesschau anschalten wollte, war ich ein paar Minuten zu früh auf dem Sender und erwischte noch den letzten Beitrag des Magazins „Weltspiegel“. Diese Reportage, welche die ARD von der New York Times übernommen hat, hat mich sehr schockiert. Wie die Redaktion des Weltspiegels frage ich mich, ob ich diesen Bericht einfach so zeigen soll, weil er wirklich sehr grausame, aber reale Szenen zeigt, wie sie sicherlich so zur Zeit im Irak /resp. in Syrien sich ereignen.

Aber ich habe mich entschieden diesen Bericht aufzunehmen und auf die Filme zu verweisen, die bereits vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt wurden. Außerdem ist Gewalt im Internet, in Filmen und (Schulhof)-Videos heute manchmal genauso oder noch viel brutaler und wird aber als solche schon gar nicht mehr wahrgenommen. Deshalb betone ich noch einmal, dass in diesem Beitrag Menschen zu sehen sind, wie sie andere Menschen zusammentreiben und auf verschiedenste Weisen töten.

Derjenige, der diesen Bericht heute auf Youtube veröffentlicht hat, schreibt in einem anderen Interesse, das ich aber auch aufs höchste unterstützen möchte:

„Das ist ein arabischer Buchstabe: „ن“
(N für Nazarener und bedeutet Christ im negativen Sinne),
welcher an christlichen Häusern in Mossul/Irak gemalt wurde, um sie als Christen zu identifizieren.

Nicht nur die Christen erhielten das Ultimatum sondern auch die Jesiden und andere religiöse Minderheiten:
• hohe Kopfsteuer zu zahlen,
• zum Islam zu konvertieren oder
• getötet zu werden.

Die Juden markierte man damals mit dem Stern. Die Christen nun mit diesem Buchstaben. Die Geschichte wiederholt sich! Schaut nicht weg! Setzt euch ein und handelt JETZT“

SaveOurSouls: https://1915.de/

Und bitte nicht die Fürbitte für die verfolgten Jesiden und Christen vergessen. Es wäre auch sinnvoll, eine Gebetsnacht zu gestalten und andere Aktionen ins Leben zu rufen!

 

Ein Bischof und sein Luxuswahn

Nun ist es amtlich: Der Papst hat den Rücktritt des umstrittenen Bischofs Tebartz van Elst angenommen. Lange hat es gedauert, aber letztendlich wollte der Papst nicht nach den Medienberichten oder dem Hörensagen handeln, sondern erst nach Veröffentlichung des offiziellen Prüfberichtes der Bischofskonferenz Deutschlands. Und der fällt ziemlich vernichtend aus. Man kann ihn im Internet sich anschauen oder downloaden. Der Artikel: Zum Rücktritt von Bischof Tebartz van Elst sammelt alle offiziellen und inoffiziellen Veröffentlichungen. Aber eines möchte ich noch betonen: Meine vielgeliebte Kritik an den Machtspielchen der Medien muss ich auch in dieser Affäre anbringen. Diesmal ist der „Focus“ wohl einer Ente aufgesessen: „Vorwürfe gegen Tebartz van Elst  ausgeräumt.“

Die Staatsanwaltschaft im Spiegel

Eine Schande ist es, wie sich die Justiz zum Handlanger der Medien, in diesem Falle eines Medienkonzerns macht. Natürlich ist es nur reine Spekulation, aber das eitle Spieglein an der Wand mit seinem Lügenjournalismus hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein großes Interesse an der Revision, den die Staatsanwaltschaft im Fall Wulff anstrebt. Wenn die Urteilbegründung der Richter raus ist, will auch die Staatsanwaltschaft mit ihrer Begründung rausrücken. Ist schließlich ihr gutes Recht und zu klagen bis zur letzten Instanz auch. Kommt aber nicht gut an.

