Amoklauf und Vergessen

Wieder ist in den USA ein schrecklicher und unerklärlicher Massenmord passiert. Wie so oft wird es jedoch wie folgt ablaufen: Trauer und Unverständnis bis zur Aufdeckung eines erklärbaren Tatmotives; Diskussion über die Waffengesetze in den USA bis zum nächsten hirnrissigen und -losen Tweet des Pres. Trump; vergebliche Bemühungen der Demokraten, die von der Waffenlobby und den Republikanern zunichte gemacht werden, Scheingefechte über die Sicherheit in Hotels u.ä., so dass im Endeffekt die Diskussion in spätestens 10 Tagen aus der Medienöffentlichkeit verschwindet und damit gestorben ist … bis zum nächsten Amoklauf.

Siehe auch: Amoklauf in Erfurt Das in diesem Beitrag angegebene Video funktioniert nicht mehr. Empfehlenswert ist daher eine neuere Reportage vom Bayrischen Rundfunk:

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How to dump Trump?

forum012917 „Die Geister, die ich rief…“ Wie kann man einen Präsidenten wieder loswerden, der noch nicht einmal die Mehrheit des US-amerikanischen Volkes repräsentiert? Alles, was er im Wahlkampf versprochen oder angedroht hat, macht er jetzt wahr. Die Dummheit scheint ihm aus dem Gesicht geschnitten. Er selbst wähnt sich mit Teflon gerüstet: Trump lässt alles an sich abprallen.

Aber wer zu ihm hält, ist nicht besser als die Neonazis hier in Deutschland. Viele Künstler, Wirtschaftler, gebildete Menschen und einfache Leute mit Hirn wenden sich gegen ihn und das, was er vertritt: ein „faschistoides“ Amerika. Kim Kardashian (man mag über solche Personen denken was man will) – ich denke es ist auch nur ein unter ihrem Namen veröffentlichter Artikel, den jemand anders geschrieben hat – sie hat folgende Statistik veröffentlicht:

statistic-of-killing

Bemerkenswert ist: Die Gefahr von einem Amerikaner erschossen zu werden ist in den USA wesentlich höher als von einem eingewanderten Terroristen, der noch nicht einmal aus den Herkunftsländern der eigentlichen 9/11 Attentäter stammt. Diese fallen nämlich nicht unter den „Terroristen“- Bann von Pres. Trump. Tja, dumm gelaufen: „Wer einmal lügt …“

Aber mal ehrlich: Wie wird man Trump wieder los? Man kann ihn ja schlecht auf die Müllkippe verbringen. Zumal das Endlager noch gefunden werden müsste, das ihn und seine Lügen sicher verwahren könnte.

Sehr schön: Trumps Horrorkabinett (von Johannes Schlüter, extra drei):

Dann noch das hier: Die erste Woche mit Pres. Trump:

Das Phänomen der Lüge

https://i1.wp.com/files.alexanders-seite.webnode.at/200002605-6520266ac2/CiVxF6sWEAAx69z.jpgKünstlermund tut Wahrheit kund. Nehmen jetzt Putin und Trump Europa und vielleicht die ganze Welt in die Zange? Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Wer hat die Zahlen (vielleicht auch die Bilder mit Photoshop bearbeitet?) der Teilnehmer zu Trumps Amtseinführung gefälscht? Wer ist der Lügner: der, der die Medien der Lüge bezichtigt und der selbst am laufenden Band Beleidigungen ungestraft ausstößt und andere für seine eigenen Dummheiten (resp. Lügen) in den Knast bringen will, oder derjenige, der die Augen vor der Realität nicht verschließt und zumindest in großen Teilen versucht, realitätsnah zu recherchieren und zu berichten?

