Hass und Liebe

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Die größte Schwäche der Gewalt liegt darin, daß sie gerade das erzeugt, was sie vernichten will. Statt das Böse zu ver­ringern, vermehrt sie es.

Durch Gewalt kann man den Lügner ermorden; aber man kann weder die Lüge ermorden noch die Wahrheit aufrichten. Durch Gewalt kann man den Hasser ermorden, aber man tötet den Hass nicht.

Gewalt verstärkt nur den Hass. Das ist der Lauf der Dinge. Gewalt mit Gewalt zu vergelten, vermehrt die Gewalt und macht eine Nacht, die schon sternenlos ist, noch dunkler. Dunkelheit kann die Dunkelheit nicht vertreiben; das kann nur das Licht. Hass kann den Hass nicht vertreiben; das kann nur die Liebe.

Martin Luther King

Ain al-Arab

… oder besser bekannt als Kobane oder Kobani. Die ganze Welt schaut auf diese Stadt. Oder anders: Die Welt schaut dem Angriff des IS auf diese Stadt (relativ passiv) zu. Aber was ist an dieser Stadt so besonders? Die Stadt wurde von ca. 54.000 Menschen (2007) – über die Hälfte von ihnen waren Kurden – bewohnt. Araber und Turkmenen bildeten den anderen Teil der Bevölkerung. Im Verlaufe des innersyrischen Konflikts und massiver Binnenflucht ist die Einwohnerzahl bis Mitte 2014 auf über 100.000 gestiegen.

Die Stadt zählt nicht zu den älteren Städten der Region. Die Geschichte der Stadt begann 1912 als kleine Bahnstation mit dem Bau der Bagdadbahn. Seit dem Aufstand gegen die Regierung Assad und dem Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges fanden auch in Ain al-Arab Kämpfe statt. Wegen ihrer Grenzlage und dem reichlichen Trinkwasser ist die Stadt strategisch wichtig. Seit Anfang 2014 ist Ain al-Arab Zentrum eines der drei selbstverwalteten Kantone Rojavas. Diese Kantone stehen unter der Kontrolle der kurdischen Partiya Yekitîya Demokrat (PYD) und ihrer Verbündeten.

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) versuchte ein Jahr lang, die Stadt einzunehmen, scheiterte aber immer wieder an den Volksverteidigungseinheiten (YPG). Mitte September 2014 traten die Terrormilizen zu einer Großoffensive an, ab 28. September 2014 begann der Angriff auf das Stadtgebiet.

Die Schlacht um Kobane war für die internationale Allianz von untergeordneter strategischer Bedeutung. Bis zum Beginn des Häuserkampfes in Kobane waren nur sporadische Luftschläge gegen IS-Stellungen zu verzeichnen. Durch den erbitterten Widerstand der Verteidiger, erfuhr die Schlacht jedoch politische und moralische Bedeutung und die Luftschläge wurden sowohl in erhöhter Anzahl als auch Effektivität gegen Stellungen der Angreifer in und um Kobane geführt.

Sollte der IS trotz zahlenmäßiger und waffentechnischer Überlegenheit nicht die Stadt erobern können, so würden die Terrormilizen den Nimbus der Unbesiegbarkeit verlieren. Falls jedoch die Allianz aus Kurden und ihren Unterstützern dem IS unterliegt, könnte es eine Bestätigung sein, dass das Bündnis brüchig und zu wenig fundamentiert ist. Letzteres ist das meiner Meinung nach wahrscheinlichere Szenarium.

(Quelle: u.a. Wikipedia)

Der Mann, der ein ISIS-Massaker überlebte

IrakischerSoldatAls ich am Sonntag die Tagesschau anschalten wollte, war ich ein paar Minuten zu früh auf dem Sender und erwischte noch den letzten Beitrag des Magazins „Weltspiegel“. Diese Reportage, welche die ARD von der New York Times übernommen hat, hat mich sehr schockiert. Wie die Redaktion des Weltspiegels frage ich mich, ob ich diesen Bericht einfach so zeigen soll, weil er wirklich sehr grausame, aber reale Szenen zeigt, wie sie sicherlich so zur Zeit im Irak /resp. in Syrien sich ereignen.

Aber ich habe mich entschieden diesen Bericht aufzunehmen und auf die Filme zu verweisen, die bereits vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt wurden. Außerdem ist Gewalt im Internet, in Filmen und (Schulhof)-Videos heute manchmal genauso oder noch viel brutaler und wird aber als solche schon gar nicht mehr wahrgenommen. Deshalb betone ich noch einmal, dass in diesem Beitrag Menschen zu sehen sind, wie sie andere Menschen zusammentreiben und auf verschiedenste Weisen töten.