Was wollen sie aber groß begründen? Dass sie zu blöd waren die Beweismittel ordentlich und fristgerecht auf den Tisch zu legen? Nein, stattdessen machen sie einen Eiertanz ums goldene Kalb und werfen dem Gericht Verfahrensfehler vor. Da muss man kein Prophet sein …

Naja, die BILD-zeitung wird sich freuen: Die nächsten Schlagzeilen sind vorprogrammiert. Falls es aber schlecht läuft, müssen sie eine andere Volksverblödung aus dem Archiv zerren. Da wird sich sicher noch viel auf diesem Niveau finden lassen.

Der Fall Wulff abgeschlossen?

Wulff.ZapfenstreichNicht nur, dass eine wild in alle Richtungen schießende Staatsanwaltschaft sich eine Revision vorbehält, die Medien zeigen zum einen Teil späte Reue, zum anderen erneute Häme, wobei sich zur Veröffentlichung des Mailboxmülls durch die BILD-Zeitung ein Rechtsanwalt den Schertz … äh … Scherz erlaubt, man dürfe das machen, weil es sich um ein zeithistorisches Dokument handelt.

Doch zur Chronologie der BILD-Veröffentlichungen dieser Mailboxaufzeichnung:

Bereits Anfang 2013, im „BILD-Jahrbuch 2012“ ist der komplette Text veröffentlicht worden. Für einen Großteil der Leser ist die Veröffentlichung nun allerdings neu, die Empörung auf der „Bild“-Facebook-Seite groß. „Lasst den Mann endlich in Ruhe, ist ja widerlich !!“, schimpft ein Nutzer unter dem Link zur Veröffentlichung. „Systematisch habt ihr ein politisches Leben zerstört! Ja! Er hat Fehler gemacht! Aber er hat genug gelitten! Ich hoffe er hat bald endlich Ruhe und wird bald endlich wieder Freude haben! Wer sich gegen die ,Bild‘ stellt ist ohne Chance! Das hat der Fall ,Wulff'“, bewiesen!“, kritisiert ein anderer Nutzer. „Bild hat’s halt nötig nach zu treten, schade, zeigt aber das Niveau“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

So schreibt der Tagesspiegel am 26.2. Parallel zur Ausstrahlung des Spielfilms „Der Rücktritt“ auf Sat 1 veröffentlichte die BILD in ihrer Online-Ausgabe die Wut-Nachricht, die das ehemalige Staatsoberhaupt „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann auf die Mailbox sprach, im Wortlaut. Nur noch einmal zur Info: Wulff hatte einer Veröffentlichung widersprochen.

Der erneut gewählte Zeitpunkt kann eigentlich nur bedeuten: Ein voraussichtlicher (und dann ja verkündeter) Freispruch Wulffs ist uns ganz egal. Wir wollen noch einmal zeigen, wer hier eigenlich das Zepter in Deutschland und der Welt führt: der König mit dem Spiegel und in diesem zeigt sich ein Bild der Hetzjagd auf alle Nonkonformisten. Die Inquisition im Mittelalter bediente sich ganz ähnlicher Mittel.

Vor knapp 2 Jahren habe ich schon auf die Macht der Medien bezüglich der Affäre Wulff verwiesen. Wieviel Privatssphäre darf man als öffentliche Person haben? Und ist alles, was man als solche absondert und äußert als zeitgeschichtliches Dokument zu betrachten? Eines weiß auch ein Christian Wulff: Nach seiner grundlosen Demontage durch das Spiegelimperium war ein Rücktritt trotzdem unvermeidbar. Denn durch das aggressive Mobbing aller Medien wurde er letztendlich auch in den eigenen Reihen diskreditiert. Und nicht zuletzt sein eigenes nichtstaatsmännisches und dilettantisches Verhalten musste unweigerlich zu diesem Schritt führen.