Fragen über Fragen. Eines ist sicher: DIE Medien sind nicht gerade ohne Schuld (siehe: Der Fall Christian Wulf); aber keiner hat das damals bemerkt. Und so ist es auch heute. Nur eines ist anders: Die Macht des Internets und der „freien“ Meinungsäußerung über Twitter, Facebook und Co. hat potenziell zugenommen. Es herrscht ein allgemeines Misstrauen gegenüber den etablierten Medien (außer gegenüber der Regenbogenpresse, z.B. BILD) und eine geradezu schwammartige Gläubigkeit gegenüber den Fake News im Internet. Wie ein Schwamm das Wasser aufsaugt, so saugen die Populisten die gefakten (oder soll ich sagen „getürkten„) Nachrichten aus den Schmieden der Lüge und Intrige auf. Was sollten sie auch sonst aufnehmen: Die Wahrheit ist für sie ja Lüge.

Es fällt nicht schwer Trump in bester Gesellschaft mit einem Erdogan zu wähnen, welcher im übrigen sein Machtpotenzial weit über die Befugnisse eines amerikanischen Präsidenten auszubauen versucht bei weiterschreitender Einschränkung der allgemeinen Meinungs- und Pressefreiheit.

Putin reicht den Kuss zum Bruderschluss. Und hinter ihnen steht ein Hitler, still und unerkannt. Allen gemein ist der Wahn sich auf dem Boden der Demokratie zu bewegen – oder die bewusste Täuschung der Welt -, obwohl die Präsidenten selbst schon eine Despotie anstreben oder bereits geschaffen haben. Die Welt sieht es nur nicht, denn sie ist im Netz der Lügen, populistischer und rechts- wie aber auch linkspolitischer Intrigen gefangen. Und auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Eine Lüge wird nicht wahrer, wenn man sie mantra-artig vor sich hinkäut.

Was ist aus dem Spruch geworden: Wehret den Anfängen? Augen auf, liebe Welt!!! Ansonsten heißt es nur allzu schnell: Hinunter ist der Sonnenschein …

Ein kleiner TRUMPeter

https://i1.wp.com/bilder.t-online.de/b/80/08/15/94/id_80081594/610/tid_da/beziehungen-entspannen-donald-trump-und-wladimir-putin-.jpg… wird heute als 45. Präsident der Vereinigten Staaten inauguriert. Ein Amt, dass diesem feisten Lügner und Betrüger gar nicht zusteht. Wie sonst hätte er solch ein Immobilienmogul mit machtpolitischen Größenwahntendenzen werden können, wenn nicht mit einer gehörigen Portion Lug und Trug. Und das schon ein bisschen mehr als Fake, fake news, die er selbst verbreitet (über Twitter in die Welt trumpetet). Und sein Busenfreund (hier im Bild neben ihm) wird entgegen landläufiger fake news nicht zur Inauguration nach Washington kommen.

Eines muss man ihm lassen: Er hat seit spätestens 1999 geduldig gewartet, bis die Zeit reif war und die Menschen in den USA dumm genug, um auf seine Mantras hereinzufallen. Seine Tweets zeigen eindeutig, das er sich auch als Präsident nicht anders verhalten und als ein Unternehmer, der letztendlich nach einer großen Depression und auch Ent-täuschung (sowohl als auch) spätestens in 4 Jahren sein Amt abgeben muss, sein großes Spiel verlieren wird. Und die Welt dreht sich auch dann weiter, ohne den kleinen TRUMPeter.

Fake News

https://i1.wp.com/sociallyurban.com/wp-content/uploads/2016/05/20-Donald-Trump-Lies-blog-post-sociallyurban-nose-long-e1463212580423.jpgLügen verbreiten sich in Windeseile. War es bisher „nur“ Mobbing  ist es jetzt gezielte Falschmeldung, um Stimmung zu machen oder/ und Geld zu verdienen. Und alle Leute empfinden das schon als normal. Besonders in den Ländern, in denen eh zuerst das Geld und dann die Moral kommt. Der neue Präsident der USA ist ein Lügner, der geschickt nicht nur im Wahlkampf, sondern auch in Ausübung seines Amtes in Zukunft das Internet nutzt, um seine Inkompetenz durch die Behauptung zu untermauern, die Anderen (sprich: alle seine Gegner) seien die Verbrecher und Lügner. Und er wiederholt das mantraartig, so dass seine Anhänger das ebenfalls wiederkäuen und als Wahrheit ausgeben. Und viel mehr noch: Seine lügnerischen Anhänger werkeln fleißig mit an diesem Lügengebäude. Die Medien können nichts dagegen ausrichten, denn in Trump’s Lügenmaschinerie sind sie ja die Lügenpresse.