Derjenige, der diesen Bericht heute auf Youtube veröffentlicht hat, schreibt in einem anderen Interesse, das ich aber auch aufs höchste unterstützen möchte:

„Das ist ein arabischer Buchstabe: „ن“
(N für Nazarener und bedeutet Christ im negativen Sinne),
welcher an christlichen Häusern in Mossul/Irak gemalt wurde, um sie als Christen zu identifizieren.

Nicht nur die Christen erhielten das Ultimatum sondern auch die Jesiden und andere religiöse Minderheiten:
• hohe Kopfsteuer zu zahlen,
• zum Islam zu konvertieren oder
• getötet zu werden.

Die Juden markierte man damals mit dem Stern. Die Christen nun mit diesem Buchstaben. Die Geschichte wiederholt sich! Schaut nicht weg! Setzt euch ein und handelt JETZT“

SaveOurSouls: https://1915.de/

Und bitte nicht die Fürbitte für die verfolgten Jesiden und Christen vergessen. Es wäre auch sinnvoll, eine Gebetsnacht zu gestalten und andere Aktionen ins Leben zu rufen!

 

Wie entstand ISIS?

Folgendes kleines explain-it Video erklärt in kompakter Art und Weise, wie diese Terrorganisation  entstanden ist. Wem das allerdings zu blutleer und nüchtern erscheint, der kann ja sich auch die Bilder von den Ermordeten oder die Nachrichten über die Greueltaten und Vertreibungen anschauen.

Wer behauptet, wir könnten nichts dagegen tun, der hat den Glauben an die Macht des Gebetes verloren. Ich glaube nicht an die menschliche Vernunft, wohl aber an die Allmacht und Güte Gottes. Beten wir also immer wieder für die Menschen im Irak und Syrien sowie in den Krisen- und Kriegsgebieten unserer Welt.

 

Dritter Weltkrieg?

Ist die Kriegsgefahr mit dem Untergang der Sowjetunion wirklich gebannt? Ein zarengleicher Herrscher lenkt Mütterchen Russland in die internationale Isolation und fordert die Welt heraus. Putin lacht sich eins über irgendwelche Androhungen von Sanktionen. Er ist willens und bereit sich nicht nur die Krim einzuverleiben sondern auch die ganze Ukraine, wenn sein Busenfreund Janukowitsch ihn darum bittet. Was das – wahrscheinlich getürkte – Referendum brachte: Verunsicherungen und Machtgeprotze.

Beten wir für die Menschen in der Ukraine und in Russland und für die Politiker, die den Einsatz von wirtschaftlichen oder militärischen Waffen verhindern können und müssen. Um Frieden und Einsicht, um den Heiligen Geist auch für die Patriarchen in Moskau und Kiew.

Die andere Wange hinhalten

Eh, bist du bescheuert, wer macht denn so was. Wenn ich einen drauf kriege, dann fliegen aber die Fetzen. Dann kann der Sportsfreund, der mich angegriffen hat, aber was erleben, wo der Hammer hängt oder …? Nebenbei bemerkt ist es eine besondere Beleidigung und Erniedrigung, wenn mich ein Rechtshänder, welches die meisten Leute ja sind, auf die  r e c h t e  Wange schlägt, also mit dem Handrücken der rechten Hand. Das ist kein einfaches Watschen, wie die Bayern sagen würden. Da zieht jemand in die andere Richtung durch, um ganz konkret seine Machtposition zu demonstrieren.

Und da soll ich mich nicht wehren; da soll ich nur wie ein Depp stehenbleiben und vielleicht noch als solcher mein Gegenüber anlächeln. Ist Jesus da nicht sehr weltfremd mit seiner Forderung: „Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.“ Auch wenn damit eher private, scheinbar illusorische Verhaltensmaßnahmen gemeint sind und keine politischen Regeln für Staaten und Regierungen, haben sie dennoch politische Auswirkungen. Nur da wo wir als Menschen die Spirale von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen, kann wieder etwas Menschliches hervor gebracht werden. Solange Menschen nicht aufeinander zugehen, werden Waffen sicherlich keinen Frieden schaffen, sei es in Afghanistan, im Sudan oder in der Ukraine.