Schämt euch

Der große Zapfenstreich für Bundespräsident Wulff wurde massiv von Leuten mit Vuvuzelas und Trillerpfeifen gestört. Schon zu allen Zeiten haben Menschen auf der Straße ihren Unmut gegen unbeliebte Herrscher kundgetan und waren dabei nicht zimperlich. Vor allem nach deren Tod, Sturz oder Verbannung wurden nicht nur Büsten, Kunstwerke und dergleichen, die auf sie hinweisen, zerstört; einen unbeliebten Papst hat der Plebs aus dem Grab ausgebuddelt und in den Tiber geworfen. Dass wir uns aber derart ins Mittelalter und noch davor zurückversetzen lassen müssen,  ist für mich nicht nachvollziehbar.

Diejenigen, die Aufrufen aus dem Internet folgen und zu nicht genehmigten Demonstrationen erscheinen, muss man strikt die Frage stellen, ob sie es für angemessen halten würden, wenn ich via facebook zu einem Pfeifkonzert vor ihrem Haus anlässlich der Silberhochzeit o.ä. aufrufen würde, nur weil das Gerücht im Umlauf ist, sie würden ihren Ehepartner betrügen und massiv Gelder an eine(n) Geliebte(n) verschleudern. Respekt scheint ein Wort zu sein, das dem Plebs durch alle Altersgruppen fremd geworden ist. Das Internet und die Medien, die solche undemokratischen Verhaltensweisen auch noch hofieren, scheinen geradezu eine Plattform für den Plebs zu sein, allgemeinen Unmut zu personalisieren und das völlig zu unrecht.

Am seriösesten berichtet immer noch die Tagesschau/-themen: Abschied mit Pauken und Protesten. Und ich möchte auf einen früheren Artikel verweisen, der auch die archaischen Prinzipien beschreibt die hinter dem ganzen „Fall Wulff“ stehen:

Die Privatspäre eines Bundespräsidenten und die Macht der Medien

Und immer wieder Wuff … sorry Wulff

Eine wondervolle Satire über die ganze „Affäre Wulff“ habe ich bei Josef Bordat gefunden: „Neue Vorwürfe gegen Christian Wulff„. Ein paar Längen, aber wirklich hübsch gemacht. By the way: Herzlichen Glückwunsch zum vierten Bloggerjubiläum! Ohne Jobo72’s Weblog wäre die Blogozese um einen wortgewaltigen Blogger und präzisen Philosophen ärmer. Er wünscht zwar keine Kommentare auf seinem Blog, aber kommentarlos kann man seine Gedanken und Äußerungen nicht lassen. Wollen wir hoffen, dass Gott seinen Blog auch weiterhin liest, denn er bloggt  „zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen. In genau dieser Reihenfolge.“ (JoBo) Das ist ein hoher Anspruch, den ich für mich persönlich nicht so formulieren würde und somit auch nicht in Anspruch nehmen möchte. Aber die Menschen sind halt verschieden. Weiter so.

Um „Causa Wulff“ mal in ein richtiges Licht zu rücken: „So sieht das Ausland die Affäre Wulff“ und das zu recht. In dem Artikel des Online-Fokus heißt es: ‚„Was würde einem österreichischen Spitzenpolitiker passieren, wenn er sich wie der deutsche Bundespräsident Christian Wulff von einem Industriellen für sein Haus einen Privatkredit geben lässt? (…) Gar nichts. Die Öffentlichkeit würde es nicht einmal erfahren“, heißt es etwa in den „Salzburger Nachrichten“‘ Was ist also los im BILD-fixierten Journalistendeutschland? Nimmt die Verblödung ihren Lauf? Müssen wir wirklich eine PISA-Studie für Medien anfertigen lassen? Oder anders formuliert: Wie weit reicht die Versklavung des deutschen Michel an den Springer-Verlag? Und wer profitiert davon? Wieviel Millionen hat die Springer-Gruppe schon durch diese aufgebauschte Geschichte eingefahren und wer hat sich davon schon sein Häuschen finanziert? Das sind Fragen, deren Antworten wir wohl niemals erfahren werden, denn die Zeugen sind sicher schon mit Betonschuhen versehen und – wenn sie nicht ausreichend geschmiert werden konnten – narrensicher deponiert.