Es ist, wie es ist: Trump ist ein Lügner. Ein moderner Pinocchio. Und wenn er nicht irgenwann über seine lange Nase zu Fall kommt, dann müsste eigentlich die Justiz ihn hinter Gitter bringen. Gebe Gott, dass er nicht noch großen Schaden anrichtet mit seiner begrenzten Oberschülerhaften Weltsicht. Sollten solche Verbrecher überhaupt Präsident werden dürfen? Werden die Kandidaten nicht irgendeinem Eignungstest unterzogen. Da sollte man zukünftig einmal drüber nachdenken. Twitterfähigkeit ist kein Qualifikationsmerkmal. Twittern kann heute jedes Kind.

Dass Politiker es noch nie so wirklich mit der Wahrheit hatten, ist aber kein Freibrief dafür, dass ein offensichtlicher Lügner das höchste Staatsamt ausüben darf und so viel Macht auf sich vereint, dass einem Angst und Bange werden könnte. Früher gab es noch Affären, über die die Präsidenten zu Fall gebracht wurden. Aber die amerikanische Doppelmoral scheint gegen so viel falschem Spiel machtlos zu sein. Ein journalistischer Leitspruch hieß früher: Only a bad news is a good news! So muss es wohl heute umformuliert werden: Only a fake news is a good news. Und die Verschwörungstheoretiker haben im wahrsten Sinne des Wortes Hochkonjunktur.

Advent oder Vorweihnachtszeit?

Die Zeit – sie geht dahin. Man dreht sich nur einmal um … und schon ist es wieder Weihnachten. War doch gefühlt erst gestern. Und wieder der ganze Stress mit den Geschenken, der buckligen Verwandtschaft, nervenden Kindern, die noch an den Weihnachtsmann glauben, den uns eine allzu bekannte Limonadenfabrik aus den USA kreiert hat.

Überhaupt immer diese nervigen amerikanischen Bräuche: als wäre Thanksgiving ein deutsches Fest. Wer kommt auf die Idee Erntedank mitten im Winter zu feiern? Cybermonday und -week und Black Friday … Alle regen sich auf, wenn eine religiöse Gruppe Ramadan oder Chanukka feiert, aber keiner über diesen amerikanischen Weichspülerkram. Die Amis glauben auch daran, dass die Deutschen sich gurkenförmige Christbaumkugeln an den Weihnachtsbaum hängen. Na dann! Viel Spass mit den Adventskalendern: Heute erstes Türchen öffnen! Und denkt dran: Es gibt keinen Vorweihnachtskalender!!!

First Lady Michelle Obama Carpool Karaoke

Da muss ich doch noch einen neuen Beitrag anfangen. Das wird es wohl unter Trump so nicht geben:

Not my President

Wütende Proteste entladen sich nach der wohl aggressivsten und vernunft-freiesten Präsidentenwahl der jüngsten Vergangenheit in den USA. Auf der anderen Seite hört man immer wieder von Übergriffen seitens der Trump-Anhänger, die sich seine rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen im Wahlkampf auf ihre persönlichen USA-Fahnen geschrieben haben.

Trump ist nun wirklich nicht mein Präsident, zumal er Amerikaner und kein Deutscher ist. Aber sein Aufstieg trägt bei weitem faschistoide Züge. 1932 kam ein Hitler mit ähnlichen Parolen und Wahlversprechen an die Macht. Das dürfen wir nicht vergessen. Aber was nutzt das schon: Wir müssen solche Tendenzen auch verhindern:

Wehret des Anfängen!!!

