Und heute mal: Erdogan

Treffen sich drei Despoten: Putin, Trump und Erdogan. Einer gefährlicher als der andere. Während die Fans dieser Despoten noch von Hexenjagd und Lügenpresse reden, sich ihrem blinden Wahn hingeben, nimmt einer ein Wort in den Mund, das ich das letzte Mal auf Plakaten des griechischen Mobs gesehen habe, als sie sich gegen die Sparpolitik der EU und gegen Merkel ausgekotzt haben.

Dass sich Erdogan aber auf diese Ebene begibt, ist neu, wenn auch nicht unerwartet. Und Trump ebenso: Er wäre von seinem Amtsvorgänger im „Heiligen Wahlkampf“ (O-Twitter Trump) bespitzelt worden. Eine gezielt gesetzte Fake News, die sich faktisch nicht beweisen lässt. Aber wen kümmert das schon, den Zweck hat es erfüllt. Und bekanntlich heiligt der Zweck die Mittel. Erdogan beleidigt mittlerweile das deutsche Volk auf übelste Weise und keiner reagiert angemessen darauf.

Was hat der türkische Wahlkampf in Deutschland zu suchen?  Die hier lebenden (Deutsch-)Türken sind keine ausreichende Begründung. Außerdem sollten wir uns daran erinnern, dass deutsche Politiker noch vor kurzem deutsche Truppen in der Türkei nicht besuchen durften. Leise und klein hat man das abgehandelt. Während sich dieser faschistische Erdogan erdreistet zu poltern, als währe er der neue Sultan des Osmanischen Reiches. Bleibt nur zu hoffen, dass die Türken erneut vor Wien scheitern.

Ain al-Arab

… oder besser bekannt als Kobane oder Kobani. Die ganze Welt schaut auf diese Stadt. Oder anders: Die Welt schaut dem Angriff des IS auf diese Stadt (relativ passiv) zu. Aber was ist an dieser Stadt so besonders? Die Stadt wurde von ca. 54.000 Menschen (2007) – über die Hälfte von ihnen waren Kurden – bewohnt. Araber und Turkmenen bildeten den anderen Teil der Bevölkerung. Im Verlaufe des innersyrischen Konflikts und massiver Binnenflucht ist die Einwohnerzahl bis Mitte 2014 auf über 100.000 gestiegen.

Die Stadt zählt nicht zu den älteren Städten der Region. Die Geschichte der Stadt begann 1912 als kleine Bahnstation mit dem Bau der Bagdadbahn. Seit dem Aufstand gegen die Regierung Assad und dem Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges fanden auch in Ain al-Arab Kämpfe statt. Wegen ihrer Grenzlage und dem reichlichen Trinkwasser ist die Stadt strategisch wichtig. Seit Anfang 2014 ist Ain al-Arab Zentrum eines der drei selbstverwalteten Kantone Rojavas. Diese Kantone stehen unter der Kontrolle der kurdischen Partiya Yekitîya Demokrat (PYD) und ihrer Verbündeten.

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) versuchte ein Jahr lang, die Stadt einzunehmen, scheiterte aber immer wieder an den Volksverteidigungseinheiten (YPG). Mitte September 2014 traten die Terrormilizen zu einer Großoffensive an, ab 28. September 2014 begann der Angriff auf das Stadtgebiet.

Die Schlacht um Kobane war für die internationale Allianz von untergeordneter strategischer Bedeutung. Bis zum Beginn des Häuserkampfes in Kobane waren nur sporadische Luftschläge gegen IS-Stellungen zu verzeichnen. Durch den erbitterten Widerstand der Verteidiger, erfuhr die Schlacht jedoch politische und moralische Bedeutung und die Luftschläge wurden sowohl in erhöhter Anzahl als auch Effektivität gegen Stellungen der Angreifer in und um Kobane geführt.

Sollte der IS trotz zahlenmäßiger und waffentechnischer Überlegenheit nicht die Stadt erobern können, so würden die Terrormilizen den Nimbus der Unbesiegbarkeit verlieren. Falls jedoch die Allianz aus Kurden und ihren Unterstützern dem IS unterliegt, könnte es eine Bestätigung sein, dass das Bündnis brüchig und zu wenig fundamentiert ist. Letzteres ist das meiner Meinung nach wahrscheinlichere Szenarium.

(Quelle: u.a. Wikipedia)