Aber die Hexenjagd ist jetzt so weit fortgeschritten: Hirnlose Politiker und ein ziemlich großer Pöbel sowie fast alle (bundesdeutschen!) Medien fordern die Verbrennung, sprich den Rücktritt, wie es sich für einen ordentlichen Inquisitionsprozess gehört, zumindest nach der Meinung des Plebs. Ich kann mich nur wiederholen: Der König muss weg, lang lebe der König! (siehe: „Die Privatsphäre eines Bundespräsidenten und die Macht der Medien„.)

Der Mob

Via Facebook wurde zu einer Demo gegen den Bundespräsidenten aufgerufen. Ich möchte die Leute ja nicht nach ihrem Äußeren einstufen, aber auch die Äußerungen des „wütenden Mobs“ lassen erkennen, dass der durchschnittliche IQ wohl unter Zimmertemperatur liegt. Das ist ein signifikantes Zeichen dafür, dass ganz genau solche Leute „verantwortungslos und peinlich“ sind, nämlich wenn sie solches skandieren und dabei weitestgehend den Wortlaut wiederkäuen, den die Medien ihnen vorgegeben haben in den letzten Wochen: „Salamitaktik, Angriff auf die Grundrechte der Demokratie und der Pressefreiheit …“.

Und nun noch einiges zu Formulierungen von Journalisten: Natürlich zeigt es mehr Wirkung, wenn man am Anfang der Nachricht von „einigen hundert Menschen“ spricht, im weiteren Verlauf des Berichts sind es  „rund 200“, die dem Aufruf gefolgt seien. Journalisten wissen genau so gut wie Politiker, wie man nicht ganz die Wahrheit, aber auch nicht die Unwahrheit sagt, und dennoch gezielt eine Wirkung beim Seher und Hörer der Nachricht hervorrufen kann. Subtext spielt dabei eine entscheidende Rolle, die Aneinanderreihung von Bildern und Texten, z.T. auch O-Tönen, die aus dem Zusammenhang gerissen und nach dem Duktus des Redakteurs wieder neu geschnitten werden, so dass eine neue Botschaft entsteht. Und scheinbar unabhängige Berichterstattung wird so ein Machtinstrument im „Zeitalter der Pressefreiheit“ (habe ich heute auch in den Nachrichten gehört). Plakative Wortspielereien sind ein weiteres Mittel um die Macht der Medien weiterhin fest zu zementieren, Einschaltquoten und Druckauflagen zu verbessern, Statistiken zu schönen und Gegner schnellstmöglich mundtot zu machen.

Und der MDR vom Samstag, 7.1.2012, 22:05 die Nachrichten bis ca. 2:50 min:

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Die Privatsphäre eines Bundespräsidenten und die Macht der Medien

Der Morgenländer schreibt in seinem Notizbuch: „Der „Skandal“ um die Schnäppchen des Bundespräsidenten ist ein Lehrstück über die Skrupellosigkeit einer Medienmeute, der jedes Mittel – tendentiöse Berichterstattung, Aufbauschung von Lappalien, üble Nachrede, Lüge und offene Hetze – Recht ist, um unsere Verfassungsinstitutionen zu beschädigen und den demokratischen Rechtsstaat durch eine medial gesteuerte Ochlokratie zu ersetzen.“ (Kleiner Mob, was nun?)

Besser kann man es kaum auf den Punkt bringen, was gerade geschieht. Natürlich hat der Bundespräsident ein Kommunikationsproblem: Er hätte von vornherein nicht so einen Eiertanz um einen – zugegeben supergünstigen – Privatkredit machen sollen. Ein klares Wort an die Journalisten, nicht um die Hintergründe für den Kredit zu klären, sondern um zu sagen: Wenn ich einen Striptease wegen meiner Privatangelegenheiten hinlegen soll, dann nicht ohne ein paar Tintenkleckser, die dazu die Hosen runterlassen.