Denn wie konnte Hitler seine Wahlversprechen wahr machen? Er zettelte einen Krieg an, der Millionen Menschen unterschiedlichster Herkunft, Rasse und Religion das Leben kostete, Millionen Familien zerstörte und Millionen Menschen, auch die, die nichts mit diesem Zweiten Weltkrieg je zu tun hatten und haben werden, traumatisiert. Den Deutschen hat er das Nationalbewusstsein gegeben und durch die Folgen des Krieges auf unabsehbare Zeit genommen, das sie aber eh nicht hatten in ihrem bis dahin kleinstaatlichen Denken. (Btw.: Nicht einmal die Rechtschreibkontrolle kennt den Begriff: kleinstaatlich)

Aber schon wird abgewiegelt. Wie ich heute aus dem Fernsehen erfahren muss, hat man die markantesten Wahlversprechen Trumps von seiner Homepage gelöscht. Und ich habe etwas auf seiner Seite gestöbert: Da ist keine Rede mehr von einer Mauer gegen Mexiko. Auch andere Wahlversprecher sind verschwunden (oder sicher versteckt).

The Show must go on. Aber wohin? Das ist die Frage? Trump entpuppt sich als Lügner. Das Märchen „Pinocchio“ muss ganz neu geschrieben werden. Und: „wer einmal lügt …“, der wird es immer wieder tun. Welche Leichen hat Trump noch so im Keller, die – im Gegensatz zu seiner so beschimpften und verleumdeten Kontrahentin – im Wahlkampf nicht ans Licht der Öffentlichkeit geschwemmt oder gezielt gezerrt wurden?

Manch einer mag ja begeistert sein, über das Gespräch mit Präsident Obama. Das Gruselkabinett, das sich als mögliche Regierungsriege forciert, lässt Schlimmes erahnen. Die Simpsons haben es ja schon immer gewusst:

Das war vor knapp 16 Jahren!!! Wie kann man die Rolltreppenscene so voraussagen, wie sie im Wahlkampf tatsächlich stattgefunden hat. Mysteriös (Vorsicht Ironie)! Und hier noch ein jüngeres Voting der Simpsons (nicht das letzte: In Staffel 28 taucht sogar Putin als verkappter Trump-Wähler auf):

Einen schönen Beitrag findet man hier: Darum sagte der Simpsons-Autor Donald Trump als Präsidenten voraus.

Idiocracy ist ein Sciencefictionfilm aus dem Jahre 2006. Sollte sich die stupide Zukunftsprognose Mike Judges als Prophetie einer nicht allzu fernen Zukunft erweisen? Wie der Verfasser des folgenden Beitrags hoffe auch ich, dass die Menschheit sich stets ihrer Dummheit bewusst bleibt. Also letztendlich die Grundannahme des Films erhalten bleibt: Trotz einer dramatischen Entwicklung – ausgelöst durch eine eklatant steigende Geburtenzahl in den weniger gebildeten Bevölkerungsschichten im Vergleich zu den sinkenden Raten in den gebildeten Wohlstandsschichten – bleibt sich selbst der dümmste Präsident seiner Dummheit bewusst.

 

Dritter Weltkrieg?

Ist die Kriegsgefahr mit dem Untergang der Sowjetunion wirklich gebannt? Ein zarengleicher Herrscher lenkt Mütterchen Russland in die internationale Isolation und fordert die Welt heraus. Putin lacht sich eins über irgendwelche Androhungen von Sanktionen. Er ist willens und bereit sich nicht nur die Krim einzuverleiben sondern auch die ganze Ukraine, wenn sein Busenfreund Janukowitsch ihn darum bittet. Was das – wahrscheinlich getürkte – Referendum brachte: Verunsicherungen und Machtgeprotze.

Beten wir für die Menschen in der Ukraine und in Russland und für die Politiker, die den Einsatz von wirtschaftlichen oder militärischen Waffen verhindern können und müssen. Um Frieden und Einsicht, um den Heiligen Geist auch für die Patriarchen in Moskau und Kiew.

