Just a perfect day 4 (Winteredition 2)

Lange ist es her, dass ich in der Reihe der Tage wieder einen perfekten erlebt habe. Am vergangenen Samstag (7. 2. 2015) war es an der Zeit, eine kleine Tour in den verschneiten Thüringer Wald zu machen. Wie ich auch schon vor Jahren in der ersten Winteredition am 9.2.2012 (!!!) geschriebene habe, ist der Winter nicht meine bevorzugteste Jahreszeit. Aber die vorerst letzte Ausgabe des IntercontiCups auf der Inselbergschanze in Brotterode lockte mich solch ein Event einmal live zu erleben.

Erst die Arbeit. Aber gegen 11 Uhr konnte ich mich auf den Weg machen. Also Navi an und noch mal tanken und dann rauf auf die Autobahn. Nach einer Stunde Fahrt gestaltete sich die Parkplatzsuche in Brotterode recht einfach. Ein Euro an die Freiwillige Feuerwehr, deren sehr freundliche Mitarbeiter mich entsprechend gut eingewiesen haben.

Sonne satt, viel Schnee, klare kalte Luft und Bratwurst-Glühwein-Geruch überall. Kurzer Aufstieg zur Schanze. Konnte man auch gar nicht verfehlen. Einfach dem Strom der Leute folgen.

Brotterode12:500 Zuschauer … sieht gar nicht so viel aus, hätten bei dem Wetter auch noch mehr sein. Aber viele haben diesen perfekten Tag wohl mit Skifahren genutzt. Der verschneite Inselberg und seine Umgebung haben wohl viele gelockt, anstatt sich die Füße kalt zu stehen an der Schanze.

BrotterodeArenaInselsbergOben am Schanzentisch stehen schon die Jurimitglieder, um einen Skifahrer loszuschicken, der das Ergebnis an die Bühne bringt. Dasselbe stand recht schnell fest: Zwei Durchgänge in nur knapp anderthalb Stunden, keine Windkapriolen oder sonstigen Verzögerungen. Ein super Springen!!!

BrotterodeSchanzeUnd das sind die (NSA?) Anlagen auf dem Inselberg. Nach der Siegerehrung war noch viel zu viel Zeit bevor die Heimreise anzutreten war. Also habe ich einen kleinen Abstechen auf den Berg gemacht, um mir die weiße Glitzerwelt und die Skichaoten anzuschauen. Einen kurzen Augenblick habe ich noch überlegt, ob ich oben auch einkehre, aber dann verworfen. Es hätte wohl auch zu lange gedauert, trotz gut gefülltem Zeitpolster. Nach meinen Erfahrungen vom letzten perfekten Wintertag (siehe dort) ist die Bedienung im Thüringer Wald nicht die freundlichste und auch nicht die schnellste.

InselsbergHier kommen schon einige Wolken herein, die bereits eine Wetteränderung ankündigen. Der Sonntag soll nicht mehr so ganz ideal zu Skispringen sein. Alles in allem: Es war ein schöner Wintertag im Thüringer Wald.

Inselsberg2

Advertisements

Herbst

IMG_8178b

Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Lieg‘ ein ferner Frühlingstag.

Theodor Storm (1817 – 1888)

IMG_8138b

Winter adé

Für alle die dem Wintersport etwas abgewinnen können: Bitte nicht nachmachen, liebe Kinder! Und bleibt mir den Minihubschrauber-Kameras fern, liebe Erwachsene! Ach ja, die Berge … *schwärm*

Frühling lässt sein blaues Band

Ja, den Eduard Mörike kann man jetzt schon im Februar auftauen. Die Bauern auch nicht im Märzen ihre Felder bestellen, sondern bereits jetzt schon damit begonnen haben, die Sommergerste auszubringen. Der Winter – was für ein Winter? – zieht sich mehr und mehr in die Alpen zurück. Da wo der Mutterberggletscher die Skifahrer beglückt. Meinereiner ist zwar ein wenig wetterfühlig, aber ich habe gegen eine verfrüht eintretende wärmere Jahreszeit nichts einzuwenden. Und es blühen nicht nur die Winterlinge und Schneeglöckchen sogar schon die Krokusse. Guckst du:

20140223_100939a

Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

CYMERA_20140223_101409a

CYMERA_20140223_101151a

Just a perfect day 3 (Winteredition)

Eigentlich bin ich nicht der Winterliebhaber. Dennoch war es wieder einmal ein (vielleicht nicht allzu) perfekter Tag. Montag bin ich bei klirrender Kälte auf meiner (Sommer)-„renn“strecke unterwegs gewesen. Zwischen Rondell und Grenzadler. Das ist in der Nähe von Oberhof, ein kleines Stückchen Rennsteig.