Sicher ist Wulff kein Unschuldslamm. Aber es handelt sich weder um eine Staatsangelegenheit noch um veruntreute Steuermittel noch um einen Sexskandal noch um irgend etwas, was unmittelbar mit seinem Amt zu tun und irgendeinem Dritten einen Vorteil gebracht hätte. Es ist schlichtweg eine Privatkiste, der maßlos aufgebauscht wird. Keiner außer dem Bundespräsidenten selber zieht einen Vorteil aus diesem Kredit, was immer Neider auch behaupten mögen. Ist Neid nicht eine Todsünde? Invidia – Neid, Missgunst, Eifersucht. Die Diskussion ist doch diese: Wie weit geht die Privatsphäre eines Politikers, eines Popstars, eines Pfarrers oder der Putzfrau, die nebenan wohnt?

Und diese tendenziöse Berichterstattung geht so weit, dass sie ihre eigenen Leute opfert. Andrea Juchem schreibt: „Aber jetzt hat die Social Media Gemeinde noch eine zusätzliche „Sau“, die sie durchs Dorf treiben kann. Die Rede ist von Bettina Schausten. Mit ihrer gestrigen Behauptung, Freunden, bei denen sie privat übernachtet, 150 € zu zahlen,  hat sie natürlich mächtig daneben gegriffen.“ (Berufung: Pharisäer) Dazu kann ich nur sagen: Wer mit dem Feuer spielt … hat nie das eigene Versagen im Blick. Das ist Hybris, aber nicht zu ändern. Auch Journalisten sind vor dieser Hybris nicht gefeit. Je mehr sie im Rampenlicht stehen, um so mehr vergessen sie das. Dennoch ist es nicht gerade christlich in diese Kerbe zu hauen, da kann ich Andrea nur beipflichten.

Es geht weiter: „Neue Attacken, neue Vorwürfe – und eine Demo“ (tagesschau.de) Das ist ein uraltes, archaisches Prinzip: Stürze den König mit allen Mitteln und einem wütenden Mob, eine dadurch die Nation und setze einen neuen König ein, der die Einheit so lange gewährleisten kann (mit Macht), bis er selbst gestürzt wird und das Spiel vom Sündenbock wieder neu beginnt. Demokratien sind halt auch nur auf archaischen Prinzipien aufgebaut, die die Menschheit seit Jahrtausenden praktiziert. Nichts anderes läuft übrigens zur Zeit in arabischen Ländern ab, wo vom „arabischen Frühling“ die Rede ist. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“, schreibt der Prediger Kohelet (1,9).

Der Fall Christian Wulff

Lange schon geht es mir auf die Nerven: Ich mache den Fernseher an, schlage die Zeitung auf oder ich höre im Radio, was der Bundespräsident alles wieder verschwiegen oder (nicht) gemacht hat. Es ist keine Hofberichtserstattung sondern eine Hetzkampagne der Medien, die unter der Führung der Boulevardpresse (allen voran die Blöd- verzeitung BILD-zeitung, die sich auf ihre Meinung noch etwas einbildet) sich zum Ziel gesetzt haben, mal wieder einen Politiker abzusetzen. Doch der Bundespräsident weigert sich.

Wie kann er es wagen, an der Königsherrschaft des „unabhängigen“ Journalismus zu kratzen. Lang lebe die so hart erkämpfte Pressefreiheit. Und die kann auch einen Politiker so lange pressen, bis alle schmutzigen Details seines schändlichen Tuns ans Tageslicht gezerrt sind und er endlich weichgekocht und zum Rücktritt gezwungen wurde. „Der Sieg ist unser“, schreit und triumphiert der Springer-Verlag, „wir beugen uns keiner Gewalt.“ Ich möchte gar nicht wissen von welchem Lobbyisten und wieviel Silberlinge für diese „Berichterstattung“ wem alles in den Allerwertesten geblasen wird.

Findet sich auch beim Predigtgärtner: „Zum Thema „Bild“-zeitung und Bundespräsident Wulff“ ein schöner Artikel, der unter anderem auch auf den Artikel von Wolfgang Michal verweist: „BILD, du Schwert und Schild des deutschen Volkes!! Erlöse uns!