Muttertag

Wieder so ein Tag der Floristen, der vor ein paar Minuten zu Ende gegangen ist. Und es ist auch tatsächlich der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber, der 1922/23 diesen Tag in Deutschland ins Leben gerufen hat; dieser veröffentlichte ein Plakat „Ehret die Mutter“. Anfangs war dies eine unpolitische Veranstaltung. Der Nationalsozialismus vereinnahmte diese Feier für seine Rassenpolitik. Er wurde wird die Idee der „germanischen Herrenrasse“ verknüpft.

Die Ursprünge des Muttertags liegen jedoch in der amerikanischen Frauenbewegung. 1865 versuchte Ann Maria Reeves Jarwis eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day zu gründen. Sie organisierte Meetings, auf denen sich Mütter zu aktuellen Fragen austauschen konnten. Die lange Anfangsgeschichte wurde 1914 offiziell. In diesem Jahr wurde der Muttertag zum ersten Mal als nationaler Feiertag in den USA begangen.

Noch vor der Gründung der Bundesrepublik wurde am 8. Mai 1949 in den drei westdeutschen Besatzungszonen zum ersten Mal der Muttertag gefeiert. Der Muttertag ist kein gesetzlicher Feiertag. er basiert auf Übereinkünften von Wirtschaftsverbänden, insbesondere auf den Vereinbarungen der Floristenverbände. Nach langem hin und her der Diskussion um einen verkaufsoffenen Tag, wurde der Muttertag 2008 ganz regulär am zweiten Maisonntag gefeiert, auch wenn viele Kalender fälschlicherweise den 4. Mai angegeben haben. In den USA sind die Aufwendungen für den Muttertag ähnlich wie zu Weihnachten. Teure Geschenke sind dort keine Seltenheit. In Deutschland beschränkt sich dies jedoch auf Süßigkeiten oder Blumen oder mal lecker essen gehen. Für den Muttertag werden im Blumenhandel die größten Umsätze (nach dem Valentinstag) erzielt. In der DDR wurde der Muttertag offiziell nicht begangen, stattdessen wurde der Internationale Frauentag am 8. März gefeiert.

Allen Müttern an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch. Gäbe es nicht immer wieder Frauen die bereit sind, Kindern das Leben zu schenken und sich um ihr Aufwachsen unter Aufopferung der Selbstverwirklichung und vieler anderer Opfer bemühen, würde die Menschheit schon ausgestorben sein. Daher verdanken wir unseren Müttern besonders auch die Liebe, mit der wir in dieser Welt leben können. Auch wenn der Muttertag ein Gedenktag ist, der durch eine Frauenbewegung ins Leben gerufen wurde, illustriert er besonders gut das Gebot Gottes: „Du sollst Vater und Mutter ehren“. Du sollst sie auch ehren und respektieren, wenn dieser Tag zu Ende gegangen ist, alle Torten gegessen und die Blumen verwelkt. Und du sollst nicht zu sehr klagen, dass dieser Tag so kommerzialisiert wird. Weihnachten können wir aus diesen Gründen auch nicht abschaffen, selbst wenn viele eher an den Weihnachtsmann glauben und das Christkind für seinen Gehilfen halten.

Bei Bachmichels finden sich zwei schöne Beiträge zu diesem Tag, guckst du hier und auch hier. Und es darf auch gelacht werden:

Tyrannenmord oder Lynchjustiz?

Darf ich mich als Christ über den Tod einer der meist gesuchtesten Massenmörder und des gefährlichsten Terroristen der Welt freuen? In Deutschland ist eine Diskussion entbrannt, die sich wieder auf die christlichen Wurzeln Europas besinnt, die doch in letzter Zeit permanent versucht werden auszublenden. Aber es ist weit mehr als das: Deutsche können den Nationalsstolz mancher Nationen nicht nachvollziehen, denn sie haben keinen. Immer wenn in Deutschland oder Teilen davon (DDR) versucht wurde ein Nationalgefühl oder so etwas ähnliches zu entwickeln, dann ist das gründlich schiefgelaufen. Und nach der braunen Diktatur ist es uns Deutschen auch von der Weltöffentlichkeit regelrecht vermiest worden, auf das eigene Land und die Flagge stolz zu sein. Lediglich die Fußballweltmeisterschaft hat es geschafft, dass die Flagge aus dem Hinterstübchen geholt wurde und öffentlich allerorten aufgehängt wurde. Für kurze Zeit keimte ein Nationalgefühl auf.