Und ich habe in der vergangenen Woche voll Sorge in die Ukraine geblickt. Die Menschen dort haben den Weg der Gewalt gewählt. Einen Weg, der sie auch in Zukunft noch beschäftigen wird, wenn die Ukraine denn jemals geeint einen Weg (nach Europa, nach Russland??) gehen sollte.

Auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan lieferten sich in der vergangenen Woche Sicherheitskräfte und Regierungsgegner schwere Straßenschlachten. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Blendgranaten ein. Demonstranten schossen mit Feuerwerkskörpern und versuchten, die Sicherheitskräfte mit starken Laserpointern zu blenden. Scharfschützen ermordeten gezielt Demonstranten. Im Zentrum von Kiew brannte es an vielen Stellen. Steine aber auch andere Waffen in den Händen der Demonstranten. Vertreter der Kirche mittendrin.

Das erinnert mich an die Ereignisse hier im Osten Deutschlands vor nicht allzu langer Zeit: Am 9. Oktober 1989 war das Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche Ausgangspunkt der friedlichen Demonstration von 70.000 Menschen. Kein Mensch wusste an diesem Abend, ob geschossen wird oder nicht. Erst wenige Monate zuvor hatte das chinesische Militär auf dem Platz des Himmlischen Friedens einen Volksaufstand und die Demokratiebewegung der Studenten mit Waffengewalt niedergeschlagen.
In Leipzig 1989 richtete der Ruf Zehntausender: „Keine Gewalt“ sich gegen das massive Aufgebot der Sicherheitskräfte aber auch an die Demonstranten.

Die Gewaltlosigkeit, zu der die Christen durch die Botschaft von Jesus aufgefordert sind, soll mit auf die Straßen und Plätze genommen werden, so die Forderung damals. Und Kerzen und Gebete haben letztendlich die Planung der Stasi durcheinander gebracht. Warum vergessen die Menschen, dass sich auch ohne Gewalt etwas bewegt, dass man den Teufelskreis der Gewalt durchbrechen kann. Das fängt schon in der eigenen Familie an und nicht erst vor der Haustür.

Vergessen wir Mahatma Gandhi nicht, der einmal gesagt hat: „Ich lehne Gewalt ab, weil das Gute, das sie zu bewirken scheint, nicht lange anhält; dagegen ist das Schlechte, das sie bewirkt, von Dauer.“

Ökumenische Friedensdekade 2012

Die Friedensdekade 2012 beginnt am St. Martinstag und endet am 21.11.2012, dem Buß- und Bettag. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Mutig für Menschenwürde„.

Dabei wird der Finger in die Wunden gelegt: „Gier, Macht und Krieg“ (das Thema im letzten Jahr) sind keine christlichen Werte, obgleich es archaische Mechanismen sind, die wir Christen aufdecken sollten. Gegen diese Auswüchse der Unmenschlichkeit hat sich auch zu DDR-Zeiten der Konziliare Prozess „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ ausgesprochen. Dazu gibt es außerhalb der Friedensdekade am 1.12.2012 eine Konferenz in Erfurt, Tagungsraum der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt (Andreasstraße 37a).

Es soll auch Rückblick gehalten werden auf den Prozess in den 1980-er Jahren. Doch nicht nur die historische Sicht soll geschärft und der Konziliare Prozess kritisch gewürdigt werden, vielmehr wird auch der Frage nachgegangen: Was blieb? Wurde nach der Wende 1989/90 alles wieder vergessen? Wo lassen sich die Grundüberzeugungen der Versammlung heute noch finden? Und sind sie überhaupt noch aktuell?

Zurück zur Friedensdekade: Material findet sich hier. Die Termine für Thüringen kann man hier nachlesen. Das sind auch sicher nicht alle. Am besten einfach mal bei der Gemeinde vor Ort Infos holen.

Grundsätzliches zur Friedensdekade habe ich ja schon im letzten Jahr geschrieben: Schwerter zu Pflugscharen.

Du bist ein Engel

… so sagen wir manchmal zu anderen. Wenn wir einen Mitmenschen einen Engel nennen, dann meinen wir damit – im übertragenen Sinn : Du bist wunderbar, du hast mich überrascht mit deiner Güte und Freundlichkeit, du bist aufmerksam und zuvorkommend für mich gewesen. Wenn ich dich nicht hätte!

Die schönste Geschichte dazu stammt aus dem Leben: Ein Engel. Lesens- und nachdenkenswert hoch zehn (mindestens). Dankenswerterweise uns mitgeteilt durch Josef Bordat.