Die Straßen dorthin sind frei. Und das muss man mal betonen, denn nur auf den Höhen des Thüringer Waldes liegt genügend Schnee für „Ski und Rodel gut“. Und dann gleich die erste Überraschung: Wo man im Sommer frei parken kann, kostet es jetzt 5 Euro Parkgebühren für den Tag. Das ist keineswegs eine perfekte Sache. Aber ich lasse mir den sonnigen Tag nicht verdunkeln, auch wenn ich nicht vorhabe, bis spät in die Nacht hier zu parken. Eine weitere Abzocke ist dann die Gebühr für die Rodelbahn. Nur gut, dass mich das auch nicht kratzt, denn Rodeln will ich ja auch nicht.

Die nächste Meldung am „Stein 16“ ist mir eigentlich schon bekannt gewesen. Dort geht es nämlich ab zum „Veilchenbrunnen“ und zu einer der urigsten Hütten in der Gegend, die sich hier „Baude“ nennen. Leider hat die Hütte wegen Reichtum am Montag geschlossen. Außerhalb der Saison und der Winterferien kann ich das ja noch nachvollziehen, aber anscheinend hat man außer der Abzocke auf allen Linien noch nichts von Service und Dienst am Kunden gehört. Da ist man oftmals noch in der Wüste, die von Unsitten der DDR-Zeiten immer noch gestaltet ist. Dennoch wenn man mal das Glück haben sollte, dort essen und trinken zu können, so sollte man unbedingt „Thüringer Rostbrätl“ bestellen, die sind dort die besten der Umgebung.

Mir knurrte der Magen und so musste ich eiligen Fußes weitergehen bis zum Grenzadler. Dort bin ich dann eingekehrt im Waldgasthof Schanzenbaude. Natürlich wollte ich ein schönes Brätel essen und wenn möglich mit Bratkartoffeln. Aber das ging gar nicht. Der Kellner sagte spontan „Nein“, ohne die Küche zu fragen. Scheinbar war ich nicht der Einzige, der das so wollte … und nicht bekommen hat (Servicewüste!!!). Na ja, so musste ich mich mit Brot als Beilage begnügen und da ist der Preis mit 7,90 Euro doch etwas happig. Immerhin gab es eine Salatbeilage dazu und man konnte im Warmen sitzen.

Die Sonne schien unverdrossen weiter und ich ließ mir die Laune nicht verderben. So nahm ich noch mal den „Veilchenbrunnen“ ins Visier, wo ich dann auch mit ein paar schönen Fotomotiven belohnt wurde. Dann neigte sich die Sonne  schnell gegen den Horizont, so dass die Schatten auf dem Waldweg zurück zum Rondell immer länger wurden und im finsteren Wald die frostigen Temperaturen mich daran erinnerten, dass ich doch lieber eine Thermohose hätte angezogen. Am Auto maß dann mein Thermometer: -16 °C. Die darauffolgende Nacht wurde noch kälter. Ich drehte die Heizung im Auto voll auf und der Servicewüste Oberhof  den Rücken. Just a perfect day?

Kalt in Deutschland

Der Winter ist da. Und er hält weite Teile Europas voll im Griff. Zum Glück bleibt uns erstmal das Schneechaos, das weite Teile Osteuropas heimgesucht hat, erspart. Aber mit ca. -20 °C und darunter ist es die letzte Nacht in Thüringen überdurchschnittlich frostig gewesen. Da ist wieder so manches Auto mangels Strom!!! liegengeblieben. Wer einen Diesel fährt dürfte über die Minusgrade auch nicht erfreut sein.

Besonders dramatisch scheint aber die Lage in der Ukraine, wo die Regierung nicht willens oder nicht fähig ist, wenigstens die Obdachlosen zu unterstützen. Hilfsorganisationen, die Wärmestuben oder -zelte einrichten sind da besonders gefragt, wie auch in Bulgarien und Rumänien und auf dem gesamtem Balkan. Auch den Terminplan des Papstes wirbelt der Schnee ein wenig durcheinander.

So sieht man den Petersplatz wohl selten:

Und für alle Romliebhaber:

Aber auch anderswo, wie hier am Genfer See, gibt es bizarre Eiswelten zu beobachten:

Der Autofahrer dürfte erstmal einige Tage per pedes unterwegs sein.

Malle, die deutsche Hochburg des Sommerurlaubs, sieht in Palma de Mallorca jetzt so aus:

Darauf erstmal ’nen steifen Grog. Auf den Frühling. Prost.