Die USA war schon immer ein patriotisches Land, im wahrsten Sinne des Wortes. Zwar kann das Land auf eine nicht allzu lange und vor allem nicht rühmliche Geschichte (Landnahme, Ureinwohner, Bürgerkriege, Sklaverei, Vietnam) zurückschauen, aber es geht anders mit seiner Geschichte und den Traditionen um: stolz und selbstbewusst (positiv formuliert). The (US) American Way of Life ist zum allgemeinen (Alp-)Traum der Menschen in diesem riesigen Land geworden. Die Probleme, die der ungezügelte Kapitalismus (weit geöffnete Schere zwischen Arm und Reich, Umwelt) mit sich bringt, sind vielen Menschen in den USA nicht bewusst: Wir sind Amerika und wir sind stolz darauf, der Rest der Welt ist nur interessant, wenn er diesem Weg folgt. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, sind solche Länder Feinde Amerikas und müssen – das wird vom Präsidenten und den Politikern erwartet – mit allen Mitteln bekämpft werden.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des sog. Ostblocks ist die kommunistische Bedrohung als Erzfeind aus dem Osten entmachtet. Der weltweite Terrorismus ist dafür an seine Stelle getreten. Damit dieser Terrorismus auch dingfest gemacht werden konnte, bot sich der Massenmörder Osama bin Laden selbst an. Seit dem 11. September 2001 hat die USA wieder ein klares Feindbild. Durch Falschmeldungen der CIA wurde zwischenzeitlich Sadam Hussein in die Schusslinie gerückt, wahrscheinlich auch deshalb, weil man Bin Laden lange nicht festnageln konnte. Dass der Irak-Krieg nur eine Ersatzbefriedigung  der US-Nationalgefühle war, wird selten bedacht, ist aber durchaus nachvollziehbar. Der Demokratie-Export a la USA ist dabei nur vorgetäuscht. Und so langsam müsste es den USA aber auch dämmern, ihre Demokratieschablone passt nicht überall in der Welt. Zumal es eine äußerst wackelige Vorstellung von Demokratie ist (siehe Guantanamo). Im übrigen: Vergleiche der USA mit der Weltmacht Römisches Reich sind keineswegs an den Haaren herbeigezogen (Senat, Kapitol, Caesar=Präsident).

In der Philosophie wird zwar die Option des Tyrannenmords diskutiert, auch das deutsche Grundgesetz schließt ihn nicht aus. Das einzige Problem ist nur, dass Bin Laden kein Tyrann in dem Sinne war. Ein Massenmörder schon. Denen steht aber auch nach amerikanischen Recht (meines Wissens) eine Gerichtsverhandlung zu. Alles andere ist Lynchjustiz, die von modernen Rechtssystemen immer wieder bekämpft aber scheinbar auch immer wieder selbst betrieben wird.

Und nun zur Ausgangsfrage: Kann ich als Christ eine solche Aktion, einen Auftragsmord, oder nennen wir es -tötung gutheißen? Nein, denn es ist und bleibt ein Verstoß gegen göttliches Gesetz. Deshalb wäre auch jeglicher Jubel ein schwerer Verstoß gegen die Gebote Gottes und gegen die christlichen Grundprinzipien. Und da wären wir wieder ganz am Anfang: Diese Grundprinzipien wollen ja heute viele – besonders die sogenannten Atheisten – negieren und mit Füßen treten. Das „Auge um Auge und Zahn um Zahn“-Prinzip oder Blutrache entsprechen vielleicht menschlichen Gefühlen, aber in letzter Konsequenz führen sie entweder zur Anarchie oder zum islamischen Gottesstaat.